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Husumer Nachrichten

26. Juni 2016 | 08:30 Uhr

Warteliste mit 20 Namen : Auch Tanzen gehört zur Jugendwehr

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Viöler Feuerwehr-Nachwuchstruppe ist bei Jungen und Mädchen extrem beliebt. Auf der Warteliste stehen die Namen von 20 Jungen und Mädchen. Die Jugendwehr feiert am 12. März ein großes Fest.

Es ist schon erstaunlich, was sich aus einer Idee entwickeln kann, die ursprünglich mal aus einer Not heraus geboren wurde. Als der Feuerwehrmusikzug Viöl 1978 Nachwuchs suchte, kamen auch einige Jugendliche neu hinzu, die zu dem Zeitpunkt das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten. Um sie für den Dienst im Musikzug ordentlich versichern zu können, wurde kurzerhand eine Jugendfeuerwehr (JF) gegründet. Heute, 38 Jahre später, ist die Viöler Jugendfeuerwehr der wichtigste Nachwuchslieferant für die Freiwilligen Feuerwehren im gesamten Umland.

35 Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren gehören derzeit der Jugendabteilung der Gemeindefeuerwehr Viöl an. „Das ist das absolute Maximum, wenn wir sie adäquat ausbilden und betreuen wollen“, sagt Jugendfeuerwehrwart Jörg Bütow, der noch nie Werbung für seine Truppe machen musste. Denn wo andere Gruppierungen händeringend Nachwuchs suchen, ist die Warteliste in Viöl lang. 20 Jungen und Mädchen warten im Moment sehnsüchtig auf den Bescheid: „Du bist dabei“. Einigen von ihnen wird Bütow diese Nachricht schon bald überbringen können, da im März fünf mittlerweile volljährig gewordene Jungfeuerwehrleute in die Einsatzabteilung der „großen“ Wehr wechseln. Dann können die Gruppen in der JF wieder aufgefüllt werden, für deren Ausbildung Matthias Linau, Heike Thomsen, Andre Möhrke, Simon Carstensen, Sören Hansen und Sven Sievertsen verantwortlich zeichnen. „Chef“ der Truppe ist der 17-jährige Mirco Bütow, der sozusagen Wehrführer der Jugendfeuerwehr ist und damit bereits in jungen Jahren viel Verantwortung übernommen hat.

Gemeinsam mit den Ausbilder-Team erstellt er einen Dienstplan, der in diesem Jahr mit dem Einsammeln der Tannenbäume begonnen hat. Zwei bis vier Dienste stehen jeden Monat auf dem Plan, meist sonnabends ab 14 Uhr oder mittwochs ab 19 Uhr. Das Schietsammeln, die Pflege der Hydranten und die Begleitung des Laternenumzuges gehören ebenso zu den Pflichten des Feuerwehrnachwuchses wie der Besuch von Versammlungen, Wettkämpfen und – als jährlicher Höhepunkt – die Abnahme der Jugendflamme.

Die feuerwehrtechnische Grundausbildung beginnt mit der Vermittlung allgemeiner Grundlagen und endet mit der Bewältigung komplexer Übungsszenarien. Schritt für Schritt wird der Nachwuchs bis zur Volljährigkeit auf den Dienst in der Einsatzabteilung und damit auf den Ernstfall vorbereitet – mit Erfolg: „Wir haben eine Übergangsquote von fast 100 Prozent, betont Matthias Linau. Auf mindestens jeder zweiten Jacke der Aktiven steht der Name ehemaliger Jugendfeuerwehr-Mitglieder, erläutert Sören Hansen. Nicht selten sei der JF-Dienst der erste Schritt in einen „Blaulicht“-Beruf: „Viele gehen später zur Berufsfeuerwehr, zur Polizei oder in den Rettungsdienst.“ Freude herrscht auch darüber, dass die Ausbilder aus der Schule viel positives Feedback bekommen, weil ihre Schützlinge dort durch besonders umsichtiges Handeln und ganz selbstverständliche Hilfsbereitschaft auffallen.

Wichtig ist allen aber auch, dass der Spaß nie zu kurz kommt. Schon zweimal – 2008 und 2012 – richteten die Viöler internationale Zeltlager mit 400 bis 500 Teilnehmern aus mehr als 100 Jugendfeuerwehren aus.

Eine lange Tradition hat zudem der jährliche Ball, der mit genauso großer Ernsthaftigkeit organisiert wird, wie der Ball der „großen“ Wehr. Mehr als 150 Gäste aus Politik und Verwaltung feiern gemeinsam mit den JF-Mitgliedern, deren Eltern und Freunden sowie den Abordnungen aus dem Kreisfeuerwehrverband und befreundeten Jugendfeuerwehren. Eine von den Geschäftsleuten der Region großzügig bestückte Tombola gehört wie Sketche und das Tanzen zum Rahmenprogramm.

„Es ist bei uns Tradition, dass niemand seine Uniformjacke auszieht, bevor er nicht mindestens einmal getanzt hat“, sagt Sören Hansen. DJ Volker Bossen weiß, wie er das Eis am besten brechen kann: Mit „We will rock you“ holt er die jungen Leute von ihren Plätzen und lässt sie den Tanzboden zum Beben bringen, bevor flotte Tanzmusik auf den Plattenteller kommt. Und damit dann auch formvollendet getanzt werden kann, gehört vor dem Fest ein Tanzkurs zum Pflichtprogramm der JF-ler: In der Schulturnhalle bringt Tanzlehrerin Beate Nicolai den Jungs und Mädchen den Discofox bei, damit sie auf dem Parkett beim Jugendfeuerwehrball am 12. März eine gute Figur machen.

Wie erwähnt ist die Warteliste der JF Viöl gut gefüllt, dennoch können sich (bereits schulpflichtige) Kinder und Jugendliche jederzeit um eine Aufnahme bemühen. Einzige Voraussetzung ist, dass sie in einer der zugehörigen Gemeinden wohnen: Behrendorf, Bondelum, Boxlund, Brook, Eckstock, Haselund, Hoxtrup, Kollund, Kragelund, Löwenstedt, Norstedt, Ostenau, Pobüll, Sollwitt, Spinkebüll – oder eben in Viöl. Weitere Info unter www.jf-vioel.de

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