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Husumer Nachrichten

06. Dezember 2016 | 11:25 Uhr

Eigeninitiative : Bellos stilles Örtchen soll hübscher werden

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Husumer Frank Gwisdalla regt sich über das schäbige Hundeklo im Schlossgarten auf. Der Hartz IV-Empfänger wird nun im Alleingang tätig.

Wer gelegentlich durch den Schlosspark spaziert, mag sich über das moosbewachsene, mit Brettern eingezäunte Areal wundern, dass im Eingangsbereich des Parkes, in direkter Nachbarschaft zum Kinderspielplatz liegt. Dass es sich hierbei um ein Hundeklo handelt, wissen sicherlich nicht alle Husumer. Woher auch – fehlt doch ein Hinweisschild, das für Aufklärung sorgt. Frank Gwisdalla regt so etwas auf. Seit vielen Jahren hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den Müll im Park wegzuräumen. „Ich bin arbeitslos und habe viel Zeit“, erklärt der 56-jährige ehemalige Berliner sein Engagement.

Seine Lederhandschuhe und sein Greifer zum Müllaufsammeln, den er sich selbst von seinem Taschengeld angeschafft hat, trägt er bei seinen täglichen Rundgängen immer bei sich. Gwisdalla nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um den Zustand des Schlossparks geht. Hinsichtlich des Hundeklos ist er überzeugt: „Das passt nicht zusammen und bietet gleich im Eingangsbereich des Parkes kein schönes Bild.“ Und so hat er seit geraumer Zeit selbst die Initiative ergriffen und die Sandfläche in dem eingezäunten Bereich von Gras und Unkraut befreit. „Was geht dich das an, mach’ dass du wegkommst“, hat er schon zu hören bekommen. Doch von derartigen unfreundlichen Reaktionen lässt sich Frank Gwisdalla nicht einschüchtern. „Das sieht schon seit Jahren so aus und offensichtlich hat die Politik kein Interesse daran, dass sich dieses ungepflegte Bild einmal verändert.“

Mit seinem Anliegen „Das Hundeklo muss schöner werden“ meldete sich der Wahl-Husumer in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten zu Wort und verwies auf diesen seiner Meinung nach unhaltbaren Zustand.

Doch mit seinem Wunsch nach einem gepflegten Park und insbesondere einem sauberen Hundeklo geht Frank Gwisdalla noch weiter. Am Ende des Monats bekommt er wieder sein „Taschengeld“, wie er selbst die Hartz IV-Zuwendung bezeichnet. Dann wolle er ein fehlendes Brett am Zaun ersetzen und den Zaun komplett streichen – und das auf eigene Kosten. Die Maße hat er bereits genommen und die Menge der Farbe steht ebenfalls schon fest. „Wenn es die Stadt nicht für nötig hält, diesen Zustand zu ändern, dann müssen die Bürger selbst zur Tat schreiten“, lautet seine Devise. Doch für ein Schild müsse die Stadt sorgen.

Solange dies nicht angebracht ist, dürfte das Rätselraten über die Hundetoilette weitergehen Auch bei Spaziergängerin Hannelore Schneider wundert sich: „Das soll ein Hundeklo sein?“ Harald Carstens schüttelt den Kopf. „Auf Hundeklo wäre ich jetzt nicht gekommen“, gibt er zu und stellt die Sinnfrage. „Ich als Hundebesitzer soll also die Pforte öffnen und zu meinem Vierbeiner sagen, dass er hier – und nur hier – sein Geschäft machen darf? So verhält sich doch kein Hund! Wer hat sich das denn ausgedacht?“

Frank Gwisdalla hält derweil an seinem Vorhaben fest. „Wenn bis Ende des Monats nichts passiert ist, werde ich die Aktion starten.“ Bürgervorsteher Peter Empen stellte auf Anfrage jedoch klar, dass dies eine Aufgabe für die Mitarbeiter des Bauhofes sei und sie den Auftrag schon erhalten hätten. Dennoch zeigte sich Empen beeindruckt. Frank Gwisdalla gehöre zu jenen Bürgern, die sich nützlich machten. „Mit seinen Anliegen und Vorschlägen sollten wir ihn ernst nehmen.“

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