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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 12:44 Uhr

Bundeswehr-Dienstleistungszentrum : Beim Bund und doch zivil

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum in Husum bietet jungen Leute Ausbildungsplätze in zehn verschiedenen Berufen an. 67 Berufsanfänger starten dieses Jahr ihre Ausbildung.

Es ist einer der größten Ausbildungsbetriebe der Region – und zugleich einer, dessen Zuordnung den meisten Außenstehenden schwer fällt: Das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum in Husum bietet jährlich rund 70 Ausbildungsplätze an – und zwar in Zivilberufen.

„Viele vermischen das mit der militärischen Ausbildung in der Truppe, aber das ist ganz was anderes“, sagt Eckhardt Ahlborn. Der 53-jährige Regierungsdirektor ist seit Anfang des Jahres Leiter des Zentrums mit seinen 750 Mitarbeitern, die für das Management und die Betreuung des Personals und der Liegenschaften fast aller Dienststellen der Bundeswehr nördlich des Nord-Ostsee-Kanals sowie für Finanzen, Beschaffungs- und Vertragsangelegenheiten und interne Dienste zuständig sind. In dessen Einrichtungen werden junge Leute zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Tischler, Maler und Lackierer, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Industriemechaniker oder auch im Verwaltungsfach geschult – neuerdings wird sogar ein Fachangestellter für Bäderbetriebe ausgebildet. Und für die angehenden medizinischen und zahnmedizinischen Fachangestellten der Sanitätsversorgungszentren sowie die künftigen Fluggerätmechaniker und Elektroniker für Geräte und Systeme in den Bundeswehr-Ausbildungswerkstätten in Husum, Leck und Flensburg zeichnet das Zentrum als Personal bearbeitende Dienststelle ebenfalls verantwortlich.

Die Ausbildung ist sehr gründlich – und gefragt: „Für dieses Jahr haben wir 712 Bewerbungen bekommen“, sagt die Ausbildungsbeauftragte Andrea Pöhlmann. 13 junge Leute haben am 1. August ihre Stelle angetreten, weitere 54 starten am 1. September ihre Berufskarriere. Darunter auch die Auszubildenden in den beiden beliebtesten technischen Sparten: „145 Bewerbungen hatten wir für das Dutzend Stellen für Fluggerätmechaniker und 111 für die 40 Plätze der Elektroniker für Geräte und Systeme.“ Übertroffen worden seien diese Zahlen nur von den 159 Interessierten, die um die zwei Plätze für Verwaltungsfachangestellte konkurrierten. „Und für die drei Stellen für medizinische Fachangestellte hatten wir 134 Anwärterinnen“, so Andrea Pöhlmann.

Insgesamt, so sagt sie, würde sich die Anzahl von männlichen und weiblichen Bewerbern die Waage halten: „359 zu 353 war das Verhältnis in diesem Jahr.“ Allerdings sei die Verteilung geschlechterspezifisch recht eindeutig: „Die Jungen bevorzugen technische Berufe, die Mädchen eher Büroarbeit oder die medizinischen Sparten.“ Natürlich stehen alle Ausbildungsplätze beiden Geschlechtern offen. Wobei es für die vier Plätze für zahnmedizinische Fachangestellte zwar 46 weibliche, aber keinen männlichen Interessenten gab. Zumindest nicht in diesem Jahr. Da sei es eine erfreuliche Ausnahme gewesen, dass in den Sanitätsbereichen der Bundeswehr 2015 ein medizinischer Fachangestellter und 2016 ein zahnmedizinischer Fachangestellter die Lehrjahre beendet haben. Und in den Ausbildungswerkstätten sind weibliche Auszubildende durchaus keine Seltenheit – zur Zeit sind es zwölf. Auch eine Industriemechanikerin ist gerade mit an Bord.

Überhaupt entspreche die Bewerberlage derjenigen bei den Unternehmen in der freien Wirtschaft. „Allerdings gibt es auch sehr viele, die sich nur bei uns bewerben, weil unsere Ausbildung so einen guten Ruf hat“, sagt Andrea Pöhlmann. Das hat auch bei Sandra Dorsch den Ausschlag gegeben: „Ich habe mich zwar auch bei zivilen Stellen beworben, aber die Qualität hier hat bei der Entscheidung den Ausschlag gegeben“, sagt die 16-jährige Auszubildende für Zahnmedizin, die am 1. August im Sanitätsversorgungszentrum in der Husumer Fliegerhorstkaserne angefangen hat. „Hier werde ich sogar in den Bereich der Oralchirurgie eingearbeitet.“

„Es wird streng nach den Ausbildungsverordnungen geschult, und wenn das in unseren Einrichtungen nicht geht, entsenden wir in zivile Partnerbetriebe“, so Andrea Pöhlmann. Zum Beispiel im medizinischen Bereich: „Abrechnung können sie in den Bundeswehr-Sanitätszentren nicht lernen, weil Soldaten freie Heilfürsorge haben. Dafür gehen sie dann in eine zivile Praxis.“ Für alle Sparten seien den zuständigen Kammern die Nachweise vorgelegt worden, dass sämtliche geforderten Lehr-Inhalte vermittelt werden.

Um die Ausbildungsplatz-Angebote des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums bekannt zu machen, werden pro Jahr etwa 35 regionale Berufsmessen zur Nachwuchsgewinnung besucht. „Da sind dann auch Mitarbeiter der Karrierecenter der Bundeswehr dabei, denn die sind zentral für alle Aspekte der Nachwuchsgewinnung zuständig“, sagt Ahlborn. Die Werbung sei am effektivsten, wenn man direkt in die Schulen der Region gehe, ergänzt Andrea Pöhlmann. „Da bekommen wir dann auch die meisten unserer Auszubildenden her.“ Mit einer Ausnahme: „Wir sind der einzige Ausbildungsbetrieb für Fluggerätemechaniker in ganz Schleswig-Holstein. Und für die Stellen haben wir Bewerbungen aus ganz Deutschland.“

 

Bewerbungen für das Jahr 2017
65 Ausbildungsplätze hält das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum für 2017 bereit. Die Bewerbungsfrist läuft, Schluss ist am 31. Oktober. Mindestvoraussetzung für die Bewerbung ist ein sehr guter bis guter Hauptschulabschluss. Schwerbehinderte Bewerber und Bewerberinnen werden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt. Die Bewerbungen sind an das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum, Industriestraße 15, 25813 Husum zu schicken oder online an BwDLZHusum@bundeswehr.org. Weitere Informationen gibt es bei Andrea Pöhlmann (Raum 114) unter Telefon 04841/77654240 und im Internet auf der Seite www.bundeswehrkarriere.de.

 

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erstellt am 23.Aug.2016 | 13:00 Uhr

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