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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 01:23 Uhr

Die Entschleuniger : Achtsam durch die Amrumer Nacht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In der Serie Die Entschleuniger geht es heute um die Insulanerin Anne Grütte, die Gästen die Natur im Dunkeln nahe bringt.

Sie sorgen dafür, dass Urlauber Nordfriesland noch intensiver erleben können: In der Sommerserie Die Entschleuniger stellen wir Menschen aus der Region vor, die Gästen und Einheimischen dabei helfen, mal wirklich runter zu kommen.

Das beste ist doch, wenn man am eigenen Körper spürt, was man anderen zeigen will. „Amrum bedeutet für mich immer noch Entschleunigung“, sagt Anna Grütte, die seit elf Jahren auf der Nordseeinsel lebt, auf der ihre Großmutter geboren wurde. Die 51-Jährige ist Heilpraktikerin im Amrum Spa und Französischlehrerin an der kleinen Öömrang Skuul; nach ihrem Romanistik- und Germanistikstudium arbeitete sie lange in Holland, entdeckte Yoga für sich und folgte ihren Wurzeln zurück auf die Insel.

 „Hier hat das Leben einfach eine andere Taktung.“ Sie tanzt Tango, engagiert sich in der Flüchtlingshilfe und pflegt ihren guten Freundeskreis. Auf die Idee, für Sommergäste Nachtwanderungen bei Vollmond und Yoga am Strand anzubieten, kam sie durch die unglaublich schöne Inselnatur. „Es ist hier so leicht runterzukommen, dass ich das auch anderen zeigen wollte. Außerdem sind viele Gäste sehr offen für neue Anregungen.“

 Einmal rund um die Insel geht sie nicht mehr. „Über 20 Kilometer – das ist nicht so ganz der Einsteiger-Entschleuniger“, sagt sie und lacht. Jetzt nimmt sie Tempo raus, geht in der Dämmerung los und läuft drei bis vier Stunden. Sie spürt den Schritten nach, sucht den Rhythmus des Gehens. „Die meisten wissen gar nicht mehr, wie eine Nacht ist“, sagt sie. „Wenn die visuellen Eindrücke schwinden, dann bekommen die Sinne ganz anderen Input.“ Für die meisten ihrer fünf bis acht Mitwanderer ist schon das Gemeinsam-durch-die-Nacht-gehen Erlebnis genug. „Die sind total erfüllt von der intensiven Natur“, sagt Grütte. „Und alle nehmen irgendwas daraus für sich mit.“ Gelegentlich – und nur, wenn es passt – streut sie auch die ein oder andere kleine Achtsamkeits-Übung ein. Der nächste Wander-Termin ist am 18. August um 21 Uhr ab Köhns Übergang in Wittdün.

 Ihr Strand-Yoga mit Nordseeblick, Wellenklang und Möwenschrei bietet sie zwei Mal wöchentlich an. „Intensiv, aber kreativ“, wie sie sagt, denn draußen am Strand fehlen ihr die professionellen Hilfsmittel. „Je nach Sandbeschaffenheit improvisiere ich viel“, sagt Anna Grütte.

 Und wo fährt eine Urlaubs-Entschleunigerin in den Urlaub hin? „Nach Indien“, sagt Anna Grütte. „Mit ganz viel Yoga und Ayurveda zum Entspannen“.




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erstellt am 07.Aug.2016 | 10:00 Uhr

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