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Husumer Nachrichten

05. Dezember 2016 | 21:45 Uhr

Peermarkt Tönning : Das Handeln wurde zur Nebensache

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Etwa 30 bis 40 Tiere standen beim Peermarkt in Tönning zum Verkauf. Die Meisten Besucher kamen aber zum Zuschauen.

Mit buntem Jahrmarktstreiben und traditionellem Pferdehandel war der Peermarkt in Tönning am Wochenende einmal mehr ein echter Publikumsmagnet für Einheimische aus Nordfriesland und Dithmarschen – und natürlich auch für viele Urlauber.

Wie Bürgervorsteher Jan Diekmann in seiner Eröffnungsansprache erklärte, fand der erste Pferdemarkt in Tönning 1825 statt – damals noch mit königlicher Erlaubnis. Seitdem ist jeden dritten Sonntag im August Peermarkt-Zeit. Diekmann empfahl den Besuchern, sich die Pferde genau anzusehen und mit deren Besitzern über den Preis zu verhandeln, denn genau darum ging es ja: Um den traditionellen Pferdehandel, bei dem der Kaufabschluss noch per Handschlag getätigt wird. Insgesamt standen etwa 30 bis 40 Tiere zum Verkauf, vom niedlichen Minipony bis zum beeindruckenden Springreitpferd. Bei echtem Interesse luden die Händler die potenziellen Käufer dazu ein, hinter die Absperrung zu kommen, um das Tier von allen Seiten ausgiebig begutachten zu können. Die Kenner der Szene erkannte man daran, dass sie nicht nur prüfend über das fast immer glänzende Fell strichen, sondern auch kritische Blicke auf die Beine und Gelenke warfen und beherzt zum Maul des begehrten Tieres griffen, um sich das Gebiss anzusehen. Tatsächlich aber waren am Sonntagvormittag nur vereinzelt ernst gemeinte Verhandlungen zwischen Händlern und Interessenten zu beobachten.

Den meisten Besuchern ging es offenbar eher darum, die hübschen Vierbeiner ausgiebig zu streicheln. Vor allem Kinder nutzten diese Möglichkeit. „Ich finde es toll, dass man hier den Pferden so richtig nahe kommen kann“, freute sich die 13-jährige Hanna aus Friedrichstadt, nachdem sie sich mit einer hübschen braunen Fohlenstute angefreundet hatte. Das Tier ließ sich geduldig von ihr streicheln und stupste das Mädchen sogar leicht an, wenn es die Hand wieder wegnehmen wollte. Am liebsten hätte sie das Pferd mit nach Hause genommen, musste sich jedoch von ihrer Mutter vertrösten lassen: „Nächstes Jahr können wir über ein eigenes Pony reden. Aber nur, wenn es nach den Ferien mit der Schule so gut weiterläuft wie im letzten Schuljahr“, sorgte die für den nötigen Ansporn. „Ich bin vor allem beeindruckt, wie ruhig sich die Tiere verhalten, obwohl hier die ganze Zeit so viele Menschen nach ihnen die Hand ausstrecken und auch mal laut sind“, brachte ein anderer Besucher die Atmosphäre in diesem Bereich des Peermarktes auf den Punkt.

Passend zum Thema boten einige Händler Sättel, Halfter, Stricke, Reitbekleidung und anderes praktisches Zubehör an. Während ihre Stände besonders bei den Reitern auf Interesse stießen, widmeten sich andere Gäste eher dem Geschehen auf der Bühne. Dort begeisterte unter anderem der Shantychor Eiderenten mit maritimen Gesängen und brachte so manchen Zuschauer zum Mitsingen. Neben der Bühne tummelten sich währenddessen die Oldtimer-Freunde. Sie gaben sich mit Genuss der Fachsimpelei hin, denn es gab viele alte Traktoren zu bestaunen, und deren stolze Besitzer ließen sich nur zu gerne auf die beliebten Diesel-Gespräche ein.

Stände mit Kunsthandwerk, Reitvorführungen und ein Ringreiter-Wettbewerb der beiden Tönninger Vereine rundeten das Programmangebot für die Erwachsenen ab, während die Kinder auf der Hüpfburg toben oder sich bei der DLRG schminken lassen konnten. Für das leibliche Wohl war auch bestens gesorgt, nur auf dem kleinen Jahrmarkt war zumindest am Sonntag um die Mittagszeit herum noch nicht so viel los. Am Autoscooter und im Aktion-Center „Remmi Demmi“ tummelten sich einige junge Leute und auch das Kinderkarussell war immer gut besucht, der „Flipper“ hingegen musste seine wilden Runden anfangs noch mit zumeist leeren Gondeln drehen.

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