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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 13:21 Uhr

Besonders ein Problem für Touristen : Die Suche nach einem stillen Örtchen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Husum fehlt es an öffentlichen Toiletten direkt im Zentrum. 2017 soll es deshalb im Schlossgang wieder eine WC-Anlage geben.

Spätestens seit der endgültigen Schließung der stillen Örtchen im Schlossgang vor zwei Jahren gibt es in der Hafenstadt ein drängendes Problem: Nicht nur Einheimische, auch Touristen und Reisegruppen geraten immer wieder in Not, weil sie mitten im Zentrum – dort, wo vor allem Ortsfremde ganz bestimmt eine öffentliche Toilette vermuten würden – vergeblich nach einer adäquaten Örtlichkeit suchen.

Zwar betreibt die Stadt Husum noch drei weitere öffentliche Anlagen, doch die sind aus zwei Gründen unattraktiv: Das WC-Häuschen am Rande des Schlossparks liegt etwas versteckt hinter hohen Büschen. Insbesondere Frauen machen lieber einen großen Boden um diese Adresse, da sie auch bei trinkfreudigen Zeitgenossen beliebt ist. Und die anderen WC sind schlichtweg zu weit entfernt: Wer gut zu Fuß ist, braucht etwa zehn Minuten vom Markt bis zu den Toiletten am Außenhafen, wobei diese nur von April bis Oktober geöffnet sind. Die sanitären Anlagen am Dockkoog (drei Kilometer entfernt) und in Schobüll (fünf Kilometer) sind nur mit dem Auto zu erreichen.

Fakt ist: Wenn die Blase drückt, können die wenigsten Menschen noch einen so weiten Weg auf sich nehmen. Zumal sie nie sicher sein können, dass dieses WC dann auch betriebsbereit ist, obwohl es von der Stadt zweimal täglich gereinigt wird. Denn leider gibt es Zeitgenossen, die das Klo ganz bewusst verdreckt hinterlassen oder gar zerstören. Klüger ist deshalb, wer sich beim Besuch der Storm-Stadt auf eigene Faust nach einem stillen Örtchen umschaut. Schade nur, dass diese Gäste Husum danach nicht unbedingt in bester Erinnerung behalten werden.

Dabei ist das Problem nicht neu: Schon lange vor der endgültigen Schließung der Schlossgang-Toiletten stritten Politik und Verwaltung um die Frage, ob die alten WCs saniert oder an anderer Stelle neu errichtet werden sollen. Die Stadt bemühte sich zwischenzeitlich um eine Entschärfung der Lage, und so stellen Husumer Betriebe seit 2013 im Rahmen der Aktion „Nette Toilette“ ihre Sanitärbereiche für die Öffentlichkeit zur Verfügung – zu erkennen an einem entsprechenden Logo an der Eingangstür. Das funktioniert in der Praxis oft ganz gut, manchmal aber auch nicht. Irgendwann reißt eben auch dem gutmütigsten Geschäftsinhaber der Geduldsfaden, wenn sich auf seinem stillen Örtchen mehr Leute tummeln als vor seiner Ladenkasse. Abgesehen davon haben viele Menschen Hemmungen, ein Restaurant nur zum Toilettengang zu betreten – also setzen sie sich anstandshalber hin, um einen Kaffee zu trinken. Später stehen sie möglicherweise wieder vor dem gleichen Problem. Und das wird nach Ladenschluss und am Wochenende noch drängender.

Auch deshalb werden die Forderungen immer lauter, Husums City möge in diesem Punkt besucherfreundlicher werden. Das Ziel ist klar: Toiletten in der Nähe des Marktplatzes und der Tourist-Info, die barrierefrei und 24 Stunden nutzbar sind, die regelmäßig gereinigt werden und auch von Reisebussen gut angefahren werden können.

Diesbezüglich hat Christine Friedrichsen vom Gebäudemanagement der Stadt Husum endlich gute Nachrichten. Wie sie auf Anfrage mitteilte, wird es spätestens ab 2017 im Schlossgang wieder öffentliche Toiletten geben: „Das wird eine richtig gute WC-Anlage mit viel Edelstahl zum Schutz vor Vandalismus und Verunreinigungen – ähnlich wie auf Autobahn-Rastplätzen.“ Die Bauarbeiten beginnen im August und werden etwa drei Monate in Anspruch nehmen, sodass mit der Inbetriebnahme schon zum Jahresende zu rechnen ist. „Gleichzeitig läuft das ‚Nette Toilette-Projekt‘ aus“, sagt Friedrichsen und weist zum Schluss noch auf die Kosten hin, die von der Stadt für die Reinigung veranschlagt werden: rund 80.000 Euro pro Jahr.

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