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Husumer Nachrichten

07. Dezember 2016 | 19:27 Uhr

3. Platz bei der Bundes-Convention : Alena Hansen ist die Tattoo-Queen aus Witzwort

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die 27-Jährige lässt sich seit dem 16. Lebensjahr tätowieren. Sie ist „Miss Tattoo Schleswig-Holstein“ - aber nicht nur.

Witzwort | Bereits als Zehnjährige war Alena Hansen total fasziniert von bunten Tattoos auf der Haut. Zu gerne hätte die Witzworterin (Kreis Nordfriesland) schon damals selbst eins gehabt. Irgendwann gaben ihre Eltern nach und schenkten ihr zum 16. Geburtstag ein Bio-Tattoo – in der Annahme, es würde mit der Zeit verblassen.

Doch das sogenannte Tribal auf Alenas Bauch erwies sich als ausgesprochen standhaft. Und auch die leise Hoffnung der Eltern, dass ihre Tochter nach dem einem Mal vielleicht genug von der schmerzhaften Prozedur haben würde, erfüllte sich nicht. Nach und nach kamen einige Piercings dazu und dann, mit 18 Jahren, entschied sich Alena dafür, ihrer Tattoo-Lust freien Lauf zu lassen. Mittlerweile ist sie 27 Jahre jung und auf dem besten Weg zum erfolgreichen Tattoo-Model. Seit Juli ist die städtische Angestellte die amtierende „Miss Tattoo Schleswig-Holstein“.

Auch Piercings mag die 27-jährige Alena Hansen.
Auch Piercings mag die 27-jährige Alena Hansen. Foto: Silke Schlüter
 

Nachdem sie im Mai überraschend zur „Miss Tattoo Convention Flensburg“ gewählt worden war, bewarb sie sich erfolgreich für den Landesentscheid am 10. Juli im Snowdome Bispingen. Der Plan, auch dort zu gewinnen, ging auf, und so fand sie sich am 30. Oktober als stolze Vertreterin Schleswig-Holsteins beim Bundesentscheid im Alpincenter Wittenburg wieder. Dort wurden nicht nur die Tattoos der Kandidatinnen bewertet, sondern auch ihre Fähigkeit, Interviews zu geben und sich insgesamt gut zu präsentieren. „Den ersten Durchgang mussten wir einheitlich im schwarzen Kleid laufen, den zweiten im Party-Outfit und den dritten im Bikini“, erinnert sich Alena an spannende Momente auf dem Laufsteg. „Das Laufen auf High Steels hab ich vorher extra noch geübt“, sagt sie lachend.

Neben den Fachleuten aus der Tattoo-Szene saßen auch Schauspieler in der Jury: Reality-TV-Star Aurelio Savina und „Alles was zählt“-Darsteller Tom Barcal. „Das war alles sehr aufregend“, sagt Alena, die mit ihrem Ergebnis als drittbestes deutsches Tattoo-Model sehr zufrieden ist und jetzt eine entsprechende Karriere anstrebt. Ein erstes Fotoshooting für einen Tattoo-Kalender hat sie im Rahmen der Miss-Wahlen schon mitgemacht. „Das war toll“, sagt sie.

Ihre Tätowierer im Westcoast-Tattoostudio am Damm in Husum besucht sie so oft es geht: „Kay Schnoor und Tjorven Hennes haben mir dort nicht nur in zahllosen Sitzungen all diese schönen Tattoos verpasst. Sie haben mich auch von Anfang an zu den Wettbewerben begleitet“, sagt Alena Hansen. Deutlich an ihrem rechten Arm zu erkennen ist ihre Leidenschaft für Comic- und Old-School-Tattoos. Viele bunte Ponys tummeln sich dort und bedecken vom Knöchel bis zum Übergang zur Schulter jeden Millimeter Haut. Ihr Bekenntnis zur vegetarischen Ernährung trägt Alena auf den Oberschenkeln zur Schau und auf den Waden ihre Liebe zur Stormstadt, mit den Worten „Husum verdammt“. Ob Dekolleté, Bauch oder Rücken, fast überall gibt es bei ihr etwas zu entdecken, nur Hände und Gesicht will sie sich auch in Zukunft nicht tätowieren lassen – aus Respekt vor ihren Kunden im Husumer Jobcenter.

Das nächste Tattoo ist auch schon in Arbeit. Ihre Lieblingstätowiererin verewigt gerade den Schriftzug „Can you feel my heart“ auf ihrer Taille. „Dieses Lied der Band Bring me the horizon mögen wir beide ganz besonders“, sagt Tjorven und verrät, dass sie sich dieses Tattoo selbst auch noch stechen lassen will. Ohne Musik geht bei den Beiden gar nichts: „Ich brauche das zur Entspannung. Die ersten fünf Minuten stelle ich mich nämlich immer furchtbar an“, gibt Miss Schleswig-Holstein offen zu, dass die Sitzungen ihr nach wie vor einiges abverlangen.

Und was sagt sie denjenigen, die davor warnen, dass die jetzt noch so schönen und glatten Tattoos im Alter schlaff und faltig werden könnten? „Schlaffe Haut sieht nie schön aus, ob mit oder ohne Tattoos“, kontert Alena Hansen und zeigt schmunzelnd auf die bunten Ponys auf ihrer Haut: „Wenn meine Enkelkinder Lust haben, können sie später gerne diese spannenden Bilder auf meinem Arm erkunden.“

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erstellt am 19.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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