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Husumer Nachrichten

23. März 2017 | 11:32 Uhr

Husumer Planungen : Dockkoog: Neuer Antrag – alte Argumente

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die SPD möchte in Sachen Dockkoog Planungssicherheit – und nicht mehr über die Hallig reden.

Sie hatten wahrscheinlich mehr erwartet, die zahlreichen Husumer, die am Mittwoch zur Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses gekommen waren. Schließlich stand der Dockkoog auf der Tagesordnung – das Thema, über das die Stadt seit Monaten diskutiert.

Doch Erklärungen, Hintergrundinformationen oder neue Erkenntnisse bot die Politik ihnen nicht. Die SPD-Fraktion bekräftigte noch einmal ihre Haltung, über eine Husumer Hallig nicht weiter diskutieren zu wollen. Und legte einen Antrag zur Information vor, über den – so der Wunsch – im Mai die Stadtvertretung positiv bescheiden möge. Inhaltlich bietet dieser Antrag nicht wirklich viel Neues. Wie die SPD selbst formuliert hat, soll er den vom Umwelt-und Planungsausschuss schon im vergangenen November gefassten Beschluss bekräftigen. Damals hatte die Politik mehrheitlich beschlossen, dass drei Planungsbüros in einem Wettbewerb erarbeiten sollen, wie es im Dockkoog weitergeht. Voraussetzungen: Die bisherige Deichlinie wird verstärkt, und es steht Platz für ein Hotel und Parkflächen zur Verfügung. Zudem muss es die Möglichkeit geben, weitere touristische Angebote, wie beispielsweise einen Campingplatz, zu errichten.

Nun zum Antrag 2.0, der, wie es Ausschussvorsitzender Ulf von Hielmcrone (SPD) beschrieb, etwas „nachgeschärft“ worden sei. Denn die Politik hätte durch eine Veranstaltung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland wichtige neue Erkenntnisse erlangt: „Wir haben gelernt, dass keine Investoren kommen, wenn es für das Gebiet keine Planungssicherheit gibt“, fasste von Hielmcrone zusammen. Für diese Planungssicherheit legt der Antrag nun fest, dass das Gebiet hinter dem Deich im Flächennutzungsplan als Sondergebiet für touristische Nutzung festgelegt wird. Danach soll die Bauleitplanung auf den Weg gebracht werden. Die Hoffnung der SPD ist es, dass dieser Antrag in der Sitzung der Stadtvertretung am 18. Mai interfraktionell abgestimmt werden kann.

Die Idee einer Husumer Hallig ploppte in der Sitzung dann aber doch noch kurz auf. Frank Hofeditz (Grüne) konnte es angesichts des Antrags nicht lassen, doch noch ein paar „Denkanstöße“ vorzutragen.

Er startete mit einem Aufruf an mögliche Hotel-Investoren, sich beizeiten aus der Deckung zu wagen und zu kommunizieren, was ihnen lieber wäre: das klassische Modell oder die Hallig.

Zudem hätten ja Husumer Hoteliers in einem Zeitungsartikel einhellig erklärt, dass die Zimmer eines Hotelneubaus Meerblick haben müssten. „Das bedeutet für mich, dass die Hotels auch hinter dem Deich auf einer Warft gebaut werden müssten.“ Deshalb bräuchte die Stadt Klarheit darüber, wo der Boden hergeschafft werden solle, der für diese Arbeiten gebraucht werde. Hofeditz schätzt, dass für die klassische Variante rund doppelt so viel Boden benötigt wird, wie bei der Halligvariante.

Während Horst Bauer (SPD) in die Hallig-Diskussion nicht einsteigen wollte, erklärte sich Martin Kindl (CDU) dazu: Der Mut, neue Wege zu gehen und die Bereitschaft, Investitionen zu tätigen und Risiken einzugehen, dürfe bei der Entscheidungsfindung der Politik nicht fehlen. Allerdings müsse das wirtschaftliche Risiko auch abgewogen werden. Beim Bau einer Hallig aber sei nicht absehbar, welche Kosten auf die Stadt zukämen. Schließlich würde dann höchstwahrscheinlich die Hallig, aber auch Teile des Deiches in den Verantwortungsbereich der Stadt fallen.

In den kommenden Wochen haben die Fraktionen nun Zeit, sich zu überlegen, ob sie sich dem SPD-Antrag anschließen wollen.

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erstellt am 03.Mär.2017 | 07:00 Uhr

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