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Husumer Nachrichten

06. Dezember 2016 | 15:09 Uhr

Verkaufsoffener Sonntag : Aus der Kirche auf die Automeile

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Autohändler, Werbegemeinschaft und Kunden waren mit der Automeile auf dem Husumer Marktplatz sowie dem verkaufsoffen Sonntag sehr zufrieden. Nur Petrus zeigte sich von seiner launischen Seite.

Größer hätte der Kontrast nicht sein können. Nach der feierlichen Konfirmation in der Marienkirche stießen die Gottesdienstbesucher vor der Tür unvermittelt auf die „Automeile“ rund um das Wahrzeichen der Stadt. Pastorin Katrin Hansen zeigte sich von dem Bild beeindruckt. „Von der frommen Welt mitten hinein in die weltliche, das ist schon sehenswert“, sagte sie schmunzelnd. Gottesdienst-Besucher Martin Hermann aus Dortmund, der zur Konfirmation seiner Enkelin nach Husum angereist war, nahm die Gedanken der Pastorin auf: „Wir leben von und mit der Welt – und das ist auch gut so“, sagte er. Die beiden waren nicht die einzigen, die von dem bunten Treiben vor den Toren der Zentralkirche angetan waren.

Die Idee der Werbegemeinschaft, eine Automeile in Verbindung mit einem verkaufsoffenen Sonntag zu veranstalten, war bei den Autohändlern durchweg auf positive Resonanz gestoßen. Mehr als 50 Fahrzeuge hatten die beteiligten Händler aus diesem Anlass auf den Marktplatz und in die Großstraße gebracht. „Schon um 10.30 Uhr, eine halbe Stunde, bevor es offiziell losging, standen hier die ersten Interessenten“, sagte Uwe Schmidt, Geschäftsführer von Autovertrieb Kielsburg (AVK), erfreut. Stunden später zeigte sich Schmidt von dem großen Andrang geradezu überwältigt. „Damit haben wir wirklich nicht gerechnet. Aber es zeigt uns, dass der Bedarf für eine Veranstaltung vorhanden ist.“

Und trotz der vielen Menschen und Fragen, mit denen sie bestürmt wurden, waren die Händler auf diesen Tag bestens vorbereitet. Fachberater standen den Besuchern zu jeder Zeit mit Rat und Tat zur Seite. Dabei zeigte sich auch, dass die Interessen von Autofahrerinnen und Autofahrern bisweilen weit auseinanderklaffen können, selbst wenn sie miteinander verheiratet sind. „Ein Fahrzeug muss einfach zu bedienen sein“, machte zum Beispiel Hannelore Thomsen aus Husum deutlich, während ihr Mann sich mehr für das äußere Erscheinungsbild seines Wunschgefährts interessierte.

Die sonntägliche Autoshow kam für den Vielfahrer Michael Schulz aus Friedrichstadt genau zum richtigen Zeitpunkt. „Ich fahre im Jahr gut 70.000 Kilometer, da kann so eine Automesse bei der Suche nach dem nächsten Fahrzeug durchaus eine Hilfe sein“, sagte er. Doch nicht nur praktizierende Autofahrer gehörten zu den Besuchern. Auch der Familiennachwuchs zeigte sich von den Ausstellungsstücken beeindruckt und begeistert. Das Fachsimpeln keine Männer-Domäne ist, machte Heike Stritzel aus Husum deutlich. Eine Auto dürfe durchaus schön sein, „aber entscheidend sind die praktischen Aspekte“, gab sie ihrem Bekannten mit verschmitztem Lächeln zu verstehen. „Wir Frauen setzen beim Auto eben andere Akzente.“ Frank Gröchel wollte das so nicht stehen lassen: Praxistauglichkeit hin oder her – „ein Auto muss schon noch etwas mehr hergeben“, gab er zurück.

Zu den vielen Besuchern der Automeile gesellte sich überflüssigerweise Tiefdruckgebiet Theres, das mit seiner ganz eigenen Spielart von Kontrastprogramm aufwartete. Hatte Petrus in den zurückliegenden Wintermonaten mit Schnee und Eis gegeizt, so ließ er am frühen Nachmittag Graupel- und Hagelschauer auf die Stadt nieder. Doch die Besucher nahmen es gelassen und hatten für diesen ungemütlichen Gast nur ein müdes Lächeln übrig. Un am Nachmittag machte der April seinem Namen sowieso wieder alle Ehre. Frei nach dem Motto: „Alles zurück und stattdessen das Gegenteil“, zeigte sich dann sogar wieder die Sonne und spendete dort, wo sie länger als ein, zwei Minuten hinschien, sogar so etwas wie frühlingshafte Wärme, die viele Husumer zum Anlass nahmen, noch einmal vor die Tür zu gehen – sei es, um zu flanieren, Autos zu gucken oder durch die Geschäfte zu bummeln.

Für den Vorsitzenden der Werbegemeinschaft Husum, Peter Cohrs, hatte das Wetter durchaus etwas Ausgewogenes. „Mal waren die Leute lieber draußen bei den Autos, mal drinnen bei uns“, sagte er mit einem Lächeln. Und: „Das Thema Auto scheint zu tragen.“ Aber auch mit dem verkaufsoffenen Sonntag war Cohrs zufrieden. Parkhäuser und Geschäfte seien gut gefüllt gewesen. Zu der Frage, es schon im kommenden Jahr oder überhaupt eine zweite Automeile geben werde, wollte er sich allerdings nichts abschließend äußern. „Da müssen wir natürlich erst einmal mit den Händlern sprechen. Aber vorstellen kann ich mir das durchaus“, ließ Peter Cohrs durchblicken.

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erstellt am 25.Apr.2016 | 07:00 Uhr

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