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Husumer Nachrichten

24. April 2014 | 13:43 Uhr

Feuerwehr Fresendelf-Hollbüllhuus-Süderhöft - Die Alarm-Sirenen blieben stumm

vom

Die Feuerwehr Fresendelf ist zu einem Brand im Ort nicht ausgerückt, weil die Sirenen und Pieper sie nicht alarmierten. Offenbar war die neue digitale Technik nie eingebaut worden.

Fresendelf | Feueralarm am Sonnabend in Fresendelf (Kreis Nordfriesland). Eine Lagerhalle mit Tannenbäumen steht in Flammen. Ein Fall für die örtliche Feuerwehr. Normalerweise. Doch nur die Wehr aus dem Nachbarort Schwabstedt rückte an, die Drei-Gemeinde-Wehr Fresendelf-Hollbüllhuus-Süderhöft kam nicht. Denn in Fresendelf blieben die Sirenen stumm.
Seitens der Leitstelle Nord in Harrislee betont Sascha Münster: "Wir haben festgestellt, dass von unserer Seite aus nichts schiefgegangen ist. Um 7.11 Uhr erreichte uns der Notruf, um 7.13 Uhr wurde Vollalarm gegeben - das heißt, es wurden sowohl die Sirenen als auch die Meldeempfänger ausgelöst. Warum es vor Ort nicht geklappt hat - darum muss sich der Kreisfeuerwehrverband kümmern."

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Technik nicht eingebaut

Das Sirenenproblem könnte an der Technik liegen. Oder vielmehr daran, dass sie offenbar nicht eingebaut wurde. Die Sirenen, sagt Nordfrieslands Kreiswehrführer Christian Albertsen, hätten nicht alarmiert, da sie irrtümlich digital ausgelöst worden seien, aber diese Technik noch nicht im Einsatz sei. "Die im März gelieferten Umrüstsätze sind noch nicht eingebaut", sagt Albertsen.
In Fresendelf bei der Drei-Gemeinde-Wehr besteht derzeit folgende Situation: Nachdem Wehrführer Helge Marxen samt einiger Kameraden aus der Wehr ausgetreten ist, wurde Kai Hensen seitens des Landkreises als kommissarischer Wehrführer verpflichtet. Er bestätigt auf Nachfrage, "dass die Sirenen kein Signal gegeben haben". Dass die Einsatzkräfte ihre Meldeempfänger "auch mal nicht in der Hosentasche haben", mochte Kai Hensen nicht ausschließen.

Sirenen und Pieper alarmiert

Kreiswehrführer Albertsen versucht das Problem zu erklären: "Der Kreis Nordfriesland betreibt seit 1996 ein eigenes Alarmierungsnetz. Als wir von dem Einsatz in Fresendelf und der dort aufgetretenen Probleme erfahren haben, ist die Angelegenheit sofort nachverfolgt worden. In unserer Technik haben wir die Schnittstellen ausgelesen."
Das habe gezeigt, dass sowohl die Feuerwehr Fresendelf-Hollbüllhuus-Süderhöft als auch die Schwabstedter Feuerwehr um 7.13 Uhr mit Vollalarm - also Sirenen und Pieper - alarmiert wurden. Für das Gebiet befindet sich der entsprechende Sender in Lehmsiek. Die Alarmierung wurde auch über diesen Sender rausgeschickt, Schwabstedt rückte aus. Auch die örtliche Wehr wird über Sirenen und Meldeempfänger alarmiert. "Diese Feuerwehr verfügt über zehn Meldeempfänger. Dass davon nicht einer auslöst, ist sehr selten."

Bürgermeister hörte Einsatzfahrzeug

Amtswehrführer Manfred Aberle dazu: "Ich habe die Alarmierung auf dem Pieper gehört. Mehr kann ich dazu nicht sagen." Ordnungsamtsleiter Wolfgang Schäfer von der Amtsverwaltung Nordsee-Treene hatte auf Nachfrage erklärt: "Das ist ein technisches Problem. Ich habe dafür zu sorgen, dass alles verwaltungsmäßig richtig abläuft. Das andere regeln die Feuerwehren."
Das erste Signal, das bei der Wehr in Fresendelf ankam, war offenbar das Einsatzfahrzeug: Vor Ort in Fresendelf hörte am Brandtag Bürgermeister Hans-Peter Lorenzen, der seiner Feuerwehr seit 40 Jahren als Aktiver angehört, morgens Sondersignale. "Ich hörte zwei Fahrzeuge in den Ort reinfahren - sie kamen aus Richtung Hollbüllhuus. Da denkt ja keiner an einen Feuerwehreinsatz bei uns", sagt Lorenzen. "Es hätte ja auch ein Rettungswagen mit nachfolgendem Notarztfahrzeug sein können. Denn normalerweise kommt die Schwabstedter Feuerwehr über den südlichen Bereich angefahren - aus Richtung Hude. Das ist viel kürzer. Hanno Petersen hat mir bestätigt, dass sein Meldeempfänger auch nicht angesprungen ist. Die Sirenen gaben ja auch kein Signal."
Durch die Panne wurde die zulässige Hilfsfrist erheblich überschritten. 7.13 Uhr löste die Leitstelle Alarm für die Drei-Gemeinde-Wehr Fresendelf-Hollbüllhuus-Süderhöft und die Schwabstedter Feuerwehr aus. Um 7.27 Uhr meldete sich als ersteintreffendes Fahrzeug der DRK-Rettungswagen aus dem Nachbarkreis vor Ort, um 7.33 Uhr traf das erste von drei Schwabstedter Einsatzfahrzeugen ein. In Fresendelf waren die 18 Schwabstedter Feuerwehrleute zwei Stunden im Einsatz. Nach Feststellungen der Wehrführung "muss der Brand bereits längere Zeit in Gang gewesen sein, bevor er gemeldet wurde". Die Halle brannte restlos nieder, die Polizei ermittelt.

Der Ablauf im Einsatzfall ist folgender: Die Leitstelle alarmiert eine Feuerwehr. Sollte diese nach drei Minuten keine Rückmeldung geben, wird die Meldung noch einmal ausgeführt. Sollte sich daraufhin nach weiteren zwei Minuten - also mittlerweile fünf Minuten nach der Erstalarmierung - die Feuerwehr immer noch nicht melden, wird eine weitere Wehr alarmiert, damit sie sich auf den Weg macht. Grundsätzlich gilt eine Hilfsfrist von zehn Minuten nach Notrufeingang - bis zum ersten Tätigwerden der zuständigen Wehr am Einsatzort. Diese Hilfsfrist gilt allerdings nur für "normale" Straßenverhältnisse.

von hem/shz.de
erstellt am 14.Dez.2012 | 12:42 Uhr

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01. | Gerhard Stahl | 13.12.2012 | 10:56 Uhr
Damals, ja damals, lange Jahre ist her, aber dennoch, da haben wir mit dem Kat-Zug

des MHD jede Woche ein Mal geübt / geprobt. Und wenn wir nur die Wiese vom
Nachbarn mit den Schläuchen "beregnet" haben.
Hat da Niemand mal probiert ????????????????????
.
Und was ist da eigentlich im Busch, daß da Jemand gegen seinen Willen
"per Zwang verpflichtet wird" ............... wo sind wir eigentlich gelandet ????
.
Da drängt sich eine Frage auf :
Haben diejenigen, die Du in die Parlamente gewählt hast eigentlich noch
irgendwas unter Kontrolle (ausser ihre Bezüge usw.) ???

02. | Stefan Rautenberg | 13.12.2012 | 09:41 Uhr
man gut es war "nur" ein Schuppen....

Ich kann nur sagen, man gut es war ein Schuppen und nicht ein Haus mit eingeschlossenen Bewohnern....
Ich nenne so was unterlassene Hilfeleistung!
Das hier der "Schwarze Peter" hin und her geschoben wird ist doch ersichtlich! Das kein Meldeempfänger ausgelöst haben soll bezweifle ich. Vielmehr geht es wohl um interne "Streitigkeiten" in der Wehr selbst.
Und lieber Herr Bürgermeister, der Rettungsdienst fährt nicht mit Presslufthörnern durch das ganze Dorf morgens um kurz nach 7:00 Uhr. Vielmehr hat die Schwabstedter Wehr das Martinshorn am Dorfeingang eingeschalt um die Mitglieder Ihrer Wehr klar zu machen, das es in Ihrem Dorf brennt...
Vielleicht sollte jetzt nicht nur die Technik schnellstmöglich auf Vordermann gebracht werden, sondern auch die Einstellung der verbliebenen Feuerwehr Kamerraden in der Wehr - denn der nächste Brand könnte evtl. Menschleben fordern... Es ist Weihnachtszeit mit Kerzen und trockenen Grün in den Häusern….

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