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Husumer Nachrichten

07. Dezember 2016 | 15:35 Uhr

Kreis Nordfriesland : Beim Strom tanken bundesweit vorn

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Sachen Elektromobilität ist der Kreis Nordfriesland bundesweit führend. Für seine Vorreiterrolle ist er jetzt ausgezeichnet worden. Im Kreisgebiet gibt es mehr als 70 öffentliche Tanksäulen und über 200 E-Autos.

Damit die Elektromobilität in Nordfriesland Fahrt aufnimmt, setzt der Kreis seit 2010 vermehrt auf den Ausbau von Stromtankstellen. Die mittlerweile vorbildliche Infrastruktur – inzwischen gibt es mehr als 70 öffentliche Stromtankstellen – hat Erfolg: Im Kreisgebiet sind mehr als 200 elektrisch betriebene Kraftfahrzeuge angemeldet – vier Mal so viele wie im Bundesdurchschnitt. Dafür ist der Kreis Nordfriesland jetzt von der Agentur für Erneuerbare Energien ausgezeichnet worden.

Für den „herausragenden Einsatz für den Ausbau von Erneuerbaren Energien sowie von Elektromobilität“ würdigt die Agentur den Kreis als Energie-Kommune des Monats. „Nordfriesland zeigt vorbildlich, wie Kommunen Konzepte entwickeln können, um den in Erneuerbare-Energien-Anlagen erzeugten Strom im Verkehr zu nutzen“, unterstreicht Nils Boenigk, stellvertretender Agentur-Geschäftsführer.

„Die Küstenregionen werden den Klimawandel als erste zu spüren bekommen“, weiß Landrat Dieter Harrsen. „Daher setzen wir uns in Nordfriesland in besonderem Maße für den Klimaschutz ein.“ Im Fokus stand dabei bisher der Ausbau Erneuerbarer Energien. 2016 betrug die Stromproduktion aus Windkraft, Biomasse und Sonnenenergie bereits mehr als das Fünffache des eigenen Verbrauchs. Bis 2020 will Nordfriesland der klimafreundlichste Kreis Deutschlands werden.

„Bei der Einsparung von Klimagasen konzentrieren wir uns derzeit auf die Bereiche mit den größten, bisher noch nicht gehobenen Potenzialen: Gebäudeheizung und Verkehr“, erklärt Harrsen. Die Elektromobilität verbinde die beiden Sektoren Strom und Verkehr nach dem Motto „Strom vom Deich statt Öl vom Scheich“. Um den Nordfriesen den Umstieg auf die Elektrofahrzeuge zu erleichtern, unterstützt der Kreis den Ausbau der Lade-Infrastruktur.

Für die Zukunft wollen die Nordfriesen gemeinsam mit den Nachbarkreisen Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg sowie der Projektgesellschaft Norderelbe auch ein Netz von Schnellladesäulen entlang der gesamten Westküste von Dänemark bis Hamburg installieren (wir berichteten). Fahrer sollen den Akku dort innerhalb von 20 Minuten für die nächsten 100 bis 150 Kilometer Wegstrecke aufladen können.

Eng kooperiert die Kreisverwaltung auch mit der Genossenschaft eE4mobile, die ihren Sitz in Bredstedt hat. Mit Unterstützung der Europäischen Union und des Landes arbeitet die Genossenschaft daran, mehr Nutzer für die Elektromobilität zu begeistern und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Ihren Leitsatz erklärt Projektmanger Stephan Wiese: „Nordfriesland produziert so viel Strom, dass wir ihn nicht loswerden können. Also gehört der Strom in den Tank – das ist preiswert und von hier.“

Dabei ist Wiese auch klar, dass es sich derzeit um ein bilanzielles Gegenrechnen von Stromerzeugung und Verbrauch durch Elektromobilität handelt. Für ihn ist der Aufbau einer E-Mobil-Flotte aber der erste, wichtige Schritt. Dass alle Fahrzeuge Ökostrom beziehen, ist der zweite. „Derzeit wollen wir mit unserer Arbeit einen Bewusstseinswandel hervorrufen“, sagt Projektmanager Wiese.

Dazu organisiert die Genossenschaft auch Beratungen, Testfahrten, Testwochen für Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen. Zudem vermittelt sie dank Kooperation mit Herstellern auch Elektrofahrzeuge zu günstigen Konditionen. So kommt es, dass von 200 Neuwagen eines bestimmten Elektromobiltyps, die ein Autohersteller im Jahr 2015 bundesweit abgesetzt hat, 61 in Nordfriesland zugelassen sind.

Stephan Wieses Ziel ist es, in diesem Jahr mindestens 100 Nordfriesen vom Kauf eines Elektroautos zu überzeugen.

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erstellt am 07.Sep.2016 | 13:00 Uhr

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