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Husumer Nachrichten

06. Dezember 2016 | 15:11 Uhr

Aufregung in Nordfrieslands CDU : „Daniel Günther? Kenn’ ich nicht“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Dass Ingbert Liebing nicht mehr Spitzenkandidat ist, enttäuscht CDU-Mitglieder in Nordfriesland.

Das Thema hat die CDU-Politiker Nordfrieslands am Wochenende stark beschäftigt: Sie reagieren überrascht bis entsetzt auf die Nachricht, dass „ihr“ CDU–Bundestagsabgeordneter Ingbert Liebing nun doch nicht als Spitzenkandidat der CDU zur Landtagswahl antritt.

„Ich bedauere diese Entscheidung sehr – Ingbert Liebing hätte gerade der Westküste als Ministerpräsident gut getan“, findet Oliver Ewald, Vorsitzender der CDU auf Liebings Heimatinsel Sylt. Er ist überzeugt: „Die schlechten Umfragewerte hätte er überstehen können“. Und was sagt Ewald zum designierten Spitzenkandidaten Daniel Günther? Spontan erst einmal: „Den kenn’ ich nicht. Er ist ja weit weg.“ Um dann hinterher zu schieben: „Die Chancen sind immer noch da, einen Regierungswechsel hin zu kriegen. Daniel Günther ist jetzt aber gefordert.“

Auch der Sylter Manfred Uekermann, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, äußerte sich auf Nachfrage unserer Zeitung ähnlich: „Ich kenne Daniel Günther nicht. Ich kenne Ingbert Liebing, der ist ein guter Arbeiter und hätte das Zeug zum Ministerpräsidenten gehabt.“ Er sei betroffen – „aber er wird für die Entscheidung seine Gründe haben. Die genauen Hintergründe kenne ich nicht.“ Generell halte er es nicht für glücklich, mitten im Rennen das Pferd zu wechseln, so Uekermann abschließend.

„Ich bin erschüttert über diese Nachricht“, schrieb der Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Leck, Holger Karde, auf Facebook: „Umfragen sind Fingerzeige, sagen aber wenig über die politischen und menschlichen Fähigkeiten des Bewerteten aus. Sie sind auch nicht mit dem Wählerurteil beim Urnengang gleichzusetzen. Schleswig Holstein hätte einen guten Ministerpräsidenten bekommen!“

Nach eigenen Worten „schockiert“ zeigte sich auch Christian Schmidt, Geschäftsführer der CDU-Kreisfraktion: „Wir haben Ingbert Liebings Kandidatur erst vor vier Monaten auf Landesebene mit 92 Prozent bestätigt“, erinnerte er.

Auch der geschäftsführende CDU-Kreisvorstand Nordfriesland reagierte auf den Rücktritt :  „Ingbert Liebing ist der vier Landesvorsitzende der CDU Schleswig-Holstein, der in den letzten 6 Jahren zermürbt aufgibt“, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir glauben nicht, dass es angesichts der vielen Baustellen in der CDU Schleswig-Holstein mit dem bloßen Personalwechsel getan ist“,  betonte die nordfriesische Kreisvorsitzende Astrid Damerow. Für sie sei die Entscheidung überraschend gekommen.

Im Nordsee-Congress-Centrum in Husum kam derweil der schleswig-holsteinische Nachwuchs der Christdemokraten zum Schleswig-Holstein-Tag zusammen, den in diesem Jahr die Junge Union Nordfriesland ausgerichtet hat. Und auch dort war der Führungswechsel in der CDU Thema: „Das war am Freitag wirklich ein großer Schock“, sagte Leif Erik Bodin, Kreisvorsitzender der Jungen Union Nordfriesland. „Seit Peter Harry Carstensen haben wir fünf Landesvorsitzende gehabt, ich stelle mir die Frage, was in der zweiten Reihe, die direkt hinter dem Landesvorsitzenden steht, passiert?“

Liebing selbst wurde in Husum von der Jungen Union mit stehenden Ovationen begrüßt. „Liebe Freunde, das tut wirklich gut“, bedankte er sich sichtlich gerührt. Anschließend lobte er in seiner Rede die Junge Union für ihre „geschlossene Unterstützung“ seiner Arbeit.

Insgesamt zeigte sich die Junge Union Nordfriesland mit dem Verlauf des Schleswig-Holstein-Tages zufrieden: „Unsere Helfer haben drei Tage lang alles gegeben und die Veranstaltung zu einem unvergesslichen und eindrucksvollen Event gemacht“, lobte Benjamin Drozdz, stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union Nordfriesland.

 




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erstellt am 31.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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