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Husumer Nachrichten

23. März 2017 | 23:08 Uhr

Viöl : Amtsneubau viel günstiger als geplant

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Kosten des Verwaltungsgebäudes in Viöl belaufen sich auf 1,65 Millionen Euro.

Gerd Carstensen war sichtlich stolz, als er den Mitgliedern des Amtsausschusses Viöl die Gesamtabrechnung für das Verwaltungsgebäude 2020 präsentierte: „Wir haben es nicht geschafft, das für den Anbau geplante Geld komplett auszugeben“, verkündete der Leitende Verwaltungsbeamte. Nach der Schlüsselübergabe Ende 2016 hätten sich die Gesamtbaukosten auf rund 1,63 Millionen Euro belaufen. Eine Summe, mit der die ursprüngliche Kostenschätzung aus dem Jahr 2015 um 70.000 Euro unterschritten wurde.

Unter diesen Voraussetzungen, so Carstensen, habe man sich nachträglich einige Extras gegönnt, wie etwa den Rezeptionsbereich am Haupteingang, der mit einer Tresenlösung viel kundenfreundlicher ist, als der bisherige Flur mit den geschlossenen Türen. Auf dem Parkplatz soll nun noch die Beleuchtung verbessert werden, zusätzlich erhält das Gebäude einen LED-Schriftzug mit dem Amtswappen, damit der Verwaltungssitz für Besucher künftig leichter zu finden ist und auch als solcher klarer erkannt werden kann. „Auch mit diesen Extras liegen wir noch weit unter dem Limit“, so Gerd Carstensen, der die Bauakten am Ende mit einer Summe von 1,65 Millionen Euro schließen konnte – 50.000 Euro weniger als geplant.

Ebenso positiv gestimmt berichtete er von der Beurteilung des Sozialverbandes Deutschland (SoVD), der das Haus gemeinsam mit dem Husumer Vorsitzenden auf Herz und Nieren geprüft hat. Als Rollstuhlfahrer lobte Hans Böttcher insbesondere die Rampe, den Lift, das behindertengerechte WC und die insgesamt als „barrierefrei“ einzustufende Gestaltung des Gebäudes. „Im Sommer bekommen wir die entsprechende Zertifizierung“, kündigte Carstensen an.

Um diesen Erfolg zu feiern, lädt die Verwaltung am 27. Mai alle Einwohner des Amtes von 11 bis 15 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Bratwurst und Getränke soll es für alle kostenlos geben, zudem wird der Jugendgemeinderat alkoholfreie Cocktails mixen. Die SH Netz AG will mit zwei E-Fahrzeugen Probefahrten anbieten. Zudem wird es eine Verlosungsaktion und eine Fotoausstellung mit historischen Bildern aus allen Gemeinden geben, und natürlich die Möglichkeit, das neue Amtsgebäude genau in Augenschein zu nehmen.
Einstimmig sprach sich der Amtsausschuss dafür aus, der Freiwilligen Feuerwehr Viöl die Anschaffung einer neuen Rettungsschere (für rund 5500 Euro) zu ermöglichen. Wie Amtswehrführer Rolf Schadwald ausführte, kommt das lebensrettende Gerät allen Gemeinden zu Gute, da es die einzige Rettungsschere im gesamten Amtsbereich ist.

Weiter ging es mit der Notwendigkeit zur Gründung eines Arbeitskreises zum Landesentwicklungsplan Schleswig-Holstein. Carstensen beschrieb gewisse Gefahren, die eine bauliche Entwicklung der Gemeinden auf Jahre erschweren könnten. Um den Bürgermeistern die Arbeit vor Ort zu erleichtern, was ihren künftigen Handlungsfreiraum bei der Ausweisung von Baugebieten für Wohnraum und Gewerbe betrifft, wird sich der Arbeitskreis nun mit dem Planentwurf befassen und dann den Gemeinden Stellungnahmen zur Beratung vorlegen.

Viel Aufmerksamkeit schenkte das Gremium anschließend Florian Lorenzen, der als Finanzausschuss-Vorsitzender des nordfriesischen Kreistages zum Bürgerentscheid „Krankenhäuser in NF“ sprach. Nach einem Blick auf die bisherigen Entwicklungen erklärte er, dass es nach dem vom Kreistag für den 7. Mai angestrebten Bürgerentscheid noch einen zweiten Bürgerentscheid geben könnte, den eine als Bürgerinitiative gestartete Gruppierung durchsetzen will. Damit könnte ein vom Kreistag erarbeitetes Konzept, das Investitionen in Höhe von 48 Millionen Euro vorsieht, noch vor seiner Umsetzung wieder gekippt werden. Er stellte die Formulierung vor, die am 7. Mai aller Voraussicht nach auf den Stimmzetteln stehen wird: „Soll der Kreis Nordfriesland die Klinikum Nordfriesland gGmbH mit ihren jetzigen Standorten – das heißt: Kliniken in Husum, Niebüll und Wyk auf Föhr sowie Medizinische Versorgungszentren in Tönning, Husum, Niebüll und Wyk auf Föhr – durch den Einsatz der vom Land in Aussicht gestellten Zuschüsse in Höhe von rund 30 Millionen Euro zukunftsfähig machen?“

Dazu soll es zusätzliche Informationen über die in den Kliniken geplanten Maßnahmen geben. Im Ausschuss war man sich nach diesen Ausführungen einig: Das Thema sei im Grunde viel zu komplex und im Detail so schwer zu durchschauen, dass der einzelne Bürger kaum in die Lage versetzt werden könne, diesbezüglich die „richtige“ Entscheidung zu treffen.

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