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Husumer Nachrichten

26. August 2016 | 13:54 Uhr

Primarhaus Bordelum : Ein Dorf plant sein Gemeinschaftshaus

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gemeinde steht hinter dem Projekt „Primarhaus“. Alle Generationen sollen darin vereint werden, der Fokus liegt auf dem Thema Bildung. Für den 19. März lädt die Gemeinde zu einem Tag der offenen Tür ein.

Schüler kochen gemeinsam in der Lehrküche, mittags kann das ganze Dorf zum Essen vorbeikommen. Kindergartenkinder nehmen an Unterrichtsstunden teil oder Grundschüler lesen ihnen vor, nachmittags übernimmt der Jugendtreff die Betreuung und nebenan probt die Theatergruppe: All das und mehr unter ein Dach zu bekommen – das haben sich die „Schulfreunde Bordelum“ zum Ziel gesetzt.

Wie berichtet, hatte sich die Gruppe zusammengeschlossen und ein neues Schulkonzept entwickelt, nachdem der Standort in Bordelum auf der Kippe stand. Mindestens 80 Schüler muss eine Schule künftig haben, in Bordelum sind es zurzeit noch 72 – mit abnehmender Tendenz. „Uns allen ist das Projekt lieb und teuer“, sagt Bordelums Bürgermeister Peter Reinhold Petersen. „Kita und Schule halten die Gemeinde zusammen.“ Noch immer sei das Engagement aus der Bevölkerung zu dem Thema erstaunlich groß, freut sich Pastorin Kerstin Schaack, die ebenfalls bei den Schulfreunden mitarbeitet. „Wir haben eine gute Grundlage, da die Einigkeit in der Gemeinde so hoch ist“, sagt sie.

Inzwischen hat sich aber auch der Schulverband Mittleres Nordfriesland dafür ausgesprochen, die Bordelumer Grundschule zu erhalten und unter dem Titel „3B-Schule“ unter eine gemeinsame Führung mit den Einrichtungen in Bredstedt und Breklum zu stellen. Ab dem Schuljahr 2016/2017 startet das Projekt als „2B-Schule“ mit Bredstedt und Breklum, ein Jahr darauf will Bordelum dazustoßen. Jede Schule soll dabei ihr eigenes Konzept behalten und weiterentwickeln können. Bordelum plant dabei ein offenes Haus, in dem Schule und Kindertagesstätte zusammengehören, jahrgangsübergreifend in Funktionsräumen gelernt wird und eine Vernetzung mit Jugendtreff, Feuerwehr, Kirche, Alltagshilfen, Firmen, Vereinen und Verbänden stattfinden kann. „Ein Dorfhaus für Null- bis 14-Jährige – und darüber hinaus“, beschreibt es Kita-Leiterin Bärbel Becker.

„Und wir sehen uns schon jetzt als Team“,ergänzt sie mit Blick auf die benachbarte Schule. Auch Projekte, Ausflüge, Fortbildungen und Konferenzen sollen künftig verstärkt gemeinsam geplant und durchgeführt werden. Dazu soll mit der offenen Ganztagsschule und dem Jugendtreff möglichst eine tägliche zwölfstündige Betreuung angeboten werden. „Ein großer Vorteil wäre, dass die Bezugspersonen für die Kinder bleiben“, sagt Schulleiterin Ilka Jacoby. Der erste Schritt wird im September getan, wenn die Kindertagesstätte unter der Trägerschaft der Kirchengemeinde um einen Hort erweitert wird. Auch eine Verlängerung der Kita-Öffnungszeiten ab 6.30 Uhr ist angedacht.

Das von der Gemeinde geplante Dorfhaus soll nach Möglichkeit Schule, Turnhalle und Kita miteinander verbinden. Eine Machbarkeitsstudie ist in Arbeit, der Architekt versucht die Wünsche aus der Bevölkerung zusammenzufassen. Wenn alles glatt läuft, könne 2017 mit dem Bau begonnen werden, sagt Peter Reinhold Petersen.

Am Sonnabend, 19. März, werden die Pläne des sogenannten „Primarhauses“ im Rahmen eines Tages der offenen Tür vorgestellt. Von 10 bis 13 Uhr können Interessierte an einer Schülerversammlung teilnehmen, die Funktionsräume besuchen und etwas über Hort, Offene Ganztagsschule und Kita erfahren. Einen Entwurf des Konzeptes gibt es online unter: www.gs-bordelum.de.

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erstellt am 30.Jan.2016 | 12:00 Uhr

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