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Husumer Nachrichten

06. Dezember 2016 | 13:15 Uhr

In den Gewässern der Halbinsel : Der Aal auf Eiderstedt macht sich dünn

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mit der Elektrofischerei wird der Bestand der Kiementräger in den Sielzügen von Eiderstedt überprüft. Zuständig ist der Kreisanglerverband Nordfriesland, er sucht Gewässerwarte.

Seit mehr als zwölf Jahren ist Gerd Albrecht nun schon der Sprecher der Gewässerwarte des Kreisanglerverbandes Nordfriesland für die Pachtgewässer auf Eiderstedt. Seit dieser Zeit hat der Fachverband der Angler die Sielzüge und Speicherbecken vom Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt gepachtet und bewirtschaftet sie ehrenamtlich.

Der Herbst ist eine Zeit, in der Albrecht alle Hände voll zu tun hat. Denn neben seinen eigenen Wasseruntersuchungen, die er in der Regel monatlich an festgelegten Punkten vornimmt und für seinen Jahresbericht aufbereitet, stehen die Elektrofischgänge im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie auf seiner Agenda. Der Fischereibiologe Michael Neumann aus Kiel mit seinem E-Fisch-Team hat sich angesagt und wird von Albrecht an die von der Behörde festgelegten Sielzüge begleitet.

Das Team baut seinen Gleichstromgenerator am Ufer auf. Ein 100 Meter langes Kabel leitet den Strom an den Fangkescher, mit dessen Hilfe Neumann die Fische für kurze Zeit betäubt, in den Kescher bugsiert und in eine schwimmende Wanne, die sein Kollege hinter ihm her führt, legt. Große Fische werden nicht in die Wanne gegeben, sondern nur kurz vermessen. Mithilfe eines Diktiergeräts registriert der Biologe den Fang für die Statistik und danach setzt er das Tier wieder schonend zurück. Die kleineren Lebewesen werden in der Wanne gehältert, einer Art zugeordnet, gezählt und vermessen. Anschließend werden die Fische unversehrt in das Gewässer zurückgegeben.

„Wir sind mit dem Bestand hier auf Eiderstedt eigentlich ganz zufrieden. Neben den typischen Weißfischen wie Plötze und Brassen haben wir in diesem Jahr Barsche, Gründlinge, Hechte, Schleie und auch einige Zander gefangen. Stichlinge und Moderlieschen waren auch dabei. Auffällig ist jedoch die sehr geringe Zahl an Aalen, die ja eigentlich der Leitfisch unserer Sielzüge sind. Bislang hatten wir hier auf Eiderstedt noch keine dramatischen Einbrüche im Aalbestand, wie sie in anderen Gewässern zu beobachten sind. Aber ich denke, wir müssen künftig noch mehr darauf drängen, die Durchgängigkeit an den Sielen und Schöpfwerken zu verbessern. Sonst bleibt uns irgendwann auch hier der Aal aus“, fasst der Gewässerwart die Fangergebnisse zusammen.

Der Herbst ist auch Zeit für den Besatz der Gewässer. Daher muss Albrecht schon einige Tage später wieder an die Sielzüge. Zusammen mit dem Referenten für Fischzucht des Kreisanglerverbandes, Hermann Franke, wartet er auf die Lieferung einer größeren Menge Zander. Die zwischen zwölf und 20 Zentimeter langen Besatzfische kommen vom Fischzüchter Olaf Graff aus Kirchbarkau.

Sie sollen an mehreren Punkten auf Eiderstedt ausgesetzt werden. „Zander können wir nicht in alle Sielzüge und Speicher setzen. Schlammige Untergründe beispielsweise sind für diesen nachtaktiven Raubfische nicht geeignet. So haben wir aufgrund der Gewässerkenntnis, aber auch anhand der Fangergebnisse unserer Angelfreunde und der Elektrofischer vorher genau festgelegt, wo wir die Fische sinnvoll einsetzen können“, erläutert Franke.

Für Gerd Albrecht geht nun auch bald die Saison zu Ende. Sicherlich wird er noch die eine oder andere Wasserprobe ziehen und analysieren. Aber dann kommt der Winter, und da hat er eine kleine Schaffenspause, bis im Frühjahr wieder interessante Aufgaben auf ihn warten. Er möchte gern andere Menschen für die Mitarbeit an den Eiderstedter Gewässern begeistern. Interessenten müssen nicht einmal Angler sein. Nur Spaß an der Betreuung eines interessanten Stücks Natur und ein wenig Zeit sollten sie mitbringen. Für eine angemessene Ausbildung und Einweisung wird selbstverständlich gesorgt. Info unter Telefon 04864/436.


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erstellt am 05.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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