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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

TSBW in Husum : Ausbildungsstätte mit dem besten Ruf

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wenn das Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk zum Tag der offenen Tür einlädt, kommen die Gäste von überall her nach Husum.

Die Idee, einmal im Jahr das „Innenleben“ des Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerks (TSBW) der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten zu präsentieren, ist nicht neu – dennoch zieht die eintägige Veranstaltung Menschen aus nah und fern immer wieder in ihren Bann: Junge Leute, die die Weichen für ihre berufliche Zukunft stellen wollen, Eltern, die sehen möchten, wie ihre Sprösslinge untergebracht sind, Einwohner, die allgemeine Informationen über das TSBW suchen oder vielleicht „nur“ die Kontaktpflege und den Klönschnack.

Auch Politiker manifestierten durch ihre Anwesenheit, wie bedeutsam das TSBW mit seiner Strahlkraft weit über regionale Grenzen hinaus ist: „Wie jedes Jahr eine tolle Veranstaltung – familiär und immer auf die Bedürfnisse der jungen Menschen zugeschnitten“, lobt Lars Harms, SSW-Vorsitzender im Landtag. Sven-Thomas Schmidt-Knäbel, zweiter Stellvertretender Bürgermeister der Kreisstadt, ist „stolz, dass wir eine so hochkarätige, weitläufig aufgestellte Einrichtung in Husum haben“.

Neu und zudem bemerkenswert ist der vor wenigen Monaten installierte Ausbildungsgang zum Berufskraftfahrer, der in Kooperation mit dem Schulungszentrum des Transportunternehmens Lonsdorfer angeboten wird: „Es gibt bereits Interessenten“, freuen sich der Leiter des Lonsdorfer-Schulungszentrums Joachim Davids und sein Mitarbeiter Hauke Carstensen, die beide für die Ausbildung verantwortlich zeichnen.

„Unser Schwerpunkt ist die Integration unserer Teilnehmer in den ersten Arbeitsmarkt“, formuliert es Werner Haverkamp vom Integrationsteam. Nach seinen Worten werden weit über 700 Teilnehmer in mehr als 60 Berufen ausgebildet. Rund die Hälfte der jungen Leute sei im Internat oder angemieteten Wohnungen des TSBW untergebracht. Wichtig sei während der Ausbildungszeit vor allem die Kooperation mit vielen Akteuren: Den Auszubildenden selbst, ihren Eltern und den vielen Betrieben, die Praktikumsplätze zur Verfügung stellen.

Einen gewichtigen Beitrag für eine gelungene Integration von schwerhörigen oder gehörlosen Personen leistet das „Fachteam Hörschädigung“. Dazu die Audiometristin Adelheid Rieck und Dr. Andreas Paulini, der für die Integration Gehörloser mitverantwortlich zeichnet: „Wir bieten ein breites Spektrum an – von der Gebärdensprache über die psychologische und psychiatrische Betreuung bis hin zu der Technik, die das Hören ermöglichen oder erleichtern kann – wir sind barrierefrei.“ Besonders freut sich Rieck, völlig neue und noch effektivere Hörtests anbieten zu können.

Ebenfalls ganz frisch ist der Kiosk „Pausmich“: Dort „weiß der Kaufmann genau, was du willst“ – so verraten es die einheitlichen T-Shirts des Teams, bestehend aus Auszubildenden und Umschülern. Seit März dieses Jahres bietet „Pausmich“ frischen Kaffee an, Tee, kalte Getränke, was Süßes und andere Artikel. Auch die längst etablierten Abteilungen präsentieren sich und zeugen von den zum Teil bewundernswerten Fähigkeiten der Teilnehmer: Beim Aufpolstern von antiken Sitzmöbeln stellen Daria (27) und Mandy (28) ihre Geschicklichkeit unter Beweis: „Man braucht ein genaues Auge und muss sorgfältig arbeiten“, sagt Daria, im Moment noch in einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme und ab August Auszubildende zur Raumausstatterin. Mandy ist ebenfalls mit viel Elan bei ihrer Arbeit: „Kein Stück ist wie das andere – es ist stets eine neue Herausforderung.“ Celine, 18 Jahre alt und im Grundlehrgang zur Zerspanungsmechanikerin, arbeitet zu Anschauungszwecken am Modell eines Trikes. Sie bringt es lakonisch auf den Punkt: „Natürlich macht mir die Arbeit Spaß – deshalb habe ich den Beruf ausgewählt.“

Einrichtungsleiter Hans-Jürgen Vollrath-Naumann freute sich über die Vielzahl der Besucher, die sich über die facettenreichen Möglichkeiten zur beruflichen Bildung informieren: „Es sind schöne Rückmeldungen. Wir werden wertgeschätzt und wahrgenommen – auch von der Politik. Wir sind im Bewusstsein der Bevölkerung verankert.“

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