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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 07:15 Uhr

Husumer Hafen : Ärger über marode Pfähle

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Hafen-Anrainer kritisiert, dass Husums „Aushängeschild“ nicht gut genug gepflegt sei.

Das Touristen-Ehepaar aus Bonn steht an der Kaimauer und fotografiert die Segelschiffe, die im Binnenhafen festgemacht haben. „Ein idyllisches Bild, das kommt in unser Urlaubsalbum“, sagt Ingeborg Weigert, die zusammen mit ihrem Mann Heinrich-Peter vor wenigen Tagen in Husum angekommen ist. Doch der idyllische Eindruck des Hafens verliert an manchen Stellen bei näherem Hinsehen. Insbesondere die einzelnen Holzpfähle, die über die Hafenkante hinausragen, machen nicht mehr den besten Eindruck. Darüber macht sich Anrainer Werner Thomsen Gedanken: „Der Hafen ist ein Aushängeschild für Husum und muss entsprechend gepflegt werden.“

Insbesondere der Zustand einzelner Reibepfähle sorgt bei ihm für Stirnrunzeln. Die Pfähle dienen als Puffer zwischen den stählernen Rumpf der Schiffe und der Kaimauer. Einige der zahlreichen Holzpfähle sind im Kopfbereich dermaßen rott, dass bereits Gras auf ihnen wächst. Doch das ist nicht alles, was der Husumer moniert. Auch die Steganlage im Bereich der Schiffbrücke ist seiner Meinung nach in Gefahr. Hier liegt seit geraumer Zeit ein Zweimaster. „Diese Anlage wurde aber für Sportboote mit einem erheblich geringeren Gewicht konzipiert“, so seine Einschätzung. Durch die Bewegung des Seglers sei die Anlage zu stark belastet. Nach seinen Beobachtungen sei der Steg bereits abgesunken. Die Folge sei, dass der Steg bei Hochwasser unter Wasser liege. „Mit dem Auswechseln einiger Stegbretter ist dieses Problem aber nicht gelöst“, stellt Thomsen klar.

Hafenmeister Wolfgang Loy dagegen gibt Entwarnung. Der Steg werde von der Interessengemeinschaft Husumer Hafen (IGHH) regelmäßig in Augenschein genommen. Bereits in der kommenden Woche sollen weitere Planken ausgetauscht werden.

Dies gilt auch für die Holzpfähle, für die allerdings der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) zuständig ist. „Die Holzpfähle werden von uns ständig überprüft“, erklärt Jörg Hennings vom LKN. Bereits im Oktober sollen die orange markierten Pfähle ausgetauscht werden“, kündigt er an. Doch er stellt auch klar, dass die Reibepfähle nicht zum Festmachen der Wasserfahrzeuge genutzt werden dürfen. „Dafür sind an den Pollern die mächtigen Stahlringe angebracht.“

Die Kommunikation mit den Seglern stuft Hafenmeister Loy als entspannt und gut ein. Großen Wert legt er darauf, dass der Müll täglich entsorgt wird. „Jeden Morgen, bevor ich zur Arbeit nach Hamburg fahre, werden die Müllsäcke von mir eingesammelt und zu den bereit gestellten Mülleimern gestellt.“ Dort würden sie von der Stadtreinigung mitgenommen. Im übrigen gebe es eine gute Zusammenarbeit mit der IGHH, der LKN und ihm als Hafenmeister: „Auch wenn es für den einen oder anderen nicht sichtbar ist, wir sind ständig bemüht, den Hafen auf Vordermann zu bringen.“ So sei erst vor wenigen Monaten die Fußgängerbrücke mit Hochdruckreiniger gesäubert worden.

Und damit widerspricht er der Einschätzung von Thomsen, der mehr Engagement für den Hafen anmahnt. „Es kann nicht alles von heute auf morgen durchgeführt werden“, stellt der Hafenmeister klar. Es sei ein Reparaturplan aufgestellt worden, der nach und nach abgearbeitet werde.

Nur in einem Punkt stimmt er Werner Thomsen voll und ganz zu: „Der Hafen ist tatsächlich eines der Aushängeschilder der Stadt – und wir müssen alles dafür tun, dass dieser erste Eindruck vom Hafen bei den Gästen und Touristen auch in guter Erinnerung bleibt.“


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