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Husumer Nachrichten

28. März 2017 | 00:32 Uhr

Oldersbek : Bundeswehr bremst Windkraft-Pläne

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Oldersbek sollten mehrere Anlagen repowert werden – doch nun ist eine Richtfunkstrecke im Weg. Das Verfahren wird neu aufgerollt

Da schien schon alles so gut wie geregelt, doch dann kam die Kehrtwende. Nach mehreren Planungsvorstellungen und Beratungen hatte der Gemeinderat seinerzeit grünes Licht gegeben, dass auf einem Areal mit bereits bestehenden Windkraftanlagen repowert werden sollte: Drei bestehende Anlagen sollten abgebaut und drei neue – etwas versetzt – wieder aufgebaut werden. „Alles war so gut wie genehmigt“, sagte dazu Bürgermeister Hans-Joachim Müller (AAWO) auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. Doch dann kam es anders als gedacht, wie der Gemeindechef jetzt bekannt gab: „Die Bundeswehr kam sehr spät mit ihrer Ablehnung – durch das Windenergiegebiet verlaufen zwei Richtfunkstrecken der Bundeswehr.“ Bei einer von ihnen stehe nach der aktuellen Planung eine Windkraftanlage im Weg. Also muss das ganze Verfahren jetzt erneut aufgerollt werden. Dazu referierte die vom privaten Betreiber beauftragte Planerin – Diplom-Biologin Ulrike Tölke von der Gesellschaft für Freilandökologie (GfN) in Molfsee – umfangreich zu Beginn der Gemeinderats-Sitzung. Die Gemeindevertretung nahm geschlossen teil, ebenso mehrere Zuhörer. Am Ende stand ein erneuter Entwurfs- und Auslegungsbeschluss für das Gebiet. Das Gremium stimmte zu.

 

Weitere Themen der Sitzung:

Die Badestelle „Fischerteich“ soll eine neue Umrandung erhalten; die Arbeiten sollen vor Eröffnung der Badesaison abgeschlossen sein.

Dann einstimmig beschlossen: Für das Feuerwehrhaus, das Gemeindehaus und den Kindergarten wird ein sogenannter Generalschlüssel angeschafft. „Dann brauchen wir im Notfall keine Scheiben einzuschlagen“, sagte dazu der Bürgermeister. Sofortige besorgte Nachfrage von Dörte Meyer (AAWO): „Und dieser Generalschlüssel liegt dann beim Amt – und wenn es brennt, fährt erst einer nach Mildstedt und holt ihn?“ Beschwichtigung vom Bürgermeister: „Nein, das geht natürlich nicht – unser Wehrführer Rüdiger Lorenzen bekommt einen Generalschlüssel.“

Zur „Stellungnahme Teilfortschreibung Windenergie“ sagte der Bürgermeister: „Maren Jessen-Witt vom Team Ordnung und Liegenschaften beim Amt hat uns mal eine Formulierung ausgearbeitet, die wir diskutieren und beschließen wollen.“ Darin begrüßt die Gemeinde die Ausweisung eines Vorzugsgebietes. Die Gemeindeführung will die Höhe der Anlagen auf 100 Meter begrenzen. Stark verärgerte, laute Anmerkung von Sönke Matzen (AAWO): „Die Bauleitplanung ist immer Aufgabe der jeweiligen Gemeinde und müsste auch immer in der Hand der Gemeinden bleiben. Ich habe den Eindruck, von Landesseite ist da anderes gewollt.“ Spontane Unterstützung signalisierte Michael Wolf (WAO) – eben falls stark verärgert: „Wir habe es ja gehört, die Landesregierung entscheidet.“ Und auch der Gemeindechef zeigte sich nicht minder verstimmt: „Letztendlich haben auch wir gewisse Rechte und können uns nicht einfach alles aufdrücken lassen – das ist meine Meinung.“

Im Hinblick auf den Zustand der Dorfstraße signalisierte der Bürgermeister: „Ich beobachte seit zwei Jahren, dass die Pfützen größer werden und sehe Absackungen im Bereich der Abwasserleitungen und Hydranten.“ Nach eingehenden Beratungen beschlossen: Der Gemeindechef wird gemeinsam mit Fachleuten eine Bestandsaufnahme vornehmen; dazu soll die Dorfstraße an verschiedenen Stelle angebohrt werden.

Dann erläuterte Wehrführer Rüdiger Lorenzen: „Wir haben zur Zeit zwei PA-Trupps. Die Atemschutzgeräteträger werden immer häufiger gefordert – es gibt so gut wie kein Brandereignis, bei dem sie nicht eingesetzt werden. Da stoßen wir sehr schnell an unsere Grenzen und würden gerne einen dritten PA-Trupp ausrüsten. Der dazu notwendige Fahrzeugumbau wird mit einem Stundensatz von 107,70 Euro inklusive Steuer berechnet. Bei diesem Preis muss ich davon ausgehen, dass da alles Ingenieure beschäftigt sind, die diese Arbeiten ausführen.“ In die aufkommende Heiterkeit hinein schlug der Wehrführer „kostensenkend“ dann dies vor: „Den Ausbau können wir selbst vornehmen, wir haben Karosseriebauer bei uns in der Feuerwehr; wir kaufen nur die entsprechenden Originalteile. Dadurch können wir den Preis von gut 6000 Euro auf 4000 Euro senken.“ Der abschließend gefasste einstimmige Gemeinderatsbeschluss sieht vor: Aufrüstung des großen Einsatzfahrzeuges in der Variante „mit Eigenleistung“. Zusätzlich soll im Feuerwehrhaus ein Kompressor installiert werden, der die Drucklufterhaltung des Einsatzwagens gewährleistet.

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