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Husumer Nachrichten

02. Dezember 2016 | 21:09 Uhr

Resolution an Landesregierung : Eiderstedt will Schafberg erhalten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Amtsausschuss unterstützt eine Resolution der Gemeinde Westerhever an die Landesregierung. Das Vorgehen des Landesbetriebs Küstenschutz wird kritisiert.

Der Erhalt des Schafbergs im Vorland von Westerhever bewegte auch den Amtsausschuss von Eiderstedt in seiner jüngsten Sitzung. Die Gemeinde Westerhever bat um Unterstützung bei ihrem Protest. Der Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) will ihn als Ausgleich für den Deichbau am Nordstrander Damm in Wobbenbüll abtragen und dafür außerdem Flächen im Vorland vernässen. Das möchte die Gemeinde nicht. Besonders erbost ist sie darüber, dass sie im Vorwege nicht informiert worden ist, sondern mit dem Planfeststellungsverfahren Fakten geschaffen worden sind. „Das LKN schafft sich ein Guthaben an Ausgleichsflächen“, so Westerhevers Bürgermeister Olaf Dircks in der Sitzung. Denn es würden nur neun Hektar Ausgleich verlangt, das LKN nehme aber tatsächlich 17 Hektar in Anspruch. „Wir wollen den Schafberg gern als Bollwerk und Wellenbrecher bei Sturmfluten behalten“, so Dircks weiter. Auch das Vernässen sei nicht gut für den Küstenschutz. „Wir haben dem LKN angeboten, Alternativen zu erarbeiten.“ Auf rechtlicher Ebene sei es nicht möglich, das Verfahren wieder zu öffnen, die Gemeinde wolle aber auf politischer Ebene Druck machen und bitte daher um die Unterstützung des Amtsausschusses für die Resolution. Er wolle das Thema auch bei der Deichschau am 10. November ansprechen. „Wehret den Anfängen. Laut Generalplan Küstenschutz hat Küstenschutz Vorrang vor dem Naturschutz.“

Wilfried Massow aus Oldenswort schlug vor, Vertreter des LKN in den Ausschuss einzuladen. Amtsdirektor Herbert Lorenzen erklärte, dass auch das Amt offiziell nicht beteiligt worden sei. „Das LKN ist der Auffassung, dass es sich beim Vorland nicht um kommunale Flächen handelt. Das wird nun geprüft, das Ergebnis könnte weitreichende Folgen haben. Das Innenministerium sagt, dass die Flächen kommunalisiert worden sind. Aber es gibt keine Rechtsmittel, in das abgeschlossene Verfahren einzusteigen.“ Man könne nur in Verhandlungen versuchen zu erreichen, dass einzelne Schritte noch überdacht werden. Kurt Kahlke (St. Peter-Ording) erinnerte daran, dass es vor 25 Jahren Thema war, dass die Flächen kommunalisiert worden seien. „Aber das Umweltministerium ist anderer Auffassung“, so Lorenzen. „Das Areal ist katastermäßig erfasst. Es ist ein Flurstück mit Nummer, das der Gemeinde zugeordnet ist. Das ganze Vorgehen macht mich sprachlos“, erklärte Olaf Dircks.

Einstimmig sprach sich der Amtsausschuss dafür aus, die Resolution zu unterstützen, die auch an den Kreistag geht. In dem Schreiben heißt es: „Die geplante Abtragung des Schafbergs und die Vernässung der Salzwiesen im Vorland von Westerhever stellen eine Verschlechterung des Küstenschutzes im Bereich Westerhever und der Tümlauer Bucht zugunsten des Naturschutzes dar. Der Amtsausschuss fordert die Landesregierung auf, den Plan Deichverstärkung Geestanschluss Hattstedter Marsch im Bereich Ausgleich für die Natur aufzuheben und Alternativen zu erarbeiten.“

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erstellt am 20.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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