zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 13:03 Uhr

Ferienwohnungen in St. Peter-Ording : Die Masse bucht lokal

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Online-Vermieter wie Airbnb spielen in St. Peter-Ording eine untergeordnete Rolle. Die meisten Anfragen laufen über die überarbeitete Homepage der Tourismus-Zentrale.

Tippt man St. Peter-Ording auf der Website des Online-Vermieters Airbnb in das Suchfenster, bekommt man die komplette Auswahl: Mehr als 300 Angebote, vom kleinen Zimmer bis zum mehr als 300 Quadratmeter großen Ferienhaus für 22 Personen, werden aufgeführt, 65 Euro kostet die Übernachtung im Durchschnitt. Dabei war die ursprüngliche Idee der Seite, dass ausschließlich private Gastgeber leerstehende Zimmer anbieten können.

Doch das Angebot des 2008 in San Francisco gegründeten Unternehmens hat sich längst verändert – und zieht in vielen Regionen deswegen auch die Kritik auf sich (wir berichteten). Aus Städten wie Berlin gibt es Berichte, dass sich der Markt für Mieter verändert, weil Touristen ihnen die Wohnungen streitig machen. Anderswo drohen Rückgänge beim Buchungsgeschäft der lokalen Tourismus-Organisationen. „Die Übernachtungspreise bei Airbnb liegen im Vergleich zum klassischen Hotel oft bei knapp der Hälfte“, sagt der Landes-Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Stefan Scholtis. Während Hotels zahlreiche Auflagen erfüllen müssen, gilt dies für die offiziell privat vermieteten Zimmer und Wohnungen nicht. Und Airbnb mit seinen nach eigenen Angaben zwei Millionen Inseraten in 190 Länder boomt.

In St. Peter-Ording sorgen diese Online-Vermieter allerdings noch nicht für Kopfschmerzen, sagt die stellvertretende Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff. Erst im November war die Website www.st-peter-ording.de der Tourismus-Zentrale (TZ) komplett überholt online gegangen. Seit vergangenen Februar bietet diese bereits ein neues Reservierungssystem an, das den Kunden auch ermöglicht, über externe Anbieter zu buchen. „Es ist sinnvoll, sich professionell aufzustellen“, sagt Höfinghoff.

Schon in den Jahren zuvor hatte die TZ stets von einer gestiegenen Nachfrage im Internet berichtet – einerseits als Informationsquelle über das Nordseebad, andererseits auch bei den Buchungen. „Wir wollen die Wertschöpfungskette innerhalb der Region halten“, sagt die stellvertretende Tourismus-Direktorin. Und der Erfolg ist bereits sichtbar: Für den Zeitraum von Januar bis April 2016 gab es im Vergleich zum Vorjahr bereits einen Zuwachs von 54 Prozent an Buchungen, sagt sie. 3200 Mietverträge sind seit Beginn des Jahres bereits eingegangen. Allein bei den eigenen Anbietern gibt es einen Zuwachs von 32 Prozent. Denn nicht nur die Nachfrage ist mit der neuen Seite gestiegen – auch die Auswahl an Vermietern und Objekten habe durch die neue Homepage deutlich zugenommen. „Wir beobachten den Wettbewerb, aber wir sind weit davon entfernt, in Panik zu geraten“, sagt Höfinghoff.

Auch Renate Laubenstein vermietet gemeinsam mit ihrer Tochter Tanja Laubenstein vier Wohnungen in St. Peter Ording. Seit etwa einem Jahr ist sie ebenfalls bei Airbnb angemeldet – doch die Nachfrage von dort hält sich in Grenzen, sagt sie. Renate Laubensteins Gäste kommen vor allem über den Airbnb-Konkurrenten Wimdu – oder über die Tourismus-Zentrale. Bei ihrer Tochter ist es umgekehrt. „Es hängt davon ab, mit welchem Portal man sich stärker beschäftigt“, sagt sie. „Und das ist bei mir vor allem Airbnb.“ Doch in einem gibt es bei beiden keine Unterschiede: „Sobald die Gäste die Wohnungen kennen, buchen sie sowieso direkt über uns“, sagt Renate Laubenstein.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Mai.2016 | 11:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen