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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 16:36 Uhr

Minister spendiert Wurst : Dankeschön-Grillabend

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Helfer aus der Erstaufnahme-Einrichtung in Seeth treffen sich auf dem Mildterhof, um gemeinsam mit dem Innenminister zu grillen. Auch wenn in der Stapelholm Kaserne kaum noch Menschen leben, bleibt sie im Standby-Modus .

„Als Kinder haben wir oft im Heu geschlafen, und auch mit meinen vier Kindern habe ich das schon gemacht, das ist einfach toll“, sagt Innenminister Stefan Studt und ist schon ein klein wenig enttäuscht, dass er dazu bei Conny und Reinhard Liegmann auf dem Mildterhof in Seeth nicht mehr die Gelegenheit hat. Bis zum April nannte sich der Mildterhof zwar noch Heuherberge, „doch das bieten wir nicht mehr an“, berichtet Conny Liegman und ergänzt, dass es von einst 28 Heuherbergen im Land nur noch 19 gibt. Aber mit den angebotenen Zimmern auf dem Mildterhof ist der Minister auch sehr zufrieden, „und seine Mitarbeiter freut diese Lösung sicher sehr“, meint dazu die Hausherrin schmunzelnd.

Anlass für den Besuch des Gastes aus Kiel war ein Grillabend nicht in kleiner privater Runde, sondern ein vom Ministerium ausgerichteter. Damit sollte einem Teil der freiwilligen Unterstützer der Erstaufnahmeeinrichtung in Seeth Dank gesagt werden. Und Conny Liegmann hat auch noch schnell ein paar Flüchtlinge dazu eingeladen, denn man treffe sich ohnehin mit ihnen und Unterstützern aus Seeth und Darge regelmäßig, da könne man schließlich auch gemeinsam grillen.

Erleichtert ist Studt, der im Rahmen seiner Sommerreise nach einem Besuch der Polizei in St. Peter-Ording auf den abseits in der Natur gelegenen Mildterhof gekommen ist, darüber, dass sich gegenwärtig die Flüchtlingssituation ein wenig entspannt hat. „Allerdings“, unterstreicht er, „unterschätzen darf man die Lage nicht. Bisher sind in diesem Jahr schon mehr Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein gekommen, als im ganzen Jahr 2014“, sagt er und bemerkt, dass die Situation keinesfalls promblemlos sei. Dies zeige deutlich die Rettung von mehr als 6000 Menschen aus Seenot auf dem Mittelmeer an nur einem Tag. Aus diesem Grund soll die Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Stapelholm Kaserne in Seeth auch nicht gänzlich geschlossen werden. Sie wird quasi im Standby-Betrieb gefahren. „Innerhalb von vier Wochen sollte dort im Notfall der Betrieb wieder voll anlaufen können“, sagt der Minister. Eine zweite „Notfall-Einrichtung“ sei die in Lütjenburg.

Kamen im Jahr 2014 noch 7620 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein, waren es im vergangenen Jahr 55.000. Allerdings wurden in den Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes auch diejenigen Personen erfasst, die in andere Bundesländer weitergeleitet wurden. Schleswig-Holstein war im Jahr 2015 letztendlich für die Aufnahme von 35.076 Asylsuchenden zuständig.

Seeth habe eine herausragende Stellung während der Flüchtlingskrise im vergangenen Jahr eingenommen. „Ja, man kann Seeth durchaus als Mustereinrichtung bezeichnen“, sagt Studt. Es sei fantastisch gewesen, wie schnell aus dem Nichts eine funktionierende Einrichtung entstanden sei, trotz anfänglicher großer Skepsis bei vielen Menschen. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, der Ehrenamtler, sei nicht hoch genug zu bewerten. „Das unterstreiche ich bei jeder sich mir bietenden Gelegenheit.“

Den Schwerpunkt der Arbeit sieht der Minister nun in der Integration der Flüchtlinge, schließlich ist er bundesweit der einzige Innenminister, der gleichzeitig auch für die Integration zuständig sei. Man sei gerüstet, wenn es mit Blick auf die Türkei zu erneuten verstärkten Flüchtlingsströmen kommen sollte.

Zu den Gästen der abendlichen Grillparty auf dem Mildterhof gehören neben Mitgliedern der Feuerwehr und des DRK unter anderem auch die Flüchtlingsbeauftragte Urte Andresen, Amtsvorsteher Ralf Heßmann, der Leitende Verwaltungsbeamte Claus Röhe und die für die Region zuständige Sachbearbeiterin des Amtes, Sandra Rohde – sowie natürlich Seeths Bürgermeister Peter-Wilhelm Dirks. Und „Pedi“ begrüßt die Gäste ebenfalls mit einem Dank für die geleistete Arbeit und wendet sich auch an den Gast aus Kiel. Die Zusammenarbeit sei „prima und vertrauensvoll gewesen“, sagt er. Von einem Besuch in Kiel, zu dem er mit einem flauen Gefühl im Magen hingefahren sei, sei er in bester Stimmung zurückgekehrt. „Man hat auch auf uns kleine Leute gehört, unsere Anregungen und Sorgen ernst genommen, das war sehr gut.“ Dirks bitttet den Innenminister in Anwesenheit der früheren Süderstapeler Pastorin Kerstin Jakobi, die unter anderem den multi-religiösen Gebetsraum in der Kaserne aufgebaut hatte, darum, sich dafür einzusetzen, dass der Bezirk wieder einen Pastor bekommt, „auch wenn das nicht seine Aufgabe ist.“

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erstellt am 01.Sep.2016 | 10:30 Uhr

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