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Energische Gemeinde-Chefin : Bürgermeisterin stoppt Raser

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gemeinden Ahrenviölfeld und Ahrenviöl ergreifen Initiativen gegen das „Heizen“ der riesigen landwirtschaftlichen Fahrzeuge durch die Dörfer. Tempolimits und Gewichtsbegrenzungen sollen die Gemeindewege schützen.

In vielen Gemeindevertreter-Sitzungen ist das Thema Wegebau immer wieder ein Tagesordnungspunkt, der zu heftigen Diskussionen führt, schließlich sind die kleinen Straßen gar nicht für die Fahrzeuggewichte ausgelegt, die sie heutzutage verkraften müssen. Denn wer hatte schon zu Zeiten der Flurbereinigung mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen gerechnet, die locker 40 Tonnen auf die Wage bringen. Und Schäden an den Wegen und Banketten, die durch die übergroßen Fahrzeuge angerichtet werden, müssen die Gemeinden, sprich die Allgemeinheit bezahlen.

Darüber klagten die Kommunen im Amt Viöl, so dass bereits vor vier Jahren ein Runder Tisch zu diesem Thema einberufen worden ist. Lohnunternehmen, landwirtschaftliche Verbände und Kommunalpolitiker versuchten Lösungen zu finden. Allerdings, nur ein Jahr später wurde schon darüber geklagt, das nicht der erhoffte Erfolg erzielt worden sei. Doch in zwei Gemeinden, in Ahrenviöl und Ahrenviölfeld sieht es anders aus. „Es nützt ja nichts, nur Regelungen zu besprechen und dann nichts mehr zu machen“, sagt etwa Edith Carstensen, Bürgermeisterin von Ahrenviöl. „Man muss die Anordnungen auch kontrollieren.“ Und sie hat für ihre Gemeinde eine Einbahnstraßenregelung erlassen. Nicht offiziell werden die Weg beschildert, sondern die Landwirte und Lohnunternehmen erhalten einen Wegeplan. Voll beladen fahren die Ernte- und Güllewagen die Kreisstraße entlang, leer werden die kleinen Wirtschaftswege genutzt. Auch die Geschwindigkeit wurde auf 30 km/h festgesetzt. „Ich kontrolliere das regelmäßig“, sagt Edith Carstensen. „Auch spät abends, gegen 22 Uhr, bin ich durchaus noch unterwegs. Das wissen die Lohnunternehmen auch und halten sich an die Absprachen.“

Dabei sagt sie, dass weniger die Landwirte selbst mit ihren Fahrzeugen das Problem darstellen, als die der Lohnunternehmen. Erst dieser tage hat sie einen riesigen Güllewagen mehr als drei Kilometer ihrem Auto mit Tempo 50 km/h verfolgt und dann gestoppt. „Bei uns sind nur 30 Stundenkilometer er laubt. Der Fahrer kam aus dem Eiderstedter Raum und wusste davon nichts, er zeigte sich sehr einsichtig“, berichtet die resolute Bürgermeisterin. Zudem hat sie mittlerweile festgestellt, dass die Lohnunternehmen aus der direkten Umgebung alle Bescheid wissen und sich meistens an die Regeln halten. Im Extremfall, wenn weitergerast wird, dann würde sie auch eine Anzeige aufgeben.

Das bestätigt auch ihr Amtskollege Stefan Petersen aus Ahrenviölfeld. Dort wurden vor einigen Jahren noch drastischere Maßnahmen ergriffen, beispielsweise kleine Wirtschaftswege einfach gesperrt. Petersen berichtet, dass die Probleme seither mit verschmutzten Fahrbahnen, überhöhter Geschwindigkeit und kaputten Banketten ordentlich abgenommen hätten. Dabei unterstreicht er, dass es auch viele positive Beispiele gebe, etwa ein Lohnunternehmer aus Treia, der sich konsequent an die 30 km/h Grenze halte und selbst auf den Kreisstraßen diese nicht überschreite. Allerdings sagen beide Gemeinde-Chefs, dass es durchaus auch schwarze Schafe gebe, doch größtenteils funktioniere das System.

Thomas Hansen, Vorsteher des Amtes Viöl, sagt, dass seiner Einschätzung nach die Problematik im Amt geringer geworden sei. Allerdings sei es Aufgabe der einzelnen Gemeinden, Lösungen zu finden, wie etwa in Ahrenviöl und Ahrenviölfeld.

Im Amt Nordsee-Treene hat es bislang noch keinen Runden Tisch gegeben, doch unterstreicht Vorsteher Ralf Heßmann wie sein Amtskollege Hansen, dass es Aufgabe der einzelnen Kommunen sei. In Hattstedt, wo er selbst Bürgermeister ist, gebe es Vereinbarungen mit den Lohnunternehmen – und dort funktioniere es gut. Die Zahl der Beschwerden sei jedenfalls deutlich zurückgegangenen.

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erstellt am 01.Mai.2015 | 16:00 Uhr

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