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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 08:56 Uhr

Enttäuschung in Löwenstedt : Buckelpiste und kein Ende

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Verkehrsminister Meyer erteilt Löwenstedts Bürgermeister eine Absage zur zeitnahen Sanierung der L 281. Seit die Straße als Umleitungsstrecke diente, ist sie in einem desolaten Zustand.

Im Rahmen einer Veranstaltung der Flusslandschaft hat Löwenstedt Bürgermeister Holger Jensen die Gelegenheit genutzt. Er hat den Gast, Landes-Verkehrsminister Reinhard Meyer, bei Seite genommen, um mit ihm das Dauerthema L 281 (Verbindungsstraße zwischen der B 200 und der Gemeinde Löwenstedt) zu erörtern. Dazu hatte der Gemeinde-Chef einen Ordner mit Unterlagen vorbereitet, den er dem Landespolitiker in die Hand drückte.

Das Gespräch mit Meyer sei angenehm verlaufen, so der Bürgermeister, obwohl er ihm gegenüber auf die unbefriedigende Situation hingewiesen habe. Aber, so Hansen, der Minister hätte ihm versichert, sich um die Angelegenheit zu kümmern. Und Reinhard Meyer hat Wort gehalten. Dieser Tage traf bei Holger Jensen ein Schreiben aus Kiel ein. Darin heißt es unter anderem: „Es besteht kein Zweifel, dass sich die L  281 im Bereich zwischen Löwenstedt und Haselund in einem schlechten Zustand befindet. Dieser Landesstraßenabschnitt hatte bereits vor seiner Nutzung als Umleitungsstrecke für die B  200 erhebliche Vorschäden, die durch die Umleitungsverkehre allenfalls ausgeweitet wurden. Insofern können gegenüber dem Bund keine Entschädigungsansprüche geltend gemacht werden. Die Sanierung ist ausschließlich aus Landesmitteln zu finanzieren.“

Das alles ist dem Löwenstedter Gemeinde-Chef nicht neu, doch er hatte insgeheim auf eine positive Nachricht gehofft, zumindest darauf, dass ihm ein Zeitpunkt der Sanierung genannt wird. Aber Meyer unterstrich lediglich in seinem Schreiben: „ Die L  281 gehört gemäß den Festlegungen im Bericht zum Zustand der Landesstraßen 2014 aufgrund ihrer unterdurchschnittlichen Verkehrsbelastung und der fehlenden Netzfunktion leider nicht zu den Landesstraßen, die vorrangig zu berücksichtigen sind. Bei allem Verständnis für Ihr Anliegen ist daher eine Sanierung der L  281 vor dem Hintergrund der zwingend notwendigen Prioritätensetzungen zum Erhalt des Landesstraßennetzes in absehbarer Zeit nicht vorstellbar.“ Meyer bedauert dann noch, dass er keine positive Nachricht übermitteln kann.

Das Argument der unterdurchschnittlichen Verkehrsbelastung will Holger Jensen so aber nicht im Raum stehen lassen. „Denn“, so sagt er, „viele Verkehrsteilnehmer, auch gewerbliche, meiden mittlerweile die L  281. Die haben sich ganz einfach andere Wege gesucht, auch wenn die etwas länger sind.“ Verhehlen will Jensen aber nicht, dass eine örtliche Autowerkstatt von dem schlechten Straßenzustand profitiert. Nach Aussage des Besitzers ihm gegenüber würden nämlich pro Woche bis zu zwei Fahrzeuge wegen Beschädigungen am Fahrwerk dort repariert.

Von einer erheblichen Vorschädigung der Straße könne auch nicht gesprochen werden, unterstreicht der Bürgermeister. Die richtig dicken Schlaglöcher und die Umwandlung in eine Buckelpiste seien nämlich erst nach der Umleitungsphase aufgetreten.

Zur Erinnerung: Im Jahr 2010/11 wurde der B-200-Abschnitt zwischen Haselund und Groß Jörl saniert. Vier Monate lang gab es dort eine Vollsperrung für den Verkehr, der über die L  281 umgeleitet wurde. Der Schwerlastverkehr und die große Anzahl von Fahrzeugen hätten dann, davon ist Jensen überzeugt, die Fahrbahn regelrecht aufgerieben. Auch der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Flensburg, der für die Sanierung zuständig war, stellte nach Ende der Arbeiten erhebliche Schäden fest. Allerdings war, wie sich Jensen erinnert, von einer Instandsetzung in den alten Zustand dann nicht mehr die Rede.

Mit den Aussagen des Ministers will sich der Bürgermeister aber nicht abfinden, Nun versucht er über verschiedene Schienen das Land zumindest zu einer Ortsbegehung zu bewegen. Denn dann, so Jensen, würde jedermann sehen, in was für einem erbärmlichen Zustand diese Straße ist.

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erstellt am 31.Aug.2016 | 11:00 Uhr

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