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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 08:51 Uhr

Diskussion im Bauausschuss : Das Shopping-Center wird niedriger

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Es geht ans Eingemachte: Die Verwaltung informiert die Stadtpolitik über die vertraglichen Modalitäten für den Bau des geplanten Einkaufszentrums.

Paragraf für Paragraf weiter hin zum Shopping-Center: Auf einer gemeinsamen Sitzung des Umwelt- und Planungs- und des Bauausschusses wurde am Mittwochabend der Durchführungsvertrag für das geplante Einkaufszentrum durchgesprochen. Die wahrscheinlich wichtigste Neuigkeit für die Bürger, die die Sitzung im Nordsee-Congress-Centrum besuchten: Das Gebäude soll nun nur noch zwei Parkdecks haben und somit deutlich niedriger als bisher geplant werden.


Der Durchführungsvertrag


Bevor es aber darum ging, las Bauamts-Mitarbeiter Jörg Schlindwein den Entwurf des Durchführungsvertrags Satz für Satz vor – und die Ausschussmitglieder stellten zwischendurch Fragen. „Es ist unsere Pflicht, so etwas sorgsam durchzuarbeiten“, erklärte Ulf von Hielmcrone (SPD) nach der dreistündigen Lesung.

Die Hauptsorge einiger Ausschussmitglieder im Hinblick auf den Durchführungsvertrag: Die Stadt könne durch dieses Vertragswerk ins Hintertreffen geraten – „rausgekickt werden“, wie es Alfred Mordhorst (CDU) formulierte. Kritik am Vertrag rief unter anderem hervor, dass die Stadt künftig die Verkehrssicherungspflicht für die neuen Zufahrten für das Einkaufszentrum inne hat. Dies könne doch der Investor übernehmen, der die Zufahrten ja brauche, fand Mordhorst.

Zu Diskussionen führte zudem ein anderer Paragraf: Unter dem Stichwort „weitere Anforderungen“ geht es darum, wer zustimmen muss, wenn es Abweichungen „bei der Gestaltung und der Höhe“ des Shopping-Centers gibt. Im Entwurf des Durchführungsvertrags steht dazu: „Das Einvernehmen gilt als hergestellt, wenn der Leiter des Stadtbauamtes der Stadt Husum der Abweichung schriftlich zugestimmt oder seine Zustimmung zu Protokoll gegeben hat.“ Zum einen habe Husum derzeit gar keinen Bauamtsleiter, zum anderen sollte die Selbstverwaltung bei Änderungswünschen gefragt werden, hieß es aus dem Plenum. Schlindwein versuchte daraufhin zu erläutern, dass es sich bei dem ganzen Konstrukt um einen Durchführungsvertrag handle, der zu einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan gehöre. Heißt: In so einem B-Plan ist ohnehin recht eng fixiert, was der Bauherr machen darf und was nicht. Die Grundregeln, beispielsweise wie hoch das Gebäude werden darf, wie die Fassade aussehen soll oder wo die Werbung angebracht wird, stehen also fest. Geht es um Änderungen an den Shopping-Center-Planungen, die laut B-Plan nicht erlaubt sind, müssen die politischen Gremien ohnehin involviert werden. Handelt es sich aber um Änderungen, die im Rahmen des B-Plans blieben, darf das auch die Verwaltung entscheiden.

„Irgendwann ist der Stand erreicht, an dem alles besprochen ist“, so Schlindwein, der mehrfach darauf hinwies, dass der Durchführungsvertrag und der vorhabenbezogene Bebauungsplan ja aneinander gekoppelt seien – „sie bedingen sich gegenseitig wie der Parasit und der Wirt“. Nach längerer Diskussion einigte sich der Ausschuss darauf, dass die Formulierung „Leiter des Stadtbauamts“ durch „Stadt Husum“ ersetzt wird. Und dass man sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit darauf einige, wer oder was damit genau gemeint sei.

Endgültig entschieden werden soll über den Durchführungsvertrag am 21. Juli. Bis dahin müssen allerdings noch einige Anlagen – unter anderem mit dem Ergebnis des Fassadenwettbewerbs – fertig ausgearbeitet werden.


Die Optik


Abschließend zeigte Ekkehard Voss vom Hamburger Architekturbüro „nps tchoban voss“ in einer Präsentation, wie das Shopping-Center nach derzeitigen Planungen aussehen soll. Dabei erntete er Applaus für die Eröffnung, dass das Gebäude doch niedriger werden soll, als von Anwohnern und einigen Husumern befürchtet, da nun mit zwei statt mit drei Geschossen geplant werde. Wie hoch das Gebäude allerdings in Realität ist, erschloss sich den Sitzungsbesuchern nach Blick auf die Zeichnungen nicht. Vor dem Satzungsbeschluss am 21. Juli sollen die Zeichnungen deshalb ergänzt werden. Zudem ist ein Informationsabend im Rathaus geplant, auf dem sich Bürger ein Modell des Shopping-Centers ansehen können.

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erstellt am 24.Jun.2016 | 10:00 Uhr

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