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Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 17:17 Uhr

100 Jahre Eiderbrücke : Ein Fest, das Menschen verbindet

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Seit 100 Jahren gibt es die Eiderbrücke zwischen Nordfriesland und Dithmarschen. Das wurde nun mit einem großen Fest gemeinsam gefeiert.

Hunderte orangefarbener Luftballons und Tausende von Besuchern: Das Fest zum 100. Geburtstag der Eiderbrücke zog nicht nur Menschen aus der Nachbarschaft an – aus dem gesamten Land waren Menschen angereist. „Auf dieses Ereignis haben wir 100 Jahre warten müssen“, sagte die 72-Jährige Gertrud Erbslöh während eines andächtigen Ganges über die Stahlbrücke – „und sie haben wahrlich ein sehr eindrucksvolles Fest daraus gemacht.“

Dieses begann mit einem besonderen Gottesdienst auf nordfriesischer Seite, den der Posaunenchor Lunden mit Unterstützung aus Friedrichstadt und Ostenfeld musikalisch begleitete. Auch die Pastoren Marlies Rattay, (St. Annen) sowie Ulrich Vogel und Klaus Johannsen (beide Friedrichstadt) gestalteten den Gottesdienst kreisübergreifend. „Wir leben in einer Welt, in der Mauern gebaut werden – und wir feiern hier heute ein Brückenfest“, sagte Pastorin Marlies Rattay. „Einst wurde mit Kanonen über die Eider hinweg geschossen, heute steht eine dieser Kanonen bei uns in St. Annen – mit einer Friedenstaube darauf.“

Auch Verkehrsminister Reinhard Meyer war zur Feier an die Eider gereist. „Die Zeit nehme ich mir heute einfach mal“, sagte er und bedankte sich bei den Initiatoren und Helfern von beiden Seiten der Eider. Nordfrieslands Kreispräsident Heinz Maurus dankte dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, dass die Brücke für das Fest gesperrt worden war. „Ich finde es sehr richtig, dass Sie hier heute eine Ausnahme machen, denn 100 Jahre Eiderbrücke sind wirklich ein Grund zum Innehalten und sich einmal bewusst zu machen, was diese für die Region bedeutet“, sagte er. „Wir feiern heute ein Bauwerk – gleichzeitig aber auch Verbindungen zwischen Menschen.“ Dithmarschens Kreispräsident Hans-Harald Böttger überbrachte ebenfalls großes Lob an die Organisatoren, Helfer und Sponsoren dieses Festes: „Ich bin begeistert – Sie bringen die Menschen für dieses tolle Fest zusammen. Heute zählt nicht, wo Nordfriesland beginnt und Dithmarschen endet – heute feiern wir gemeinsam.“

Ausgiebig Zeit nahmen sich Bürgermeister der Nachbargemeinden, Amtsvorsteher, Abgeordnete aus Bundes- und Landtag sowie der Minister. Beim sprichwörtlichen „Bad in der Menge“ zeigte sich Meyer geduldig und interessiert. An der Fläche, auf der den Besuchern das Eisstockschießen demonstriert wurde, kam auch er nicht ohne tatkräftigen Einsatz vorbei. Der Minister wuchtete den rund 4 Kilogramm schweren Eisstock über 24 Meter hinweg.

Auch rundherum wurde einiges geboten: Es gab Flohmarkt-Stände, vor der Brücke waren zahlreiche Oldtimer-Traktoren aufgefahren, ein Künstler schuf mit einer Kettensäge eine hölzerne Eule und auf dem Brückenasphalt fanden Leonie (8), Ashley (6) sowie Britta und Peter Flindt aus Lehe einen Platz, um sich mit roter Kreide zu verewigen. Wer mochte, konnte sich mittels Teleskop-Fahrkorb in die Höhe hieven lassen.

Ein Höhepunkt dann am späten Nachmittag: Genau in der Brückenmitte trafen sich zwei Teams zum Tauziehen – eines aus Dithmarschen und eines aus Nordfriesland. Friedrichstadts Feuerwehr trat gegen die Kollegen aus St. Annen an. Unter dem Blitzlichtgewitter der Kameras und lautem Zurufen legten sich beide Teams voll ins Zeug. Doch die Friedrichstädter hatten am Ende das Nachsehen. Jubel und Beifall, gegenseitige Gratulationen und ein gemeinsames Anstoßen halfen über die Niederlage hinweg. Für den Musikalischen Abschluss des Tages sorgen am Ende Bands auf der großen Bühne auf der St. Annener Seite der Brücke.

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