zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

06. Dezember 2016 | 11:18 Uhr

Wehrführer-Versammlung in Bredstedt : Ausbildung sorgt für Gesprächsbedarf

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Führungen der 22 Freiwilligen Feuerwehren des Amtes Mittleres Nordfriesland trafen sich in Bredstedt. Sie fordern unter anderem Verstärkung für die Atemschutzstrecke in Niebüll.

Regelmäßig treffen sich die Wehrführungen der 22 Freiwilligen Feuerwehren des Amtes Mittleres Nordfriesland zum Gedankenaustausch. Neben den Wehrführern nehmen daran auch deren Stellvertreter, die Sicherheitsbeauftragten, Jugendwarte und Musikzugführer teil – denn die angesprochenen Themen betreffen häufig alle Abteilungen. So zum Beispiel das komplexe Thema Kameradschaftskasse, das derzeit in aller Munde ist. Wie der Kreiswehrführer in der jüngsten Dienstversammlung berichtete, wurden dazu gerade E-Mails an alle Verantwortlichen versendet: „Bezüglich dieses Sondervermögens für die Kameradschaftspflege in den Feuerwehren müssen die Gemeinden jetzt eine Satzung beschließen“, informierte Christian Albertsen die Wehrführer, und empfahl ihnen, sich vorab Gedanken über die noch festzusetzenden Wertgrenzen zu machen.

Bernd Ingwersen nutzte die Gelegenheit, um über die Arbeit der Bredstedter Wasserwacht zu informieren. Er regte an, die Zusammenarbeit zu intensiveren: „Feuerwehr und Wasserwacht haben etwas gemeinsam: Beide arbeiten mit Wasser“, sagte er und verwies auf die drei erfahrenen Taucher in seinem Team, die bei Bedarf angefordert werden können, und auf das Rettungsboot, das im Katastrophenfall zum Einsatz kommen soll. Der stellvertretende Amtswehrführer Kurt Viertel signalisierte Interesse und stellte eine gemeinsame Übung mit der Feuerwehr in Aussicht.

Den größten Raum nahm an diesem Abend allerdings das Thema Ausbildung ein. So wies Albertsen darauf hin, dass an der Atemschutzstrecke in Niebüll das Personal verstärkt werden musste, weil es dort mittlerweile fast täglich Probleme gibt: „Immer wieder müssen wir Kameraden da rausholen, weil sie unter der Belastung schlapp machen.“ Auch deshalb bat er um mehr Sorgfalt im Umgang mit den Gesundheits-Bescheinigungen. „Wenn jemand gerade eine Erkältung hinter sich hat oder sich an dem Tag aus anderen Gründen nicht wohl fühlt, dann hat er auf der Strecke nichts zu suchen.“ Zudem monierte der Kreisbrandmeister die sehr kurzfristigen Absagen von Kameraden, die zu Gruppenführer-Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule angemeldet sind. Manche würden auch einfach gar nicht erscheinen, was zu Konsequenzen führe: „Die Schule hat den Bedarf der Freiwilligen Feuerwehren bereits reduziert“, mahnte Albertsen und bemängelte bei dieser Gelegenheit zugleich, dass nur 39 der insgesamt 132 Wehrvorstände in Nordfriesland seine Frage nach dem derzeitigen Lehrgangsbedarf beantwortet hätten. Bedenklich, so Kurt Viertel, seien zudem die schlechten Prüfungsergebnisse bei der kürzlich abgeschlossenen Truppführer-Ausbildung. „Damit die Kameraden den Ansprüchen gewachsen sind, setzen wir für diesen Lehrgang künftig einen zusätzlichen Übungsabend an“, kündigte er an. Auch Jugendwart Björn Ingwersen hatte in Punkto Ausbildung keine guten Nachrichten: „Von den 24 Anwärtern für die Leistungsspange sind nach und nach so viele abgesprungen, dass wir am Ende mit nur acht Jugendlichen in die Prüfungen gegangen sind“, beschrieb er einen zunehmenden Trend und mahnte: „Das ist ein deutliches Alarmzeichen, da müssen wir ran!“ Gleichzeitig verkündete Ingwersen, dass seine Amtszeit nun definitiv zu Ende sei: „Ab nächster Woche ist das nicht mehr meine Aufgabe.“ Einen Nachfolger gibt es offiziell noch nicht, Kurt Viertel ist aber zuversichtlich, dass sich diese Frage in absehbarer Zeit klären wird: „Die Betreuung unserer Jugendwehren ist damit nicht gefährdet“, betonte er.

Ein anderer Wachwechsel konnte bereits erfolgreich vollzogen werden: Thomas Ketelsen aus Struckum, der über viele Jahre Ausbildungsbeauftragter für die Feuerwehren im Amt gewesen ist, hat diese Aufgabe inzwischen an den stellvertretenden Wehrführer aus Drelsdorf abgegeben. Damit liegt die Koordination der Ausbildung auf Amtsebene künftig in den Händen von Heiko Boockhoff.

Abschließend hatte Margitta Paulsen einen Termin zu verkünden: „Die nächste internationale Feuerwehrsternfahrt führt uns nach Dänemark und findet vom 25. bis 28. Mai 2017 in Sonderburg statt. Das ist so nah wie selten und eine schöne Gelegenheit für alle, die noch nie dabei waren, sich dafür anzumelden“, warb sie um Teilnehmer. An diesem Treffen nehmen bis zu 5000 Feuerwehrleute vieler Nationen teil. Allein der große Umzug der Feuerwehren durch die Stadt sei ein Erlebnis, sagte sie, und wies darauf hin, dass für den Freitag und den Sonnabend Bustouren nach Sonderburg geplant seien.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen