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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 00:31 Uhr

Gemeinschaftsprojekt : Die Welt ein bisschen bunter machen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bewohner einer Behinderten-Hausgemeinschaft in der Woldsenstraße in Husum und Hermann-Tast-Schüler gestalten zusammen eine Hauswand. Die Motive haben sie gemeinsam erarbeitet.

Noch sind es viele einzelne Motive, die auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammenpassen. Doch wenn in ein paar Wochen alles fertig ist, wird ein buntes Gesamtkunstwerk die einst so triste graue Hauswand zieren. Was derzeit im Innenhof der Hausgemeinschaft Woldenstraße 53-55 entsteht, ist ein Gemälde, in dem sich die auf unterschiedliche Weise gehandicapten jungen Menschen wiederfinden können. Schließlich durften sie schon bei der Motivauswahl ein Wörtchen mitreden. Und damit das Ganze am Ende auch richtig schön aussieht, waren Kunstschüler des zehnten Jahrgangs der Hermann-Tast-Schule (HTS) von Beginn an aktiv beteiligt. Beim gemeinsamen Malen mit den Behinderten lenken sie das Projekt mit Kunstverstand und Feingefühl behutsam in die richtigen Bahnen.

Die Idee zu diesem farbenfrohen Vorhaben hatte Bärbel Lüdemann, deren Sohn Gernot (25) gern in dieser betreuten Gemeinschaft lebt. Ihr Vorschlag, die graue Mauer des Nachbarhauses bunt zu bemalen, sorgte nicht nur bei ihrem Sohn, sondern auch bei der Besitzerin des Hauses für Begeisterung. Als einzige Bedingung wünschte sich diese einen Engel im Giebel. „Nichts leichter als das“, meinte HTS-Kunstlehrer Matthias Leßmann, der sich bereits im Herbst vergangenen Jahres mit seinen Schülern darangemacht hatte, ein entsprechendes Konzept zu entwickeln. Die dabei entstandenen Entwürfe werden nun immer freitags von je zehn Kunstschülern gemeinsam mit den Bewohnern der Woldsenstraße 53  -  55 umgesetzt. Und die greifen unter Anleitung ihrer Erzieherin Anke Krakow umsio beherzter zu Pinsel und Farbe.

„Zu einem Drittel sind wir jetzt in etwa fertig“, sagt Matthias Leßmann, während seine Schüler ihren jungen Malerkollegen umsichtig auf das Gerüst helfen. Nicht jeder fühlt sich wohl – so hoch oben. Aber für jene, die lieber festen Boden unter den Füßen haben, gibt es auch unten noch eine Menge zu tun. Ein junger Mann arbeitet hochkonzentriert an einem fantasievollen Porträt, während neben ihm drei Jungs die Fußballecke vervollständigen: Der FC Bayern und Borussia Dortmund sind schon vertreten. Nun kann es Hendrik kaum erwarten, auch den HSV hinzuzufügen. Lars hingegen hat sich für ein farbenfrohes Himmelsbild mit Regenbogen und Fischen entschieden und freut sich, dass ihm zwei der HTS-Mädels dabei helfen, mit grünen Pinselstrichen die Verbindung zur Erde zu schaffen. Dass dieses Projekt Spaß macht, ist in jedem einzelnen Gesicht abzulesen.

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