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Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 13:05 Uhr

Keine Bebauung : Die Neue Freiheit bleibt Parkfläche

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Durch die Entspannung in der Flüchtlingslage ist die Bebauung mit Einfachhäusern nach dem Kieler Modell auf der Neuen Freiheit in Husum vom Tisch.

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass die Neue Freiheit zum Zankapfel wurde. Waren sich SPD und CDU bis dahin einig, das als Parkfläche für Kreis- und Krankenhaus genutzte Areal keinesfalls einzuschränken, rückten die Husumer Sozialdemokraten unter dem Druck des damals zu erwartenden Flüchtlingsstroms von ihrem Standpunkt ab und waren bereit, einen Teil des Platzes als Bauland herauszugeben – „wenn auch schweren Herzens“, wie sich SPD-Fraktionschef Horst Bauer damals ausdrückte. Häuser nach dem sogenannten Kieler Modell sollten hier als Flüchtlingsunterkünfte entstehen – einfach gehaltene Bauten, gefördert aus Landesmitteln, die später anderen Zwecken zugeführt werden konnten. Schon in der Phase der ersten Gedankenspiele bekundete das benachbarte Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk Interesse an einer späteren Übernahme der dort geplanten Wohnungen.

Alles Schnee von gestern: Im Vorbericht zur ersten Nachtragshaushaltssatzung der Stadt für das Haushaltsjahr, der am Donnerstag, 13. Oktober, vom Stadtverordnetenkollegium beschlossen werden soll, steht unter der Rubrik Produkte als Punkt c) 522020 – Städtische Wohnungen: „Wegen der Rückläufigkeit der Flüchtlingszahlen und nicht vorhandener Wirtschaftlichkeit ist der Bau von zwei Stadtvillen auf der Neuen Freiheit für die Unterbringung von Asylsuchenden gestoppt worden. Eine Stornierung des Haushaltsansatzes in Höhe von 3.450.000 Euro ist daher möglich. An Vermessungskosten und Planungskosten sind beziehungsweise werden Kosten in Höhe von 150.000 Euro entstehen, die als Ansatz verbleiben.“ Und Kämmerer Dirk Pohlmann konnte sich auf der jüngsten Hauptausschusssitzung darüber freuen, „dass damit auch die Erschließungsstraße für dieses Bauvorhaben nicht angelegt werden muss“ – eine weitere Ersparnis für das Stadtsäckel.

„Die Bebauung auf der Neuen Freiheit ist komplett vom Tisch“, bestätigte Bauamtsleiter Jörg Schlindwein auf Nachfrage unserer Zeitung. Alles nicht mehr nötig: Die Flüchtlingssituation habe sich ganz anders entwickelt als noch vor einem Jahr prophezeit. Allerdings: „Die Pläne dafür liegen jetzt fertig in der Schublade. Wenn sich die Situation erneut ändert, können wir sie bei Bedarf unverzüglich herausziehen.“

Das jetzt zunächst aber erst einmal gar nichts passiert, freut nicht nur die vielen Autofahrer, die dort parken wollen, sondern auch die Husumer CDU: „Wir sind sehr froh darüber, dass eine Bebauung der Neuen Freiheit durch die Entspannung in der Flüchtlingsfrage nicht mehr notwendig ist“, sagt Fraktionschef Christian Czock. „Denn so lange es keine Park-Alternativen gibt, brauchen wir den Platz dort für die Pendler. Da kann man nicht einfach so ein Drittel davon zubauen.“

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erstellt am 11.Okt.2016 | 09:00 Uhr

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