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Husumer Nachrichten

05. Dezember 2016 | 11:33 Uhr

St. Peter-Ording : Der Nachtmahr und andere Fabelwesen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Kunstausstellung „Märchenhaft - Sagenhaft - Fabelhaft“ in der Strandkorbhalle in St. Peter-Ording läuft bis zum 11. September.

Erstaunlich, wie sich zum fünften Mal die von außen graue Strandkorbhalle Hungerhamm in Ording erneut im Inneren in einen farbenfreudigen viergeteilten Großraum verwandelt hat. Das ist den Aktiven der Kunstinitiative St. Peter-Ording (Kispo) wieder mit der Sommer-Ausstellung gelungen. „Märchenhaft – Sagenhaft – Fabelhaft“ ist ihr Titel. „Phantastische Wesen aus einer anderen Welt“, geschaffen in verschiedenen Techniken von acht Kunstschaffenden, unter ihnen erstmalig auch der Kispo-Vorsitzende Thomas Bartram, verlocken den Besucher, ganz genau hinzuschauen.

Das hatte Rüdiger Otto von Brocken bereits im Vorwege getan. Er führte die zahlreichen Gäste im Rahmen der Eröffnung in diese beeindruckende Kunstwelt aus Bildern, Skulpturen und Plastiken ein. Seine Ansprache war geprägt von zeitkritischen Aspekten und tiefgründigen objekt- und künstlerbezogenen Beobachtungen.

Wer diese „Kunsthalle“ verlässt, nimmt im Kopf unweigerlich Bilder mit: die mächtige Keramik-Skulptur „Minotaurus“ von Christoph Fischer, das Bild von dem Typen im grauen Taucherschutzanzug von Otto Beckmann aus Hamburg im knietiefen nur etwas bunt verschmutzten Meer. Ganz anders die von Ulla Knütel aus Oldenswort gestalteten kleinen Aquarelle, in denen sie gezeichnete Geschichten erzählt. Oder die von Gisela Mott-Dreizler aus Witzwort gefertigten Holz- und Linolschitte, Lithographien und Linol-Ätzungen, mal kräftig bunt oder auch weniger farbig, deren Gestalten Erinnerungen an Märchen und Mythen wachrufen. Solvej Krüger aus Wittbek fügt Holzstücke, Drähte, Knochen, Kunststoffteile und anderes aus dem Meer zu Fantasiewesen zusammen. Thomas Bartram sieht auf seinen „Streifzügen“ im Vorübergehen plötzlich Fabelwesen und macht uns sein Sehen fotografisch wahrnehmbar. Der „Nachtmahr“ von Linda Hamkens aus Reimersbude erschreckt den Betrachter. Bunt in ihrer vielschichtigen Bedeutung ist die Bilderwelt von Hans Ruprecht Leiß aus Flensburg. „Fische mit Taucher“ oder der „Stier im Walfisch“ lassen nicht nur staunen, sondern auch stutzig werden.

Die „Kunsthalle Hungerhamm“ scheint kein Geheimtipp mehr zu sein. Viele Gäste waren schon vorzeitig anlässlich der Eröffnung erschienen, um die Werke in Augenschein zu nehmen. Der zweite Vorsitzende Andreas Falkenhagen hatte allen, die zur Verwirklichung beigetragen haben, gedankt. Es ist ein scheinbar kleines und inzwischen tragfähiges Fundament, geschaffen von den Mitgliedern, die sich – unterstützt von Gemeinde, Tourismus-Zentrale und Sponsoren – aktiv einbringen.

Bürgervorsteher Boy Jöns lobte nicht nur die Aktivitäten, sondern versprach auch künftig Unterstützung. Welcher Ort habe „so dicht hinter dem Deich eine solche Kunsthalle?“. Von der Gemeinde aus könne das so weitergehen, meinte er und ging auf ein am Ort zu schaffendes „Haus der Kunst“ ein. Der Verein Kispo sei ein schöner Vorbereiter, sagte er. „Was hier auf die Beine gestellt wird, ist phänomenal.“

Außer sonnabends ist die Sommerkunstausstellung in der Strandkorbhalle Hungerhamm in Ording, Norderdeich, direkt gegenüber der Deichtreppe täglich bis zum 11. September von 16 bis 19 Uhr geöffnet.

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