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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 08:53 Uhr

Wettbewerb : Barrierefreie Arztpraxen gesucht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Beauftragte der Stadt Husum für Menschen mit Behinderung möchte, dass es mehr barrierefreie Arztpraxen gibt und wirbt für einen Wettbewerb.

Hans Böttcher war fleißig. Der städtische Beauftragte für Menschen mit Behinderung hat Briefe an rund 60 Ärzte in Husum verschickt. Darin macht ihnen der 75-Jährige ein besonderes Angebot: Er bietet sich als Berater an, wenn es darum geht, Praxen von niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten barrierefrei zu gestalten. Ein Mediziner, der einen Neubau plant, hat sich bereits bei ihm gemeldet und um kompetenten Rat nachgefragt. „Und ein Kollege von ihm hat sich gemeldet und mir berichtet, dass er bereits seit 1987 eine barrierefreie Praxis hätte“, erzählt Böttcher. Für alle anderen hat der Stadt-Beauftragte einen guten Tipp: „Es gibt bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein ein Extra-Förderprogramm für barrierefreie Praxen.“

Böttcher, der selbst auf einen Rollstuhl angewiesen ist, weiß aber, dass es in seiner Heimatstadt eine „ganze Reihe“ von Arztpraxen gibt, bei denen Patienten mit einem Handicap Hürden überwinden müssen. Damit alles besser wird, möchte der Husumer Ärztinnen und Ärzte für dieses Thema sensibilisieren. Dass dies wichtig ist, belegt folgende Zahl: Jeder zehnte Einwohner Schleswig-Holsteins habe eine amtlich festgestellte Behinderung – Tendenz steigend, informiert Hans Böttcher.

Deshalb wirbt der Beauftragte für behinderte Menschen auch für den Wettbewerb „Barrierefreie Arztpraxen gesucht“ seines Kollegen auf Landesebene, Prof. Dr. Ulrich Hase, gemeinsam mit dem Sozialverband Schleswig-Holstein. Böttcher bekleidet in Husum das Amt des Sozialverbands-Vorsitzenden.

Mediziner dürfen sich selbst bewerben oder von Mitarbeitern und/oder Patienten vorgeschlagen werden. Dazu muss ein Formular auf www.wettbewerb.sovd-sh.de bis zum 13. November, 24 Uhr, ausgefüllt werden. Eine Vorauswahl aus allen Einsendungen treffen Fachkundige des Landes-Sozialverbandes. Diejenigen Praxen, die dann noch im Rennen sind, werden von einer Experten-Kommission besucht, die kurze Protokolle über den Grad der Barrierefreiheit an den jeweiligen Adressen erstellen. Eine Jury, in der unter anderem Dr. Thomas Maurer, Landesvorsitzender des Hausärzte-Verbandes, vertreten ist, entscheidet dann, wer die Auszeichnung „Barrierefreie Arztpraxis Schleswig-Holstein 2016“ erhält. Das Zertifikat für die Sieger-Praxis soll bei einer öffentlichen Preisverleihung im Dezember übergeben werden.

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erstellt am 12.Nov.2016 | 13:00 Uhr

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