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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 20:53 Uhr

Husumer Problemfall : Buckelpiste schlägt weiter Wellen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Zubringer zur B 5 bleibt gesperrt – wer für den mutmaßlichen Planungsfehler aufkommen wird, entscheidet sich wohl vor Gericht.

Im Mai dieses Jahres berichteten die Husumer Nachrichten über die sogenannte Buckelpiste – der im Herbst 2013 eröffnete Zubringer zwischen dem Husumer Außenhafen und der B 5. Wir erinnern uns: Seit dem Frühjahr ist die Kreisstraße gesperrt, nachdem auf etwa der Hälfte der Strecke der Belag wellenförmig abgesackt war – mutmaßlich aufgrund eines Planungsfehlers einer der beteiligten Firmen.

Im Frühjahr ging man im Kreishaus noch davon aus, dass die Straße bis Ende dieses Jahres wieder schier gemacht werden könne. Darauf sollten Autofahrer und Anwohner aber eher nicht bauen: Bisher sei es nicht gelungen, sich mit der verantwortlichen Firma und ihrer Versicherung „über die Finanzierung der Schadensbehebung zu einigen“, sagte Kreissprecher Hans-Martin Slopianka auf Anfrage unserer Zeitung. „Zurzeit prüft der Kreis sämtliche ihm zur Verfügung stehenden Handlungsoptionen.“ Was das aus seiner Sicht bedeutet, sagt Karl-Jochen Maas, Bürgermeister von Südermarsch: „Die Sanierungskosten werden in die Millionen gehen. Wenn man sich den Zustand der Straße ansieht, dann weiß man, dass nicht nur eine einfache Reparatur nötig ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich da noch geeinigt wird – nur vor Gericht.“

Dass die etwa einen Kilometer lange Straße, wie von Lesern dieser Zeitung berichtet, trotz Sperrung und buckeligem Zustand weiter befahren werden soll, kann Maas nicht bestätigen. „Die Anwohner, die dort Land haben, müssen sie nutzen. Aber ansonsten geht das doch gar nicht. Versuchen Sie mal, da mit dem Fahrrad lang zu fahren – da fallen Sie runter.“

Als Hauptleidtragenden sieht Maas allerdings nicht unbedingt seine Gemeinde, sondern die Stadt Husum: „Die Straße wurde ja eigentlich gebaut, damit der Schwerlasttransport von der Wilhelmstraße fern gehalten wird. Das funktioniert ja jetzt nicht.“ Husums Ordnungsamtsleiter Malte Hansen bestätigt diese Einschätzung: Wäre die Buckelpiste keine Buckelpiste mehr, sondern befahrbar, würde dies logischerweise zu einer deutlichen Entlastung in Rödemis führen.

Und manchmal potenzieren sich die Dinge auch. So fungiert die Buckelpiste zugleich als einzige Zufahrt zum Husumer Klärwerk. Und das kann ja einfach nicht den Betrieb einstellen, weil es dort bauliche Probleme gibt. Im Gegenteil: Viermal in der Woche rollen schwere Lastwagen an, um den Schlamm abzuholen, der während des Klärprozesses entsteht“, erläutert Ekkehard Lenius, Werkleiter der Stadtwerke Husum-Abwasserentsorgung. Das ist Schwerlastverkehr im besten Wortsinn. Jedes dieser Fahrzeuge bringt 30 Tonnen auf die Waage. Und es gibt noch andere, die das Klärwerk ansteuern. „Unser Schlammwagen zum Beispiel fährt die Strecke mehrmals täglich“, berichtet Lenius. „Und der wiegt auch 23 Tonnen.“ Zudem werde regelmäßig Material angeliefert. „Die paar Pkw, die da von unserer Seite noch hinzu kommen, sind dagegen fast schon zu vernachlässigen.“ Dessen ungeachtet hat das Buckelpisten-Syndrom inzwischen auch die Zufahrt selbst erfasst. „Ja“, bestätigt Lenius, „seit einiger Zeit haben wir auch hier eine Welle.“

Ein ärgerlicher Zustand, fasst Malte Hansen zusammen: „Und dass man sich mit der zuständigen Firma immer noch nicht geeinigt hat, lässt nichts Gutes erahnen.“

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erstellt am 05.Nov.2016 | 07:00 Uhr

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