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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 12:41 Uhr

einsatz in Witzwort : Dramatische Rettungsaktion für ein Pferd

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Aus eigener Kraft konnte sich ein Wallach nicht mehr aus dem Graben befreien. Die Feuerwehr Witzwort und ein Tierarzt retteten das total erschöpfte Tier. Der Einsatz dauerte zwei Stunden.

Die Feuerwehr war mit zwei Fahrzeugen und 15-köpfiger Besatzung in zehn Minuten vor Ort – ein Tierarzt konnte aber erst nach 52 Minuten im 25 Kilometer entfernten Viöl erreicht werden. Er wurde dringend auf einer Koppel an der Straße Norddeich in Witzwort gebraucht. Gestern gegen 15 Uhr hatten Passanten ein in einem trockenen Graben liegendes Pferd entdeckt. Es lag so unglücklich auf der Seite, dass es nicht aus eigener Kraft aufstehen konnte. Über Notruf wurde die zentrale Leitstelle in Harrislee verständigt, die die Feuerwehr Witzwort alarmierte. Wehrführer Dierk Hansen, sein Stellvertreter Andreas Lesch sowie
13 weitere Feuerwehrleute eilten mit zwei Einsatzfahrzeugen an die Unglücksstelle.

Mit dicken B-Schläuchen versuchten sie, den braunen Wallach aus dem Graben zu ziehen. Mehrere kräftezehrende Anläufe scheiterten. Verzweifelt wurde versucht, über die Nummer 112 der Kommunalen Leitstelle einen Tierarzt zu erreichen. Doch die Mitarbeiter dort erklärten, dass dies nicht ihre Aufgabe sei, wenn ein Tierhalter vor Ort ist. Das war der Fall – die Pferdebesitzerin war zugegen. Nach weiteren Anrufen bei Tierärzten in der umliegenden Region stellte ein Feuerwehrmann fest: „Entweder sind sie im Urlaub, krank oder nicht mehr dienstbereit.“ An der Einsatzstelle hatten sich mittlerweile Unruhe und Verzweiflung breitgemacht. „Wir haben hier draußen doch keine Telefonbücher als Nachschlagewerke parat“, schüttelte Wehrführer Dierk Hansen den Kopf. Mit dem achten Anruf erreichte sein Kollege dann einen Tierarzt in Viöl, der sich sofort auf den Weg machen konnte.

Nach der Gabe von Beruhigungs- und Schmerzmitteln ließ er erneut dicke B-Schläuche unter dem Pferd hindurchziehen. Mittlerweile war auch ein schwerer Ackerschlepper eingetroffen. Mit reichlich Manpower und vorsichtigem Anheben durch den Traktor gelang es, den Wallach aus dem Graben nach oben auf eine Wiese zu ziehen. Und dort ließ sich das Tier dann tatsächlich auf die Beine stellen, wenn auch noch sehr wackelig und auf Stützung der Feuerwehrleute angewiesen. Das erschöpfte Pferd wurde mit Infusionen weiter behandelt. Der Einsatz nahm rund zwei Stunden in Anspruch – danach wurde auch die voll gesperrte Straße wieder freigegeben.

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