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Husumer Nachrichten

24. Mai 2016 | 09:56 Uhr

Stromtrasse : Bürger sorgen sich um Gesundheit

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Konkrete Pläne für den Verlauf der geplanten Westküsten-Stromleitung von Niebüll nach Brunsbüttel kommen Anfang Dezember in Husum auf den Tisch. Zuvor informiert eine Expertenrunde über mögliche Gefahren elektromagnetischer Felder.

Zwanzig große knallgelbe Holzpfeile zeigen, wohin sich die Mitglieder der Bürgerinitiative „Eiderstedt unter Höchstspannung“ die geplante Westküsten-Leitung wünschen: Nicht zum Teufel, sondern unter die Erde. Die rund 150 Kilometer lange und als Freileitung konzipierte 380-kV-Höchstspannungstrasse soll einmal den in Windparks an der Westküste erzeugten Strom von Niebüll nach Brunsbüttel transportieren. Nach wie vor sorgen sich aber viele Menschen in Nordfriesland und Dithmarschen, dass von den Höchstspannungs-Masten Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier ausgehen können. Hinzu kommt Unmut um Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes und des Denkmalschutzes sowie ein möglicher Werteverlust von Immobilien. Bei einer Kundgebung auf dem Husumer Marktplatz war die Botschaft der Eiderstedter Bürgerinitiative – die zweite „Westküste – trassenfrei“ engagiert sich südlich der Eider – denn auch eindeutig: „Pro Erdkabel in HGÜ-Technik“ – ein Verfahren der elektrischen Energie-Übertragung mit hoher Gleichspannung. Gemeinsam verweisen die Initiativen auf Gesundheitsgefährdungen durch Elektrosmog, das Risiko von Krebserkrankungen und Leukämie bei Kindern. Ein zentraler Punkt ihrer Kritik: „Der deutsche Grenzwert ist willkürlich festgelegt und hat mit Gesundheitsprävention nicht zu tun.“

Dass viele besorgte Bürger die Frage umtreibt, ob ihre Gesundheit und ihr unmittelbares Wohnumfeld ausreichend geschützt sind, weiß man auch im Kieler Energiewende-Ministerium. Deshalb soll das Thema „Elektromagnetische Felder“ gesondert aufgearbeitet werden bei einem Fachdialog Wohnumfeldschutz mit einem halben Dutzend Experten . Dazu gibt es am Dienstag, 24. September, von 19 bis 22 Uhr im Stadttheater in Heide (Dithmarschen) eine öffentliche Veranstaltung von Ministerium, Forum Netzintegration und der Deutschen Umwelthilfe. Diese hat bereits das bisherige Dialogverfahren mit zehn kommunalen und fünf fachbezogenen Veranstaltungen moderiert, an denen sich mehr als 1000 Bürger von der Westküste beteiligt hatten, und dessen Zwischenergebnisse seit Mitte Juni aufgearbeitet werden. „Ich verstehe den Zwischenbericht als eine Art Pflichtenheft für Vorhabenträger und Landesregierung“, erklärte dazu Minister Dr. Robert Habeck. Sicher werde sich daraus bei weitem nicht alles umsetzen lassen, aber er sei zuversichtlich, dass sich aus den Vorschlägen in der weiteren Planung substanzielle Verbesserungen ergeben.

Inwieweit das realistisch ist, wird sich auf der mit Spannung erwarteten Ergebniskonferenz zum Dialogverfahren am Montag, 9. Dezember, in Husum erweisen. Dort sollen die Nordfriesen und Dithmarscher Klarheit darüber erhalten, wo der TenneT-Konzern 2014 mit der Trassenplanung im Feinmaßstab beginnen will.

Ursprünglich war der Termin bereits für Ende Oktober angekündigt worden. Der Energiewende-Minister wirbt denn auch um Geduld. Schließlich gehe es darum, einen Trassenverlauf zu finden, der letzlich „für Mensch und Natur am verträglichsten“ ist. Robert Habeck: „Diese Sorgfalt ist bei einem Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung zwingend geboten.“

Die Landesregierung geht davon aus, dass TenneT seine Planfeststellungsunterlage für den Abschnitt zwischen Husum und Heide im dritten Quartal 2014 einreichen wird. Für den Abschnitt von Husum nach Niebüll wird damit Anfang 2015 gerechnet: „Erst damit beginnt das förmliche Planfeststellungsverfahren, das voraussichtlich knapp zwei Jahre dauern wird und bei dem die Öffentlichkeit gemäß der gesetzlichen Bestimmungen beteiligt wird.“

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erstellt am 17.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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