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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2016 | 10:59 Uhr

Gelungene Kulturnacht : Ein Abend lang Zentrum der Kultur

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Friedrichstädter Kulturnacht rief – und die ganze Stadt war voller Besucher. Gezeigt wurde in 21 Galerien, Ateliers und Privathäusern das ganze Spektrum der Kunst, von der Malerei bis zur Bildhauerei.

Wenn gut gelaunte Menschen auf festgelegten Kulturpfaden durch das abendliche Friedrichtstadt ziehen, sich zum gemütlichen Plausch mit Gleichgesinnten in lauschige Gärten und Hinterhöfe zurückziehen, und Einheimische bei Kerzenschein die Klönbänke vor ihren Haustüren bevölkern – dann ist wieder Kulturnacht in Friedrichstadt. Von 18 bis 24 Uhr wurde das Grachtenstädtchen am Sonnabend zum Mekka für Kunstsinnige aus nah und fern, zur „Kulturhauptstadt Nordfrieslands“, wie Margarethe Ehler, zweite stellvertretende Kreispräsidentin, in ihrer Eröffnungsrede in der Ehemaligen Synagoge sagte: „18 Jahre gibt es jetzt die Kulturnacht: Das Baby ist volljährig.“ Und ein Erfolgskind, dem in diesem Jahr auch der Wettergott mit hochsommerlichen Temperaturen huldigte. Unzählige Besucher nutzten die laue Nacht, zogen in Scharen durch die historische Altstadt, um an 21 Stationen Werke der unterschiedlichsten Kunstgattungen in Augenschein zu nehmen oder Musik, Lesungen und Rezitationen zu lauschen.

„Kunst bringt die Menschen zusammen“, stellte Margarethe Ehler fest. Anlass zur Auseinandersetzung mit Bildern, Skulpturen und Objekten gab es reichlich. Da mischten fantasievolle Pappmaché-Wesen von Johanna Iversen „Silkes Schuhparadies“ auf, zeigten Doris Reineking und Beate Reith im Privathaus Hanna von Kunhardts „Menschen hautnah“, entführten Johan Strandts farbenfrohe Werke in der Atelier-Galerie Provence in die „weite Welten-Seele“, hielt Rosemarie Rau im Tischlereimuseum Jacob Hansen „Deichlinien“ in zarten Grafiken fest, luden Eva Muggenthaler und Sigrid Stegemann im Rathaus zu einer illustren Hasengesellschaft ein, während Nikolaus Cramer nebenan mit den sanften Formen seiner abstrakten Holz- und Marmor-Skulpturen fesselte. Neue Acrylbilder zeigte Monika Missy in der „C2 creative lounge“. Mit „mehr Meer“ regten Ken Hammann und Kai Ludwig die Kreativität der Besucher in der Studio + Galerie in der Kirchenstraße an, durfte man hier doch nicht nur Bilder, Boote und Objekte aus der maritimen Welt bewundern, sondern sich auch selbst sein Traumboot aus Draht und Metall gestalten. Wie wunderbar das ferne Santorin mit Nordfriesland harmoniert, führte Bernd Weinert anhand eindrucksvoller Fotografien vor: Seine kunstvoll eingefangenen Detailaufnahmen, sein stimmungsvolles Spiel mit Licht und Schatten bereicherten Thomas Freunds Impressionen aus Nordfriesland in Freunds Galerie am Stadtfeld. Auch im Privathaus Möller in der Prinzeßstraße konnte man Fotografien bewundern, die Niklas Möller in dem verwunschenen Garten präsentierte: nordische Landschaftsaufnahmen, die gekonnt mit den Elementen Wasser, Erde, Luft und Licht spielen.

Ein Highlight und Publikumsmagnet waren die boshaft-ironischen Bilder von Ernst Kahl im Paladanushaus, die in exquisiter Ölmalerei menschliche Schwächen und Auffälligkeiten aufs Korn nehmen oder gesellschaftliche Auswüchse sezieren. Mit viel Gespür für Ironie hatte Doreen Stümpel in der gleichnamigen Keramikwerkstatt und Buchhandlung das Thema „Futter für Lesehungrige“ umgesetzt: Doch nicht nur ihre „gebrannten Bücher“ gefielen, auch die Tierfiguren mit menschlichen Eigenschaften amüsierten. Wie filigraner Schmuck aus Silberfäden gestrickt und gehäkelt wird, demonstrierte Bärbel Baunach-Fleiss in der Goldschmiede Wickord. Auch die Arbeiten aus Glas von Dagmar Kiesewetter im Glasatelier Nieke lockten viele.

An etlichen Stationen gaben sich die Besucher buchstäblich die Klinke in die Hand - sei es, um die Kunst von 40 Illustratoren aus dem Iran in der Ehemaligen Synagoge zu bewundern, „Friedrichstädter Lieblingsbücher“ oder Krimis und Kurzgeschichten von Zoë Beck für sich zu entdecken, den Klängen von Torpus & The Art Directors oder den Quick Time Players zu lauschen, den Turm der St.-Christophorus-Kirche zu besteigen oder in der Tourist Information die Fotoausstellung „Angekommen – Flüchtlinge in Friedrichstadt“ von Sebastian Müller zu besuchen. Auf reges Interesse stießen die „tönernen Köpfe“ von Linde Reinecke und ihre „Delfter Träume“ in dem historischen Gästehaus in der Westerhafenstraße.

Noch lange nach Einbruch der Dunkelheit waren die Dudelsack-Klänge der Hamburg Caledonian Pipes & Drums in der Grachtenstadt hören. Und während sich die Kulturnacht allmählich dem Ende zuneigte, waren sich viele Besucher einig: „Diesmal war es besonders schön!“ Das lag auch an der herrlich lauen Sommernacht.

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erstellt am 29.Aug.2016 | 10:00 Uhr

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