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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 03:28 Uhr

Wetter für Husum : Die Vorhersage entsteht im Kopf

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Lars Rohwer studiert Meteorologie – und bietet ganz spezielle Wetterprognosen für Husum und Umgebung an.

Er ist der Wettermann der Husumer Nachrichten für die Hafentage und auch sonst immer wieder für eine spannende Wetter-Geschichte gut: Lars Rohwer, gebürtiger Husumer und gerade wieder in die alte Heimat zurückgezogen, hat die meteorologischen Bedingungen der Storm-Stadt und ihrer Umgebung zum Geschäftsmodell gemacht. Mit seinem Unternehmen WetterQuelle bietet der angehende Meteorologe – die Bachelor-Prüfung an der Universität Hamburg steht bald bevor – gleich zwei Internet-Seiten an, auf der sich Bewohner oder Gäste der Region über schöne Tage oder drohende Unwetter informieren können: www.husumwetter.de und www.wetterwarnungen-norddeutschland.de.

Erfahrung hat Rohwer schon in Hamburg gesammelt: „Bei einem örtlichen Wetterdienstleister habe ich acht Monate als fest angestellter Medienmeteorologe gearbeitet und mein Studium dafür unterbrochen.“ Das hat ihn auf den Geschmack mit der regionalen Vorhersage gebracht. „Und jetzt will ich versuchen, mich in diesem Bereich selbständig zu machen.“

Dabei ist die Erstellung lokal begrenzter Vorhersagen wesentlich schwieriger als für große Regionen: „Jede Vorhersage basiert im Prinzip auf physikalischen Modellen, die alle relevanten Einflüsse wie Temperatur, Luftdruck, Dichte sowie Windrichtung und -geschwindigkeit berücksichtigen, von Groß-Computern berechnet und von verschiedenen Wetterdiensten angeboten werden.“ So werde zum Beispiel das amerikanische Modell GFS (Global Forecast System) der Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde der USA gerne als Grundlage genutzt, weil die vier Mal pro Tag neu berechneten Daten frei erhältlich seien.

Nur: Für regionale oder gar lokale Vorhersagen eignen sich die globalen Daten nicht: „Das Problem ist die Auflösung“, erläutert Rohwer. „Husum und Tönning zum Beispiel sind für GFS ein und derselbe Punkt auf der Landkarte.“ Er nutze daher als Basis ein europäisches Wettermodell, bei dem die Auflösung schon die Hälfte der Entfernung zwischen Husum und Tönning beträgt und kombiniert dessen Ergebnisse mit einem britischen System, dass eine Genauigkeit von vier Kilometern besitzt.

Die Rechner-Ergebnisse allein vermitteln allerdings noch keine verlässliche Aussage: „Man muss dazu wissen, wie die Modelle reagieren, denn gerade in Küstenregionen herrschen ganz andere Bedingungen als im Inland.“ Er sehe sich daher die Daten genau an und interpretiere sie aufgrund seiner Erfahrung mit den Verhältnissen in Nordfriesland. „Die eigentliche Vorhersage entsteht so in meinem Kopf.“

Und ist damit zumeist noch treffgenauer als die Prognosen des dänischen Wetterdienstes, die ansonsten unter Nordfriesen als Geheimtipp gelten. Das ist auch der Grund, warum Rohwer auf sein Bachelor-Studium nicht noch einen Master-Studiengang draufsatteln will: „Das brauche ich für meine angestrebte Tätigkeit nicht.“

Was er stattdessen braucht, sind Werbepartner für seinen Internet-Auftritt, der schon ein paar tausend Besucher täglich aufweisen kann: „Da arbeite ich mit dem Husumer Büro Klarekante zusammen. Und Interessenten für Werbung und speziell zugeschnittene Vorhersagen – zum Beispiel für Firmenkunden – können sich unter www.husumwetter.de/premium  melden.“ Auch eine Husum-Wetter-App für iPhones und Android-Smartphones lässt sich schon herunterladen.

Künftigen Generationen in der Storm-Stadt will Rohwer die Geheimnisse der Meteorologie ebenfalls näher bringen: „Anfang des Jahres habe ich Workshops zu Wetter- und Klimakunde für die achten Klassen der Hermann-Tast-Schule veranstaltet“, erzählt er. Womit sich der Kreis für ihn auch wieder geschlossen hat, denn an dieser Schule machte er selber im Jahr 2011 sein Abitur. Lars Rohwer ist eben tatsächlich in jeder Hinsicht sehr lokal verankert.

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erstellt am 08.Sep.2016 | 07:00 Uhr

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