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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 21:34 Uhr

Trauer um Wilhelm Andresen : Abschied von einem Eiderstedter Original

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wilhelm Andresen, ehemaliger Wirt der beliebten Schankwirtschaft in Katingsiel, ist tot. Viele werden seine warmherzige Gastfreundschaft und seine Anekdoten vermissen.

Weit über Eiderstedts Grenzen hinaus war Wilhelm Andresen aus Katingsiel bekannt. Nun ist Opa Eiergrog, wie ihn viele liebevoll genannt haben, nach längerer Krankheit am 29. August im Alter von 84 Jahren gestorben. Die Trauer um den Wirt der gleichnamigen Schankwirtschaft am Deich ist groß. Wilhelm Andresen war noch ein echtes Original, der gerne einen Klönschnack hielt. Hintersinnig berichtete er den Gästen von seinen Fahrten im Lastwagen, die ihn unter anderem auch auf die berüchtigte Balkan-Route führten. Erst Ende der 1980er Jahre hatte er die urgemütliche Schankwirtschaft aus dem Jahr 1688 von seiner Mutter übernommen und damit auch das Rezept für den legendären Eiergrog. In den beliebten Seminaren zeigte er, wie er gebraut wird. Wichtigster Tipp: nicht umrühren. Geselligkeit war sein Markenzeichen. So spielte er schon mal auf dem Akkordeon und sorgte dafür, dass die Gäste auch untereinander ins Gespräch kamen. Er hatte aber auch so seine ganz eigene Art, mit ihnen umzugehen. Die Jacke über die Stuhllehne zu hängen, war bei ihm streng verboten. Und Frauen begrüßte er schon mal flapsig mit „Na, Blondi“. Bei ihm wurde jeder geduzt, auch Promis wie Jan Fedder, Dagmar Berghoff und Volker Rühe. Was viele an ihm geschätzt haben, war aber eben seine Geradlinigkeit und menschliche Wärme, dass er keine Angst hatte, seine Meinung zu sagen. Er wird unvergessen bleiben.

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erstellt am 03.Sep.2016 | 07:00 Uhr

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