zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 05:18 Uhr

Sh-Hafentag in Husum : Chancen, Schlick und viele Sorgen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auf dem Hafentag in Husum ging es um die Zukunftsfähigkeit der verschiedenen Häfen im Land, verpasste Chancen und neue Technologien.

Wenn sich die Vertreter der schleswig-holsteinischen Häfen treffen, um über ihre Bedürfnisse und Probleme zu sprechen, wird eine Binsenweisheit schnell recht wichtig: Die Häfen dieses Bundeslandes sind derartig unterschiedlich, dass ihre Interessen nur in einigen Bereichen unter einen Nenner zu bringen sind. Oder, wie es Umweltminister Robert Habeck auf dem schleswig-holsteinischen Hafentag in Husum formulierte: „Die Häfen“ mache sich als Formulierung zwar schön auf Plakaten, „aber in der Realität hat jeder Hafen seine eigene Problemlage und Zukunftschancen“.

Welchen Häfen er eher schlechtere Perspektiven attestieren würde, dazu äußerte sich der Minister im Gespräch mit Vertretern des Gesamtverbands schleswig-holsteinischer Häfen (GvSH) nicht. Mit Verweis auf den vom Land geschlossenen Hafen Friedrichskoog betonte er allerdings, dass bei einer strategischen Bewertung der Landeshäfen ein Urteil auch mal negativ ausfallen könne.

Vor allem ging es an diesem maritimen Nachmittag aber um Themen wie den Wunsch des Brunsbütteler Hafens, dort für 400 Millionen Euro einen Flüssiggas-Terminal bauen zu lassen (wir berichteten) oder die lang gehegte Hoffnung der Husumer, dass ihr verschlickter Hafen endlich vertieft wird, so dass auch größere Schiffe die Storm-Stadt anlaufen können.

Ein Wunsch, dem Husums Bürgermeister Uwe Schmitz in seiner Begrüßung noch einmal Nachdruck verlieh: „Es ist sicher nicht im Sinne der Landesregierung, dass bei uns die Transportschifffahrt eingestellt wird, und wir uns in unserer Not wieder als Seeräuber verdingen müssen“, erklärte er mit einem Augenzwinkern – und vor dem Hintergrund, dass rund ein Fünftel der Husumer Gewerbesteuer im dortigen Außenhafen generiert wird.

Ohnehin: Die Bedeutung der Häfen für Wirtschaft und Tourismus wurde auf der Veranstaltung von allen Beteiligten immer wieder hervorgehoben. Das Ausbuddeln des Husumer Hafens, zumindest um einen halben Meter, sollte laut Habeck eigentlich kein Problem sein. Derzeit müsse man allerdings noch klären, wie man es schaffe, dass der Hafen nicht für hohe Kosten immer wieder neu entschlickt werden muss.

Auch das für die Westküste immer spannende Thema Windkraft beschäftigte die Hafen-Experten: Während der Umweltminister das eher düstere Fazit formulierte, die Landeshäfen hätten im Offshore-Bereich schlicht gegen Dänemark und Niedersachsen verloren, deutet Brunsbüttels Hafenchef Frank Schnabel die Lage insofern positiver, als dass Häfen wie der Rendsburger oder der seinige zumindest von der Onshore-Windkraft profitiere.

Zum Abschluss präsentierte GvSH-Vorsitzender Ulfbenno Krüger eine noch recht vage Einschätzung der Finanzlage für das Jahr 2016 und kam so auch noch einmal auf die Verschiedenartigkeit der Standorte zurück: Ähnlich wie in 2015 würden einige Häfen wie beispielsweise Kiel am Ende recht gut dastehen, andere hätten deutlich stärker zu kämpfen.

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 17.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen