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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 06:54 Uhr

Zwei-Richtungs-Verkehr statt Einbahnstraße : Das Wunder der Neustadt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Polizei und Ordnungsamt sind sich einig: Der Gegenrichtungsverkehr auf der Husumer Neustadt funktioniert überraschend gut. Es gab auch keine Steigerung der Unfallzahlen.

Man kann es kaum glauben, aber nach Lage der Dinge scheint es tatsächlich zu funktionieren: Das jedenfalls hat der stellvertretende Ordnungsamtsleiter, Karl-Friedrich Bumb, festgestellt und meint den Gegenrichtungsverkehr in der Neustadt. Der befindet sich zwar noch in der Testphase, „doch die war bisher weder mit besonderen Vorkommnissen noch mit einem erhöhten Unfall-Aufkommen verbunden“, versichert er.

Ein Ergebnis, auf das – „man darf es gar nicht laut sagen“ – nicht nur Bumb und sein Chef, Malte Hansen, kaum zu hoffen gewagt hatten. Auch Anlieger, Verkehrsteilnehmer und Volker Witt, beim Polizeirevier Husum für die Unfallsachbearbeitung zuständig, bestätigen Bumbs Ausführungen. „Erstaunlicherweise“, sagt der Polizist und räumt ein, dass er sich anfangs tatsächlich gefragt habe, wie viele Unfälle mehr er durch die Umstellung wohl auf den Tisch bekommen werde. „Aber nein – alles im grünen Bereich“, sagt Witt. Natürlich habe sich das mit den versetzten Parkplätzen erst einruckeln müssen. Und selbst seine Frau, die Busfahrerin ist und die Neustadt berufsbedingt befährt, habe ihre Skepsis schnell abgelegt. Mehr noch: „Die freut sich, dass dort inzwischen mehr Platz ist als vorher“, sagt Witt unter Hinweis auf die wechselnden Parkzonen.

Tatsächlich war wohl kaum eine verkehrliche Maßnahme des Ordnungsamtes im Vorfeld so ausgiebig diskutiert worden wie diese. Und als sie als ein Ergebnis des Mobilitätskonzeptes 2015 auf dem Tisch des Rathauses landete, dürfte selbst dort der eine oder andere geschluckt haben. Aber Hansen und Bumb leuchtete die Grundidee ein: „Einbahnverkehr ist nicht immer von Vorteil“, sagen sie. Im Gegenteil: Eine Straße in beiden Richtungen befahren zu können, bringe die Leute nicht nur schneller ans Ziel, sondern auch wieder von dort weg. „Kürzere Wege“, fasst es Malte Hansen zusammen. Und so versuchten es die Mitarbeiter des Ordnungsamtes Anfang des Jahres auch den Neustädtern zu vermitteln. Nach mehreren Anliegerversammlungen und Verbesserungsvorschlägen seitens der Betroffenen, die – so weit – möglich umgesetzt wurden, begann am 8. April die Testphase. „Die Herausforderung war, nicht nur den Verkehr zum Fließen zu bringen und dabei den Lieferverkehr optimal mit einzubeziehen, sondern auch den Parkplatz-Bestand möglichst zu erhalten“, so Bumb. Gewährleistet wurde dies durch wechselseitige Parkstreifen, „bei denen wir nach Bedarf immer wieder nachgebessert haben“, ergänzt Hansen. In der ersten Phase wurde die Neustadt zwischen der Einmündung zur Asmussenstraße und der Fahrbahnverengung am Wasserturm in beiden Richtungen geöffnet. Inzwischen können Radfahrer auch das Stück bis in die Untere Neustadt weiterfahren (wir berichteten).

Mit dem geplanten Shopping-Center stünde das in keinem Zusammenhang, versichern beide und verweisen darauf, dass die Hauptverkehrsader aus Norden nach wie vor die Westtangente sei. Nur wer die Neustadt gezielt anfahre, nehme diesen Weg. Auch einige neuralgische Knoten seien durch die Maßnahme, die zunächst bis Ende März 2017 befristet ist, gelöst worden. So habe man früher vor dem einstigen Dänischen Bettenhaus parken dürfen, mit der Folge, dass der Verkehr dort schwer einzusehen war. „Das haben wir aufgehoben und dafür aus der anderen Seite Dauerparkplätze eingerichtet.“ Nur eine von vielen Nachbesserungen. Und tatsächlich scheint die neue Regelung in der Neustadt mehr gefühlte als reale Probleme zu bereiten. Das bestätigen laut Bumb sogar die Anlieger.

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erstellt am 20.Aug.2016 | 10:00 Uhr

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