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Husumer Nachrichten

23. März 2017 | 13:34 Uhr

Integration in die Arbeitswelt : Aufs Anpacken kommt es an

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Jürgen Rehm beschäftigt in seinem Betrieb zwei Geflüchtete aus Afghanistan und dem Irak. Beide unterstützen den Malermeister tatkräftig.

„Nicht lange reden, einfach machen“, das ist einer der Grundsätze von Malermeister Jürgen Rehm aus Rantrum. Für all die vielen Aufträge, die es aktuell gibt, braucht er eifrige Mitarbeiter. Doch die zu finden ist gar nicht so einfach. „Wir brauchen dringend Nachwuchs auf dem Bau“, sagt er und spricht als neuer Obermeister der Maler-Innung Nordfriesland-Süd damit auch seinen Kollegen aus dem Herzen.

Jürgen Rehm hat einen Weg gefunden, den er auch anderen „nur empfehlen kann“, wie er sagt. Welche Nationalität seine Mitarbeiter haben, sei für ihn unerheblich. „Hauptsache, sie packen mit an“, so der Rantrumer. Zur Zeit hat er zwei Flüchtlinge in seinem Team. Farhan Khalaf Abbas (26) ist Iraker, hatte in seiner Heimat Biologie studiert und war 2010 vor dem Krieg nach Deutschland geflüchtet. Er arbeitet jetzt als Malerhelfer in dem Rantrumer Betrieb und möchte sich weiter entwickeln zum Gesellen. Sajad Aslami (17) ist Afghane und wurde von den Taliban verfolgt und ist jetzt als Praktikant ins Team aufgenommen worden.

Doch es sind nicht nur die persönlichen Schicksale, die Jürgen Rehm zu denken geben. Es ist vor allem die Tatsache, dass beide junge Männer gern arbeiten wollen und, wie alle Handwerker, stolz auf das Geleistete sind. Da sieht der Malermeister keine Unterschiede zu allen anderen in seiner Mannschaft, in die Abbas und Aslami sich schnell eingelebt haben. Was anfangs nicht auf Deutsch erklärt werden konnte, wurde eben mit Händen und Füßen wettgemacht. Mittlerweile beherrschen beide die deutsche Sprache schon relativ sicher. Eingesetzt wurden sie unter anderem bereits bei Renovierungsarbeiten von Krankenhäusern und Kindertagesstätten in Hamburg.

Rehm erinnert daran, wie ihm und seinem Team schon früher die Integration von Ausländern gelungen ist. Da war der Kasache ohne Schulabschluss, dem er erst einen Praktikums-, dann einen Ausbildungsplatz angeboten hatte und der seine Lehre als Innungs-Bester abschloss. „Inzwischen hat er sich selbstständig gemacht und arbeitet in Nürnberg“, berichtet der Meister stolz. Zu seinem Status hat Farhan eine überzeugende Haltung: „Ich arbeite, ich zahle Steuern, da möchte ich auch die Anerkennung, hier auf Dauer arbeiten zu dürfen.“

Der Kreis Nordfriesland und die Wirtschaftsförderung Nordfriesland (WFG NF) kümmern sich in enger Kooperation mit Kammern und Kreishandwerkerschaften um die Integration von ausländischen Arbeitskräften. Ansprechpartner für interessierte Betriebe beim Kreis ist Lars Treptow, Telefon 04841/67159.

Die Wirtschaftsförderung hat für den Erfahrungsaustausch zum Thema Fachkräfte einen Arbeitskreis für die Unternehmen an der Westküste eingerichtet, der sich am 23. März wieder trifft. Ansprechpartnerin ist Dagmar Jensen unter d.jensen@wfg-nf.de.

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