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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 23:29 Uhr

Nach Ende der Deichbauarbeiten : Ab 1. Januar: Nordstrand erhöht Kurabgabe

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Land hatte die Gemeinde bereits vor drei Jahren zur Erhöhung aufgefordert. Die Veränderung zu Beginn des neuen Jahres bleibt moderat.

Die Deichbaumaßnahmen auf Nordstrand sind auch für Einheimische und Gäste mit einigen Einschränkungen verbunden. Deswegen hatte die Gemeinde bislang davon Abstand genommen, Touristen und Vermieter zusätzlich mit einer Erhöhung der Kurabgabe zu belasten. Allerdings hat das Land bereits vor drei Jahren angemahnt, genau das zu tun, berichtete Regina Reuß, Chefin der Nordstrand Tourismus und Zimmervermietung, in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Wie berichtet, ist die Abgabe auf der Halbinsel seit knapp zehn Jahren unverändert. Da nun ein Ende der Deichbauarbeiten abzusehen ist, sei deswegen eine Anpassung zum 1. Januar 2017 unumgänglich.

„Das ist eine gesetzliche Vorgabe. Da müssen wir ran“, bestätigte auch Nordstrands Bürgermeister Werner-Peter Paulsen. Der vom Amt Nordsee-Treene entsprechend vorbereiteten Beschlussempfehlung wurde dementsprechend einstimmig zugestimmt. Danach beträgt die Kurabgabe in der Vor- und Nachsaison (1. Januar bis 31. Mai sowie 1. Oktober bis 31. Dezember) täglich 2,20 Euro (bisher 1,80 Euro) sowie für eine Person bis Vollendung des 18. Lebensjahres einen Euro. Die jährliche Abgabe beläuft sich künftig auf 61,60 Euro. Es wird keine kurtaxfreie Zeit geben, aber eine neue Gästekarte mit neuem Meldeschein für die Vermieter.

Geschlossen stimmte das Gremium außerdem für den Erwerb von Anteilen an der Schleswig-Holstein Netz AG. Nach Abstimmung mit der Kommunalaufsicht des Kreises können Anteile in Höhe von 1,8 Millionen Euro erworben werden. Dafür muss ein Kredit aufgenommen werden, so der Finanzausschuss-Vorsitzende Jörg Bahnsen. Ein Zinssatz von nur 0,182 Prozent konnte vom Kämmerer für die fünfjährige Laufzeit ausgehandelt werden.

„Auch Bedarfsempfängergemeinden wie wir dürfen das. Wir erhalten jährlich eine garantierte Dividende von rund 26.000 Euro netto, bereits abzüglich Steuern und Abgaben. Das Risiko ist fast Null. Land und Kreis raten dazu“, so Bahnsen weiter. Die investierte Summe würde bei Rückgabe der Aktien in voller Höhe wieder ausgekehrt werden. „Das ist eine einmalige Chance zur Haushaltsaufbesserung“, betonte Bürgermeister Werner-Peter Paulsen. Wegen der Investitionssumme segnete das Gremium ebenso einmütig den entsprechenden Nachtragshaushalt ab.

Einig waren sich die Gemeindevertreter auch bei einer Ergänzung zum Übertragungsbeschluss der Aufgabe „Ausbau schneller Internetzugang (Breitband)“. Um weitere Fördermittel vom Bund auszuschöpfen, muss ein Zweckverband gegründet werden, erläuterte Paulsen. Nach wie vor sei „Glasfaser bis an jedes Haus“ das erklärte Ziel. Das Amt Nordsee-Treene arbeite gemeinsam mit den Ämtern Viöl, Eiderstedt, und den amtsfreien Städten Friedrichstadt und Tönning mit Nachdruck daran. Auch für Nordstrand sei die schnelle Internetanbindung für die Abwicklung der täglichen Geschäfte in den Betrieben und Privathaushalten wichtig. Nur in Teilbereichen der Halbinsel werde heute ein einigermaßen schnelles Netz von Telekommunikationsanbietern vorgehalten, jedoch nicht über das zukunftsfähige Glasfasernetz.

Weiter berichtete der Bürgermeister, dass sich die Bemühungen der Gemeinde um einen neuen Arzt weiter schwierig gestalten. Die geschaltete Anzeige habe bisher keinen Erfolg gezeigt. „Ich bleibe dran“, versprach er. Fakt ist, dass Dr. Thomas Dörwald seine Praxis zum Jahresende schließen wird. Sein Haus ist verkauft. Er zahlt an den Eigentümer Pacht, der gern wieder an neue Ärzte vermieten würde. Der zweite Inselarzt, Dr. Uwe Krüger, nehme bereits keine neuen Patienten mehr an. „Ich bin mit der Kassenärztlichen Vereinigung in engem Kontakt. Das Problem ist, dass es kaum junge Ärzte gibt, die auf dem Lande arbeiten möchten.“

In den kommenden Wochen werden die Bauhofmitarbeiter beginnen, einige Eschen zu fällen. Sie sind von einem Pilz befallen. Leider gebe es keine Behandlungsmethoden dagegen. Die neueste Meldung in Sachen Deichbau sei, dass das Gebäude der ehemaligen Gaststätte „Op de Diek“ am Strucklahnungshörner Hafen nun erst im Frühjahr 2017 abgerissen wird. Die restlichen Arbeiten in dem Bereich würden in diesem Jahr – entgegen dem ursprünglichen Plan – doch nicht geschafft.







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