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Husumer Nachrichten

24. Februar 2017 | 13:34 Uhr

Flächendenkmal Friedrichstadt : Denkmalschützer sind dialogbereit

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Friedrichstadt soll zum Flächendenkmal erklärt werden, Stadt und Denkmalschutz laden zum Infoabend ein. Einige Einwohner sind in Sorge, dass dadurch neue Regelungen in Kraft treten, die sie einengen.

Der Veränderungsdruck in Friedrichstadt scheint nach Ansicht der Landesdenkmalbehörde sehr hoch zu sein. Noch vor der historischen Fischersiedlung in Schleswig an der Schlei, will sich die Behörde der Stadt Friedrichstadt annehmen (wir berichteten). Einige Bürger der Stadt befürchten nun, dass im Bereich der Altstadt, die diesen Schutzstatus erhalten soll, strengere Auflagen für die Hausbesitzer gelten werden. Denn schließlich hatte Landeskonservator Michael Paarmann gegenüber unserer Zeitung gesagt, dass die Gremien der Stadt Schleswig eingebunden werden sollen, diese die Maßnahme aber schwerlich verhindern werden könnten, was auch gut sei. Diese Äußerung hat nun vielen Friedrichstädtern Sorgenfalten auf die Stirn getrieben, denn sie befürchten eine massive Einflussnahme der Denkmalschützer auf ihr Grundeigentum.

Das sieht Friedrichstadts Bürgermeister Eggert Vogt ganz anders. Gegenüber unserer Zeitung hatte er gesagt, ein Hauseigentümer brauche sich eigentlich keine Sorgen zu machen, dass auf ihn neue Auflagen zukommen werden. Das Flächendenkmal umfasst nämlich nahezu genau den Bereich, in dem auch die Ortsgestaltungssatzung der Stadt gelte und die, so Vogt weiter, werde auch weiterhin ihre Gültigkeit behalten. Dies bedeutet, dass bislang nicht unter Schutz stehende Häuser auch weiterhin nicht den besonderen Regeln des Denkmalschutzes unterliegen. Und weiter unterstrich er, dass damit eigentlich lediglich die Verpflichtung der Stadt verbunden sei, das historische Ortsbild zu bewahren.

Allerdings befürchtet die Arbeitsgemeinschaft Ortsgestaltungssatzung Friedrichstadt, dass sehr wohl viele neue Auflagen auf die Grundeigentümer im Innenstadtbereich zukommen könnten. Denn beispielsweise unterliegen die Häuser, die bislang nur als einfache Kulturdenkmale registriert worden waren, einem neuen Status. Denn diese Kategorie, die nur mit einem vergleichsweise geringen Schutz verbunden war, existiert seit der Neufassung des Denkmalschutzgesetzes des Landes nicht mehr. Am Beispiel des Schleswiger Holms macht die AG deutlich, dass dort alle Hausbesitzer ihre Gebäude nur noch in Abstimmung mit den Denkmalschützern verändern dürfen.

Nähere Details, und vor allem, wie genau ein Flächendenkmal rechtlich zu bewerten ist, erhoffen sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft in einer Informationsveranstaltung der Stadt, die am Mittwoch (26.) um 19 Uhr in der Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge beginnt. Neben Vertretern der Stadt werden auch Mitarbeiter des Denkmalamtes vor Ort sein, um Auskunft geben zu können. Und wenn danach noch Fragen ungeklärt sein sollten, sichert der Leiter des Amtes, Michael Paarmann, zu, dass er oder Mitarbeiter auch zu einem Gespräch mit der AG bereit seien. „Letztendlich haben wir ja alle ein Ziel“, sagt er. Gleichzeitig räumt er mit der Ansicht auf, dass die Ausweitung zum Flächendenkmal Hausbesitzer besonders treffen werde. Damit, so sagt er, solle das einmalige Gesamtensemble Innenstadt bewahrt werden und nicht, wie bei einem unter Denkmalschutz stehenden Haus, jedes Detail, dafür gebe es dann die Ortsgestaltungssatzung.

Bereits heute wirbt die Stadt mit dem Begriff Stadtdenkmal, denn beispielsweise finden sich an der B  5 Wegweiser nach Friedrichstadt, die mit dem Zusatz „Stadtdenkmal“ versehen sind. Und dass die Stadt sehenswert ist, beweisen jährlich mehr als 400  000 Tagesgäste, die in das Holländerstädtchen kommen.

Übrigens habe auch der 17-köpfige Denkmalrat des Landes, in dem Vertreter aller gesellschaftlich relevanten Gruppen vertreten sind, einstimmig beschlossen, Friedrichstadt zu einem Flächendenkmal zu machen. Die Altstadt sei nämlich eine der erhaltenswertesten im ganzen Land, sagt Paarmann.

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erstellt am 21.Okt.2016 | 13:00 Uhr

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