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Husumer Nachrichten

20. Februar 2017 | 12:03 Uhr

Produktnamen : Dinge, die den Namen Husum tragen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Produkte, die den Namen „Husum“ tragen, gibt es viele. In der Regel sind sie grau und abwischbar.

Was haben ein Kinderstiefel, ein Teppich, eine Schrankwand mit Birkenfurnier und ein wetterfester Sonnenschirm gemeinsam? Sie heißen alle Husum. Wer im Netz nach Dingen sucht, die den prächtigen Namen der Storm-Stadt tragen, findet eine zunächst leicht absurd anmutende Produkt-Mischung. Eines ist gleich klar: Mit Glamour verbindet man in der Marketingwelt den Namen Husum offenbar nicht wirklich. Stattdessen scheint in „Husum“-Produkten das alte Klischee der grauen Stadt am Meer weiter zu leben: So ist der oben genannte Teppichboden „Husum“, grau wie das Watt, 19,90 Euro pro Quadratmeter, „unempfindlich, leicht zu reinigen, strapazierfähig“.

„Husum“ – der perfekte Name für praktische Dinge: So wie für den robust wirkenden „Husum“-Mädchenschuh der schwedischen Firma Kavat oder den Kleiderschrank „Husum“ mit abwischbarem Funier. Verdächtig häufig sind Dinge, die Husum im Namen tragen, grau: Das Schlafsofa „Husum“ („grau-anthrazit“) beispielsweise oder der gleichnamige Sichtzaun („Fichte, grau lasiert“).

Etwas farbenfroher kommen die „Husum“-Sonnenschirme der Firma Zangenberg daher. Hier hat man sich bei der Namensgebung vor 20 Jahren von den Gegebenheiten im echten Husum inspirieren lassen, weiß Johannes Bertke vom Vertrieb der Sonnenschirm-Firma: „Unser Modell Husum hat ein relativ robustes Eisengestell, so dass es gut in den windigen Norden passt“, so Bertke, „außerdem haben wir ihn so bespannt, dass er auch den einen oder anderen Regenschauer aushält.“

Dass Dinge, die Ortsnamen tragen, mit derartig viel Sinn und Verstand benannt werden, ist allerdings eher die Ausnahme: Weil Ortsnamen markenrechtlich nicht geschützt sind, müssen Hersteller nicht lange prüfen, ob der Name „Bonn“, „Stade“ oder „Husum“ für den Schreibtischstuhl nicht vielleicht schon besetzt ist. Das bestätigt Mark Alsen, Mitarbeiter der Firma Strandkorbwerk, die unter anderem die Polyrattan-Sitzgruppe „Husum“ vertreibt. „Die Namensgebung ist willkürlich, da steckt kein System dahinter“, erklärt Alsen.

Weil Ortsnamen so einfach genutzt werden können, gibt es wohl für jede Stadt in Deutschland eine Reihe von Produkten, die ihren Namen trägt.

Besonders beliebt ist die örtliche Namensgebung offenbar auch bei Dingen, die mit dem Baugewerbe zusammenhängen. So finden sich in der Google-Produktsuche der Sicherheits-Arbeitsschuh „Niebüll“ oder der 1600-Watt-Profi-Mörtelrührer „Nordstrand“. Nordstrand scheint ohnehin ein gern gewählter Produktname zu sein: Den Namen der Halbinsel trägt beispielsweise ein Fahrradständer, ein Gartenteich-Becken („Granit-Opitk“), ein Styropor-Schneider – aber auch ein Strandkorb, ein Herrenbademantel und recht teure Bettwäsche aus „extra langstapeligem SwissCotton“.

Bei der Produktsuche scheint sich auf den ersten Blick folgender Trend abzuzeichnen: Je touristischer die Region, desto lieblicher die Dinge, die nach ihnen benannt sind. Selbst die kleine Insel Pellworm ist Namensgeberin für Deko-Vorhänge, einen Damenbademantel oder eine Softshell-Jacke. Allerdings scheint die nordfriesische Insel- und Hallig-Welt gleichzeitig beliebt bei Namensgebern von Elektro-Scootern: „Mobil im Alter“ mit ganzen sechs km/h Geschwindigkeit können Rentner mit den Modellen „Pellworm“, „Hooge“ oder „Südfall“ sein.

Deutlich schneller ist der Airbus A321 der Lufthansa , der 1996 auf den Namen „Husum“ getauft worden ist. Ein Alleinstellungsmerkmal hat die Storm-Stadt damit allerdings nicht: Sehr viele deutsche Städte, auch Flensburg, Rendsburg, Heide, Kiel oder Neumünster, haben einem Lufthansa-Flugzeug ihren Namen gegeben.

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erstellt am 02.Jul.2016 | 17:34 Uhr

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