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Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 21:17 Uhr

Husum : Brennholz aus dem Stadtwald

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Husums Stadtwald Mauseberge dürfen Privatleute mit der Säge ans Werk gehen, um sich Brennholz zu beschaffen – natürlich nur nach Absprache mit dem Förster.

Im Herbst beginnt die Brennholz-Saison. Im Husumer Stadtwald Mauseberge haben Privatleute die Möglichkeit, sich nach Absprache mit Förster Walter Rahtkens mit dem Natur-Brennstoff für ihre Kamine und Öfen zu versorgen. „Im Moment ist die Nachfrage übersichtlich“, sagt der Fachmann von der Bezirksförsterei Nordfriesland der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Er ist für die rund 20 Hektar umfassenden Mauseberge zuständig.

Ein Grund für diese Zurückhaltung ist nach Ansicht Rahtkens der niedrige Ölpreis. „Außerdem haben wir nicht so harte Winter gehabt – viele besitzen noch Vorräte.“ Ein Ausnahme-Jahr war nach seinen Worten 2013: Nach dem Oktober-Orkan „Christian“ hätten sich zahlreiche Nordfriesen mit sehr viel Holz eingedeckt.

Neben der grünen Oase Mauseberge darf auch aus dem Schulwald und einem Waldstreifen, der sich ebenfalls im nördlichen Stadtbereich befindet, Brennholz entnommen werden. Insgesamt hat die Stadt einen Waldbestand von etwa 34 Hektar.

In Nordfrieslands Kreisstadt fällt der Bürger nicht selbst, dies erledigen Waldarbeiter der Forstbetriebsgemeinschaft. „Wer Holz haben möchte, bekommt eine Fläche zugewiesen und muss die Stämme von Ästen befreien und zerkleinern“, erklärt Rahtkens. Sicherheitshose, Helm und beim Einsatz einer Kettensäge ein entsprechender Nachweis sind Pflicht.

Auch ein Förster hat Stammkunden – „und die werden vorrangig bedient“, sagt Walter Rahtkens. „Von ihnen weiß ich, dass sie sorgfältig arbeiten und den Wald ordentlich verlassen.“ Damit spielt er darauf an, dass Waldwege, die noch nass vom Regen sind, nicht befahren werden dürfen. „Es nützt ja nichts, Holz zu verkaufen, wenn anschließend die Wege ruiniert sind und saniert werden müssen.“ Auch das ärgert den Förster: „Manche machen es ganz dringend – und drei Monate später liegen die Bäume immer noch da.“

Zurzeit sucht Rahtkens die Bäume aus, die zu Nutzholz werden dürfen – sie werden markiert. Darunter befinden sich abgestorbene Kandidaten – ein untrügliches Zeichen hierfür ist ein früher Blätterverlust – oder solche, die bereits eine Schräge aufweisen. Aufgrund einer Pilzkrankheit gehören Eschen mit zur Brennholzauswahl des Försters. In jungen Beständen geht es darum, einzelne Bäume aus einer Gruppe zu entfernen, wenn diese zu dicht zusammenstehen. „Ich schaue, was notwendig ist.“

Da sich bisher nicht viele Holzinteressenten gemeldet haben, wird Rahtkens für den Anfang nur 50 Festmeter für Privatleute freigeben. „Dickere Stämme haben wir in der Vergangenheit auch an Holzfirmen verkauft.“

Einige rufen bei ihm an, weil sie gern Äste einsammeln möchten. „Davon bin ich nicht so ein Freund. Denn etwas Holz soll gern im Wald bleiben“, verweist der Förster darauf, dass Totholz beispielsweise ein wichtiger Lebensraum für Insekten ist.

Sein direkter Kollege, Förster Hans-Hermann Hein (Drelsdorf), der den Landesforst in Schobüll betreut, hat kein Brennholz zu vergeben: Es sei nichts da. Orkan „Christian“ wirkt nachhaltig...

 


Wer Holz aus Husum möchte, sollte sich unter 0151/20339912 bei Förster Walter Rahtkens melden.

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erstellt am 20.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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