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Husumer Nachrichten

26. März 2017 | 19:13 Uhr

Husum : Der kleine Sparer ist nicht betroffen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Von Verwahrgebühren sind in Husum bei der Nospa und der Volksbank die privaten Sparer ausgenommen. Bei den gewerblichen und den kommunalen Kunden sieht es anders aus.

Ob Strafzinsen, Negativzinsen oder Verwahrgebühr: Alles sind Begriffe für ein neues Instrument im Bankgeschäft, das die Welt der Sparer förmlich auf den Kopf stellt. Denn legen die ihr Geld nicht an, sondern parken es auf einem Giro-, Festgeld oder Tagesgeldkonto, erheben immer mehr Bankinstitute eine solche Abgabe, um im Grunde eigene Kosten umzulegen. Diese steigen durch die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), Strafzinsen von 0,4 Prozent zu fordern, wenn über Nacht überschüssiges Geld bei ihr deponiert wird.

Verwahrgebühr heißt es bei der Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa), die eine Regionaldirektion in der Husumer Großstraße betreibt. Seit Mitte des vergangenen Jahres werden für Kunden aus dem kommunalen und gewerblichen Bereich ab 500.000 Euro „individuelle Vereinbarungen“ getroffen, erklärt Nospa-Pressesprecher Burkhard Lauritzen auf Anfrage.

Nach seinen Worten wird mit allen Kunden aus den genannten Gruppen besprochen, wie Verwahrgebühren durch alternative Anlageformen vermieden werden können. Dies ist nicht in jedem Fall möglich oder auch nicht gewünscht, so dass die Nospa Verwahrgebühren erhebt. Einige Kunden seien zu anderen Banken gewechselt – „aber zu uns sind auch Firmenkunden von anderen Instituten gekommen“.

Lauritzen unterstreicht nachdrücklich, dass Privatleute, die „große Gelder“ hätten, ausgenommen seien. Und vor allem der „kleine Sparer“.

Für ein solches Prozedere haben sich auch die Verantwortlichen bei der Husumer Volksbank eG entschieden. Jörg Retzlaff spricht ebenfalls von „individuellen Vereinbarungen mit sehr vermögenden Kunden“, denen „sichere Anlagevarianten“ vorgestellt werden. Vom Bereichsleiter für das Privatkundengeschäft war zu erfahren, dass diese Gespräche bisher ab einer Million Euro Vermögen geführt worden sind. Private Sparer sind beim Thema Verwahrgebühr auch bei der Volksbank ausgenommen.

„Kontoverträge der Stadt Husum sehen Verwahrgebühren vor“, erklärt Kämmerer Dirk Pohlmann auf Nachfrage. „Wir haben zwar einen Freibetrag, aber da liegen wir drüber.“ Der übliche Kurs bei dieser Aufwendung sei bei den Banken 0,5 Prozent und die zahle auch die Stadt. Eine genaue Summe wollte Pohlmann aber nicht nennen, da es sich immer nur um Momentaufnahmen handeln kann.

Der Kämmerer muss sich, um Verwahrgebühren zu sparen, auch für nicht so lukrative und für kurzfristige Anlagen interessieren. So geschehen, als in 2016 exorbitante Gewerbesteuererträge von etwa 25 Millionen Euro flossen. Am Ende hat der Kämmerer dann mehr als 23 Millionen kurzfristig angelegt.

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erstellt am 09.Mär.2017 | 11:00 Uhr

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