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Husumer Nachrichten

27. April 2017 | 18:57 Uhr

Neuer Treffpunkt : Die Jugend ist gefragt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei der Fusion von Offener Ganztagsschule und Jugendzentrum in St. Peter-Ording ist der Nachwuchs aktiv dabei. Auch künftig soll er stärker mit einbezogen werden.

Es tut sich einiges in der Jugendarbeit in St. Peter-Ording. Ein zentrales Projekt in diesem Jahr ist der Neubau und die Fusion des Jugendzentrums und der Offenen Ganztagsschule (OGTS) an der Nordseeschule. Der Anfang ist gemacht mit dem Abriss des bisherigen Gebäudes der OGTS auf dem Gelände des Nordseegymnasiums (ehemaliges Haus Hoffmann). Am pädagogischen Konzept arbeiten Schulsozialarbeiterin Sandra Philippsen und Jugendzentrumsleiter Daniel Schädler. Er sagte in der Sitzung des Jugend- und Kulturausschusses: „Da sind wir auf einem guten Weg. Es passt ganz viel, auch was die Einbeziehung der Jugendlichen betrifft.“ Zwecks Partizipation wurde eigens ein Schülergremium aus Vertretern des Jugendzentrums und der OGTS zusammengestellt. Sie beteiligen sich unter anderem an der Auswahl von Mobiliar und den Namen der künftigen Einrichtung. Für Mitte des Jahres ist ein Logowettbewerb geplant.

Mit der Fusion sollen mehr Betreuungsangebote ermöglicht werden, es wären zwei Betreuer vor Ort, nämlich Daniel Schädler und Sandra Philippsen von der OGTS, und es würde mehr Platz geschaffen. Gerade der OGTS war es in ihrem alten Domizil zu eng geworden. Ermöglicht wurde das Projekt durch den Gewinn eines Wettbewerbs im vergangenen Jahr. Der Neubau wird veranschlagt mit Kosten in Höhe von mehr als einer Million Euro. Ein Zuschuss von 667  000 Euro ist dank des ersten Platzes gesichert. Bürgermeister Rainer Balsmeier sieht in diesem Projekt einen sehr wichtigen Beitrag zur Sicherung des Schulstandortes. Neben der Gemeinde beteiligt sich auch der Schulverband Eiderstedt, der Träger der Nordseeschule ist.

Aber nicht nur an der Fusion der beiden Einrichtungen beteiligen sich die Kinder und Jugendlichen im Badeort. Sie sollen generell aktiv ins Gemeindeleben einbezogen werden. Denn inzwischen wird eine finanzielle Förderung von Baumaßnahmen und Projekten zunehmend von einer tatsächlichen und auch frühzeitigen Beteiligung von Kindern und Jugendlichen abhängig gemacht. Hintergrund ist die UN-Kinderrechtskonvention, die in Artikel 12 festgelegt hat, dass Kinder und Jugendliche in allen sie berührenden Angelegenheiten in angemessener Weise zu beteiligen sind. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich verpflichtet, diesem Recht Geltung zu verschaffen. In Paragraph 47 der Gemeindeordnung für Schleswig-Holstein ist das niedergelegt. Bereits vor vielen Jahren hatte sich die Gemeindevertretung in St. Peter-Ording damit befasst und auch einen Anfang gemacht. Die Einrichtung des damaligen Jugendparlamentes hat sich jedoch als dafür nicht sinnvoll erwiesen, so dass dieser Ansatz nicht weiterverfolgt worden ist. Diese Erfahrung haben sehr viele Gemeinden gemacht.

Um dem Rechnung tragen zu können und Kinder und Jugendliche sinnvoll und auch vorbereitet einzubinden, hat das Sozialministerium des Landes nun Langzeitfortbildungsmaßnahmen geschaffen, in denen geeignete Personen zu Fachkräften in Sachen Partizipation von Kindern und Jugendlichen ausgebildet werden. Marion Bernhardi, bei der Amtsverwaltung Eiderstedt zuständig für Schule, Kita, Jugend, Kultur und Soziales, nimmt an einer entsprechenden Langzeitfortbildung teil, die mit einem Zertifikat abschließt. Dafür hat sie ein Projekt zur Kinder- und Jugendbeteiligung selbstständig zu entwickeln, durchzuführen und zu dokumentieren.
Sie möchte gerne ein mögliches Beteiligungsverfahren für St. Peter-Ording auf den Weg bringen, das dann beispielhaft auch für andere Gemeinden Anwendung finden könnte. Insofern war der Jugendausschuss zu informieren, um in dieser Angelegenheit einen Empfehlungsbeschluss für die Gemeindevertretung zu fassen. Der erfolgte einstimmig.

In seinem Rückblick auf die Arbeit des Jugendzentrums hob Daniel Schädler insbesondere die erfolgreiche Kooperation mit der Nordseeschule bei den Musicals hervor. Das Kids-Camp als 14-tägiges Sommerferienangebot für 30 Grundschüler sei seit drei Jahren ausgesprochen gut nachgefragt. Zu den weiteren Angeboten gehört die Beteiligung am Konfirmandenunterricht, die Mitwirkung beim Winterdorf im Jugenderholungsdorf und bei der Veranstaltung „SPO macht Lärm“ des Vereins „Schüler helfen leben“ sowie das gemeinsame Beachvolleyball-Turnier für die Jugendzentren Nordfrieslands in Tönning.

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