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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 14:43 Uhr

Stapelholm-Kaserne Seeth : Container-Lager in der Kaserne

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

600 Boxen stehen in der Notfall-Aufnahmeeinrichtung, der Bürgermeister sagt, er wurde darüber vorab nicht informiert.

Kaum haben die Asylsuchenden die Stapelholm-Kaserne in Seeth verlassen, wird sie einer neuen Nutzung zugeführt, obwohl sie laut Innenminister Stefan Studt weiterhin als Notfall-Aufnahmeeinrichtung genutzt werden soll. Denn sollte sich die Flüchtlingssituation dramatisch verändern, wieder mehr Menschen nach Deutschland kommen, dann soll die Aufnahmeeinrichtung innerhalb von nur vier Wochen wieder voll betriebsbereit sein. Doch zurzeit gleicht die ehemalige Bundeswehrkaserne eher einem Außenlager des Hamburger Hafens als einem Übergangsheim für Flüchtlinge.

Hunderte Container sind mittlerweile dort eingelagert worden. Schuppen, die seit Jahren leer stehen, dienen als Unterstand und selbst unter freiem Himmel an Straßenrändern auf dem weitläufigen Areal stehen die Wohncontainer dicht an dicht. Plätze zwischen Gebäuden sind vollgestellt. Zum Teil sind es nagelneue Boxen, von denen noch nicht einmal die Schutzfolie entfernt worden ist. In jedem Türschloss steckt ein Schlüssel, zwei weitere hängen an einem Ring daran. Allerdings sind viele der Schlüssel bereits stark vom Rost angefressen, während die Türrahmen teilweise noch zum Schutz abgeklebt sind.

Im vergangenen Jahr hat das Land mit großer Anstrengung Wohncontainer auf dem nahezu leergekauften Markt organisiert, um den vielen Flüchtlingen ein einigermaßen wohnliches Heim anbieten zu können. Nun scheint der Bedarf nicht mehr da zu sein, die Wohnboxen werden eingelagert. Um wie viele es sich handelt, und wie viele noch kommen werden, konnte das Gebäudemanagement des Landes auf Anfrage nicht sagen, verwies stattdessen auf das Innen- beziehungsweise Finanzministerium. Von dort wurde schließlich mitgeteilt, dass die Einlagerung der Container lediglich temporär sei, also vorübergehend. Vermutlich werden es 600 Stück werden. Was mit den Boxen dann in Zukunft geschehen soll, stehe noch nicht fest, hieß es vom Ministerium. Gegenwärtig würde aber geprüft, was mit ihnen geschehen könne.

Große Sorgen über die neue Verwendung der Unterkunft macht sich der Seether Bürgermeister Peter-Wilhelm Dirks. Denn für die Brandsicherung in der gesamten Anlage ist die Freiwillige Feuerwehr seiner 600-Seelen-Gemeinde zuständig. „Wenn da einmal ein Feuer ausbricht, dann ,gute Nacht, Marie‘“, sagt Peter-Wilhelm Dirks, der selbst jahrzehntelang aktiver Feuerwehrmann war und noch immer der Wehr angehört. „Ich als Bürgermeister wurde über das Einlagern nicht unterrichtet. Ich habe das zufällig während eines Besuches auf dem Gelände entdeckt. Jeden Tag wurden es mehr Container.“

Für die Feuerwehr zumindest wäre es sinnvoll, Stellpläne zu erhalten, denn wenn in einer der Hallen ein Brand ausbrechen sollte, dann, so Peter Dirks, könne die Wehr nichts mehr ausrichten. „Wir haben gar nicht das Gerät, um die vielen Container beiseite schieben zu können.“

Was mit den Containern geschehen soll, und wie lange sie eingelagert werden, konnte gestern niemand sagen. Der Innenminister selbst war zumindest über die Einlagerung nicht informiert, denn als ihn der Bürgermeister davon berichtete, sagte er: „Davon weiß ich nichts.“

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erstellt am 02.Sep.2016 | 08:00 Uhr

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