zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 01:24 Uhr

30 Millionen Euro schwer : Ein Füllhorn voller Ideen für die Westküste

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Finale im Wettbewerb um die besten Ideen: Acht Konzepte profitieren von einem 30 Millionen Euro schwerem Sonderprogramm der Europäischen Union.

Die beiden Landräte waren sich einig: „Ein schöner Tag für die Westküste – und das richtige Signal.“ Mit den Chefs der Kreisverwaltungen von Nordfriesland, Dieter Harrsen, und Dithmarschen, Dr. Jörn Klimant, freuten sich am Montag (18. Juli) im Husumer Nordsee-Congress-Centrum auch mindestens acht weitere Gäste. Von Dr. Frank Nägele als „glückliche Statisten“ bezeichnet, rief sie der Wirtschafts-Staatssekretär in einer gemeinsamen Sitzung des vom Land vor drei Jahren ins Leben gerufenen Westküsten-Beirats und des so genannten ITI-Gremiums zu Siegern eines im September 2014 ausgerufenen Ideen-Wettbewerbs aus. Die besten Einfälle für mehr Wachstum und Wohlstand in der Region sind 30 Millionen Euro schwer. So viel wert ist das speziell auf Nordfriesland, Dithmarschen, den Kreis Steinburg und die Hochsee-Insel Helgoland zugeschnittene EU-Sonderprogramm ITI Westküste (Integrierte Territoriale Investitionen „Tourismus- und Kompetenzregion Westküste“). Es wird gespeist aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE).

Auch zum Abschluss der zweiten Wettbewerbsphase hat das ITI-Gremium acht von ehemals zwölf Konzepten als zukunftsträchtig eingestuft, hieß es. Die Sieger-Konzepte umfassen 81 Einzelprojekte, deren jeweiliges Investitionsvolumen zwischen 1,4 und 15,7 Millionen Euro beträgt. „Wir gratulieren allen Konzept-Verantwortlichen und sind sehr zuversichtlich, dass die Projekte nun auch zügig gefördert werden können“, sagte Nägele.

Bei dem Sonderprogramm stehen vor allem Aspekte der Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz und eines ressourcenschonenden Tourismus im Vordergrund. Der Staatssekretär appellierte an die Protagonisten, ihre Projekte nun rasch antragsreif zu konkretisieren und zusammen mit der Investitionsbank und der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) die letzten fördertechnischen Fragen zu klären. „Danach bin ich sehr zuversichtlich, dass wir mit dem Ideen-Feuerwerk, das in den einzelnen Vorhaben steckt, für die Westküste in den nächsten drei bis fünf Jahren Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe auslösen werden“, erklärte Nägele.

 

Die acht erfolgreichen Konzepte des Wettbewerbs

 

> NATOURWERT Wattenmeer

 


„Attraktion durch Information – Staunen durch Erleben“ ist das Motto des Konzeptes. Ziel ist die Stärkung der Nationalpark-Region durch, wie es heißt, „eine nachhaltige touristische Inwertsetzung des Weltnaturerbes Wattenmeer“. Alle elf Teilprojekte thematisieren die Einzigartigkeit des Weltnaturerbes Wattenmeer sowie die Notwendigkeit des Naturschutzes und der nachhaltigen Entwicklung. Beispiele: Reattraktivierung des Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum (fünfter Bauabschnitt), Erweiterung der Ausstellung in Tönning um das Thema Krabbenfischerei, 360°-Kino im Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt, NaTour-Düne Amrum, Neubau Nachhaltigkeitszentrum in der Wyker Badestraße 111, Neubau Integrierte Station Beltringharder Koog.

 

> KULTOURWERT Westküste

 

Das Konzept hat als Ziel die ressourcenschonende und nachhaltige Sicherung und Entwicklung von gemeinsamem Kulturerbe an der Westküste. Einmalige Stätten und Einrichtungen der Westküste werden gemeinsam Nachhaltigkeitsstrategien umsetzen (Kulturpunkte-Projekt). Indem einzelne Einrichtungen gezielt gefördert werden, soll ein wichtiger Beitrag zum Erhalt und Betrieb einmaliger Einrichtungen und Kulturstätten erreicht und die touristische Wertschöpfung erhöht werden. Betriebskosten werden gesenkt, innovative Ansätze zur energetischen Optimierung öffentlicher Kulturdenkmale erprobt. Beispiele: Kooperationsprojekt Kulturpunkte der Westküste, Qualifizierung des Friesenmuseums auf Föhr – „Touristische Inwertsetzung“.


> Integriertes Strandkonzept Föhr

Die Insel Föhr verfügt über einen etwa 15 Kilometer langen Sandstrand. Für den Tourismus, dem wirtschaftlichen Hauptstandbein, ist der (Bade-)Strand von herausragender Bedeutung. Die Stadt Wyk sowie die Gemeinden Nieblum und Utersum stellen ein integriertes Strandkonzept unter dem Motto „Naturnaher und ressourcenschonender Strandtourismus im Weltnaturerbe Wattenmeer“ auf, um die Qualität der Strandversorgung aufzuwerten, Angebotslücken zu schließen und barrierefreie Verbindungen zum Weltnaturerbe Wattenmeer und zwischen den Strandabschnitten zu schaffen. Zudem geht es darum, die Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energiequellen zu erhöhen: Aussichtspunkte in Nieblum und Utersum; Bohlenwege Strände Wyk, Nieblum, Utersum; Energetische Optimierung Kleines Kurmittelhaus, Utersum.

 

> NES-Trail

 

Mit dem NES-Trail, dem Northern Energy and Sustainability-Trail (Nordischer Energie- und Nachhaltigkeitspfad), verfolgen Projektpartner die innovative Idee einer engen Verzahnung von Tourismus und Energie. Über den Trail sollen Einrichtungen an der Westküste mit Kompetenzen im Bereich Energie und Nachhaltigkeit in einem Netzwerk verknüpft werden. So soll ein regionales Informationsangebot entstehen, das die Bandbreite des Themas abbildet sowie für Experten und Laien gleichermaßen erlebnisorientiert aufbereitet ist. Für den Besucher sichtbar wird der NES-Trail über Show-Rooms mit interaktiven Präsentationen in allen Einrichtungen als eine Art „energie-touristische Straße“ an der Westküste.

 



> Helgoland  /  Atlantis 4.0

Helgolands Schätze sind die atemberaubende Natur und die wechselvolle europäische Geschichte. Seit Gründung des Seebades im Jahr 1826 ist diese Erkenntnis mehrfach wie Atlantis untergegangen. Für 2020 sind ambitionierte Ziele gesetzt: Neben der Stärkung der Inselwirtschaft durch Offshore-Windkraft, Verbesserung der Verkehrsanbindung, Entwicklung von Wohnraum und Hotel-Immobilien sowie einem Wandel zu einer klimafreundlichen Insel verfolgt Helgoland das Ziel, das kulturelle Erbe und die ursprünglichen Werte für Gäste dauerhaft erlebbar zu machen.

 


> Perlen der Westküste

Unter dem Konzeptdach „Perlen der Westküste – Zukunftsbausteine für die Realisierung eines nachhaltigen und ressourcenschonenden Tourismus in tourismusintensiven Räumen“ haben sich jene Festlands-Orte zusammengefunden, in denen eine hohe regionalwirtschaftliche Abhängigkeit vom Tourismus besteht. Die Leitidee ist es, an der Westküste eine breit abgestimmte und auch außerhalb der Branche akzeptierte Entwicklung zu initiieren, die sicherstellt, dass der Tourismus als zukunftssicherer Wirtschaftsfaktor gestärkt wird. Hauptziel ist der Erhalt der Wertschöpfung aus Tourismus bei gleichzeitiger Schonung der Ressourcen.

 

> Insel Amrum

 

Mit einem Bündel an gesamtinsular abgestimmten Maßnahmen profiliert sich die Insel Amrum als zukunftsfähige naturtouristische Destination. Mithilfe eines Kommunikationskonzeptes werden klassische Urlaubsmotive in Richtung eines nachhaltigen Naturtourismus aufgewertet. Die Lebensräume und Lebensgemeinschaften der Insel und des Meeres bilden dabei mit Strandversorgung und Gästeservice den Ausgangspunkt für die Produktgestaltung und werden durch Nachhaltigkeitsthemen wie Energiegewinnung und Verkehr ergänzt. Beispiel-Projekte: Umgestaltung/Neuausrichtung Areal „Altes Schwimmbad“ in Norddorf, Neugestaltung der Strandübergänge in der Gemeinde Nebel (Hauptstrand und Übergang Süddorf), energetische Optimierungen „Amrum Badeland“ und Jugendherberge Wittdün (Umbau).

 


> Innovations-Region

 

Die kreisübergreifende Region bildet den wirtschaftlichen Kern im Westen, maßgebend bestimmt vom größten Industriegebiet Schleswig-Holsteins in Brunsbüttel und dem Technologiestandort Itzehoe. Ziel ist die Weiterentwicklung und Profilierung der Region als innovativer Energiestandort mit hoher Lebensqualität.

 

zur Startseite

von
erstellt am 19.Jul.2016 | 11:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen