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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 21:30 Uhr

Sönnebüll : Auf der Suche nach weiterem Bauland

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Immer mehr Einwohner senken gleichzeitig den Altersschnitt: Damit das so bleibt, soll ein Planungsbüro in der Gemeinde Sönnebüll neue Grundstücke für junge Familien finden.

Seit 1980 ist die Einwohnerzahl von Sönnebüll um gut 60 Prozent auf derzeit rund 290 Bürger gewachsen – und hat sich dabei deutlich verjüngt. „Der Anteil der Kinder bis 17 Jahre liegt bei 25 Prozent, mehr als 54 Prozent unserer Einwohner sind berufstätig und nur zehn Prozent sind älter als 65 Jahre. Und von den jungen Männer, die sich hier mit ihren Familien angesiedelt haben, sind etliche der Freiwilligen Feuerwehr beigetreten“, sagt Christian Christiansen. Dabei zeigt sich Sönnebülls Bürgermeister erfreut darüber, dass der demografische Wandel in seiner kleinen Gemeinde noch nicht so stark spürbar ist wie anderswo. Damit das auch so bleibt, möchte er – nachdem im jüngsten Baugebiet nur noch ein Bauplatz frei ist, der wegen seiner Lage alternativ auch für einen neuen Dorfmittelpunkt in Frage kommt – ein neues Baugebiet ausweisen.

„Die Chancen stehen aber nicht besonders gut“, weiß Christiansen nach der ersten Anfrage bei den Landesplanern, wo man die Grundstücksnachfrage für Sönnebüll ganz anders einschätzt, weil das Dorf angeblich nichts zu bieten habe. Das will der Bürgermeister so nicht stehen lassen: „Wir haben noch eine eigene Gastwirtschaft im Ort und zur Schule, zum Kindergarten und zu den Einkaufsmöglichkeiten sind es nur zwei Kilometer. Damit ist Sönnebüll ein idealer Wohnort für die vielen Menschen, die nach wie vor gerne ländlich und doch zentral wohnen wollen“, sagt er.

Laut Landesplanung ist die Gemeinde erst 2025 wieder berechtigt, neue Baugebiete auszuweisen. „So lange wollen wir aber nicht warten“, sagt Christiansen – und so hat der Gemeinderat beschlossen, ein Planungsbüro damit zu beauftragen, geeignete Flächen ausfindig zu machen: „Wir werden alles daran setzen, eine wesentlich frühere Realisierung anzustreben“, so Christiansen.

Weitere Themen der jüngsten Sitzung, in der dieser Beschluss gefasst wurde, waren der inzwischen erfolgreich beendete Endausbau der Straße Ohlacker, die Neugestaltung des Spiel- und Bolzplatzes am Feuerwehrhaus und der geplante Fahrradweg an der Landesstraße 12 zwischen Sönnebüll und Vollstedt. „Dieser Bau, der zu 50 Prozent förderfähig ist, wurde endlich genehmigt. Im Winter finden die Ausschreibungen statt und im nächsten Frühjahr werden wir mit dem Bau beginnen“, zeigte sich der Bürgermeister in seinem Bericht zufrieden mit dem Ergebnis.

Auch das Ehrenmal des Ortes soll umgestaltet werden. Im Anschluss will die Gemeinde die gesamte Pflege, die bisher noch von einigen älteren Mitbürgern ehrenamtlich geleistet wird, komplett in Eigenregie übernehmen. „Nach der Kranzniederlegung am Volkstrauertag wollen wir mit allen Interessierten darüber sprechen, wie unser Ehrenmal künftig aussehen soll“, lädt Christiansen für Sonntag, 13. November, in die Gaststätte Friedensburg ein. „Ab 14 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen und ein kleines Rahmenprogramm“, verspricht er.

Ein weiterer Punkt, der viele Dorfbewohner derzeit stark beschäftigt, ist der geplante Neubau der Bundesstraße 5 mit Verlegung der Bundesstraße im Bereich Hattstedt, Struckum, Breklum und Bredstedt. Sönnebüll ist nicht unerheblich davon betroffen, denn die L 12 (Flensburger Straße) soll eine Auf- und Abfahrt bekommen. Nicht wenige Anwohner in diesem Bereich fürchten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und zunehmende Lärmbelästigungen. Der Bürgermeister sieht das etwas anders: „Für mich gibt es keinen Zweifel daran, dass die Lebensader Nordfrieslands erneuert werden muss. Wenn wir das jetzt nicht hinbekommen, sind alle Chancen vertan“, sagt Christiansen und betont: „Ich glaube an die B 5 und hoffe, dass sie kommt.“ Dieses Thema, das im Gemeinderat bereits kontrovers diskutiert wurde, kommt am Dienstag, 6. Dezember, erneut auf die Tagesordnung – denn dann wollen die Gemeindevertreter ihre überarbeitete Stellungnahme zu den Planänderungen beschließen.

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