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Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 05:13 Uhr

St. Peter-Ording : Appell an die schwarzen Schafe

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bei der Veranstaltung „Tourismus-Zentrale im Dialog“ wurden mehr Kontrollen der Hundehalter am Strand von St. Peter-Ording gefordert.

Besseres Benehmen von Hundehaltern, mehr Kontrollen, mehr Hinweisschilder und Informationen für Gäste und weniger Hundehaufen – das wünschten sich die meisten Besucher der Veranstaltung „TZ im Dialog: Auf den Hund gekommen“ im Dünen-Hus in St. Peter-Ording. Trotz des emotionsgeladenen Themas wurde sehr sachlich mit Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier, seiner Stellvertreterin Constanze Höfinghoff und Armin Jess von der Nationalpark-Verwaltung über die neuen Hundeauslauf-Gebiete und Verhaltensregeln am Strand diskutiert. Und auch die Verantwortlichen der Tourismus-Zentrale (TZ) machten ihr Anliegen ganz deutlich: Nur wenn sich alle Hundebesitzer an die Spielregeln in den beiden Flächen halten, besteht Aussicht, dass nach der zweijährigen Testphase die Auslaufgebiete in die Dauernutzung gehen. „Wenn die Probezeit nicht erfolgreich ist, dann wird die Leinenpflicht dort wieder eingeführt“, betonte Constanze Höfinghoff.

Seit ein paar Wochen gibt es südlich der Seebrücke auf der Sandbank und in Ording-Nord je ein großes Auslaufgebiet, wo Hunde unangeleint herumtollen dürfen. Immer wieder hatten Urlauber mit Vierbeiner und auch Einheimische solche Areale gefordert. In diesem Jahr war sich die TZ mit der Nationalparkverwaltung einig geworden.

Grundsätzlich wurde das Projekt begrüßt. Ein Großteil der Diskussion drehte sich um die Frage, wie die Anleinpflicht außerhalb der Areale durchgesetzt werden könnte. Es wurden, auch von Hundehaltern, mehr Kontrollen und Sanktionen gefordert. Es wurde schnell klar, dass das schwierig werden könnte. So habe das Amt Eiderstedt, das für solche Kontrollen zuständig ist, nur eine begrenzte Anzahl an Kräften zur Verfügung, wie Balsmeier erklärte. Dann dürften nur Polizeibeamte Personalien feststellen, erklärte ein Zuhörer. „Und bis die Polizei am Strand ist, ist der Hundebesitzer längst weg“, sagte Heinz-Dieter Hecke, der als Strandaufsicht bei der TZ arbeitet. „90 Prozent der Hundehalter wissen um die Anleinpflicht“, ist seine Beobachtung. „Aber kaum dass wir ihnen den Rücken kehren, klicken die Karabiner wieder.“ Aber wenigstens könne man jetzt vielen sagen, dass es nun Flächen gibt, wo die Hunde toben können. Aus der Runde kam dann der Vorschlag, auch mit Blick auf das Kot-Problem, dass doch auch Einheimische auf die Regelverweigerer zugehen und sie zum richtigen Verhalten ermuntern sollten. „Das wäre toll, wenn die 300 Hundebesitzer in St. Peter-Ording zu Botschaftern werden“, sagte Constanze Höfinghoff. Und auch Balsmeier hofft auf viele Multiplikatoren: „Damit wir die Auslaufgebiete in zwei Jahren etablieren können.“

Gegen eine Strandgebühr für Hunde, die viele forderten, sprach er sich allerdings aus: „Das würde zu einem höheren Anspruchsdenken führen.“ Die ins Feld geführte Hundesteuer ließ Höfinghoff nicht gelten, da diese nur von den Einheimischen an die Gemeinde gezahlt werde. Den Wunsch nach mehr Hinweistafeln auf den Leinenzwang quittierte Jess mit der Bemerkung: „Man muss diese Schilder aber auch lesen wollen.“

Einigen der Zuhörer waren zu viele Hunde im Ort unterwegs. Sie sorgen sich, dass mit dieser Aktion noch mehr kommen. „Ich wehre mich dagegen, dass Hundebesitzer andere Menschen einschränken“, sagte ein Zuhörer. Allerdings ist St. Peter-Ording ein attraktives Ausflugsziel für Menschen mit Vierbeiner: Dänemark gehe sehr restriktiv gegen Hunde am Strand vor, wie einige Zuhörer erklärten. Und an der Ostsee dürfen sie im Sommerhalbjahr nur in ausgewiesenen Abschnitten ans Meer.

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erstellt am 28.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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