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Husumer Nachrichten

28. September 2016 | 05:25 Uhr

Stammtisch des Wirtschaftskreises : Die Wünsche der Husumer Wirtschaft

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Beim Stammtisch des Husumer Wirtschaftskreises ging es um aktuelle politische Themen – und um die Frage, ob man Kämpfe besser am Rednerpult oder am Verhandlungstisch ausficht.

Man könnte es als Auftaktfeier der politischen Saison betrachten: Nachdem die politischen Gremien ihre Arbeit in den vergangenen zwei Wochen wieder aufgenommen haben, kamen am Mittwochabend beim Stammtisch des Wirtschaftskreises mehr als hundert Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammen und diskutierten über Baustellen, mit denen sich Husum in den kommenden Monaten beschäftigen muss.

Welche das aus Sicht der Husumer Wirtschaft sind, erläuterte Peter Cohrs als Vorsitzender der Werbegemeinschaft in seiner Begrüßungsrede: Ausbau der B5, Wohnungsbau, verbesserte touristische Infrastruktur und die Neugestaltung des Dockkoogs.

So weit, so bekannt. Interessanter war da angesichts der Wahl im kommenden Jahr schon das Bekenntnis der Husumer Wirtschaft zu Uwe Schmitz als Bürgermeister. Mit seiner Arbeit sei die Wirtschaft recht zufrieden. Allerdings machte Cohrs auch deutlich, dass er sich wünsche, der Bürgermeister möge sein Selbstbild überdenken und künftig stärker als politischer Gestalter agieren. Der Geschäftsmann bezog sich dabei auf Äußerungen des Verwaltungs-Chefs in unserer Zeitung, wonach er sich vor allem als Verwaltungsbeamter betrachte. Die Wirtschaft, erklärte Cohrs, hoffe nun darauf, dass Schmitz „stärker unternehmerisch im Sinne der Stadt agiere“ und bei wichtigen Themen eine klare Position vertrete. Als Beispiel nannte er die Gestaltung des Dockkooges, über die der Umwelt- und Planungsausschuss Ende des Monats berät. Dort möge man nicht denjenigen das Feld überlassen, die wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, forderte der Geschäftsmann: „Denn wenn es nach diesen Menschen geht, ist eine zukunftsträchtige Entwicklung nicht möglich.“ Auch Johannes Oelerich ergriff in Sachen Dockkoog das Wort: „Ich kann nur hoffen, dass sich die Politik wertfrei und unvoreingenommen mit den vier Varianten auseinandersetzt, die die zuständige Arbeitsgruppe entwickelt hat“, sagte der Leiter des Landesamts für Küstenschutz. Die SPD- und CDU-Fraktion hatten im Vorfeld beschlossen, dass sie zwei der vier Umgestaltungs-Varianten nicht näher in Betracht ziehen wollen (wir berichteten).

In eigener Sache griff Bürgermeister Uwe Schmitz zum Mikrofon: Er stimme der Wirtschaft zu, dass die genannten Themenfelder wichtig seien und auf seiner Agenda stünden – aber es seien auch nicht die einzigen wichtigen Themen, mit denen sich Verwaltung und Politik beschäftigen müssten.

In Richtung Peter Cohrs fügte er hinzu: „Sie geben sich oft sehr kämpferisch, ich bin da etwas anders gestrickt. Ich glaube, dass sich Erfolge nicht auf einem Schlachtfeld oder am Rednerpult, sondern vielmehr am Verhandlungstisch erzielen lassen.“

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erstellt am 22.Sep.2016 | 09:00 Uhr

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